Open-Source-Office: Libre Office 26.8 verzichtet bewusst auf KI
Die Document Foundation hat Libre Office 26.8 für Windows, MacOS und Linux veröffentlicht. Laut den Versionsinformationen(öffnet im neuen Fenster) verbessert die neue Hauptversion vor allem Typografie, internationale Schriftsysteme und den Austausch mit Microsoft-Office-Dokumenten.
Eine der auffälligsten Neuerungen in Writer ist der Paragraph Composer. Statt beim Blocksatz jede Zeile einzeln zu optimieren, berücksichtigt dieser mehrere aufeinanderfolgende Zeilen eines Absatzes. Dadurch sollen stark wechselnde Wortabstände vermieden werden. Opentype Variable Fonts werden nun ebenfalls nativ unterstützt.
Ein großer Teil der Entwicklungsarbeit floss zudem in Schriftsysteme jenseits westlicher Sprachen. Writer erkennt die Schreibrichtung von Absätzen automatisch und verbessert Zeilenumbrüche sowie das Einfügen von Objekten in Dokumente mit Rechts-nach-links-Schrift (RTL-Text) und vertikalen Layouts, wie etwa im chinesischen, koreanischen und japanischen Schriftsystem.
Austausch mit MS Office wird zuverlässiger
In Calc wird die Ausrichtung einer Zelle automatisch umgestellt, wenn dort RTL-Text eingegeben wird. Math erhält zusätzliche Operatoren für westafrikanische Sprachen und neue Dokumente verwenden zudem eine sprachrichtungsabhängige Start- statt einer festen Linksausrichtung.
Auch der Austausch mit Microsoft Office wird zuverlässiger. Neuere OOXML-Diagramme wie Box-Plot, Trichter, Pareto, Sunburst, Treemap und Wasserfall kann Libre Office zwar weiterhin nicht anzeigen oder bearbeiten, ihre Daten bleiben beim Öffnen und erneuten Speichern aber erhalten.
Ein Dokument soll dadurch auch nach der Bearbeitung mit Libre Office in Microsoft Office weiterhin korrekt funktionieren. Bei Region-Map-Diagrammen funktioniert das allerdings nur eingeschränkt.
Auf generative KI wird bewusst verzichtet
Anders als Microsoft 365 oder Google Workspace integriert Libre Office keine generative KI. Die Document Foundation bezeichnet das ausdrücklich als Designentscheidung. Dokumente würden nicht zur Verarbeitung an externe Dienste übertragen und für die grundlegenden Funktionen der Suite sei kein Netzwerkzugriff erforderlich, heißt es weiter.
Neu ist dafür ein Spendenbanner im Startcenter. Es soll nur gelegentlich erscheinen, etwa monatlich oder nach einem erfolgreichen Update, und auf die Spendenseite führen. Werbung und Telemetriedatenübertragung sowie eine Konto- oder Abopflicht gibt es laut der Document Foundation weiterhin nicht.
Libre Office 26.8 steht ab sofort zum Download bereit. Für produktive Umgebungen empfiehlt die Document Foundation gegebenenfalls weiterhin die stabilere Reihe 26.2. Aktuell ist dort Version 26.2.5 verfügbar, 26.2.6 soll am 3. September 2026 erscheinen.
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