Open Source: NPM-Chef geht schon nach wenigen Monaten wieder

Nach nicht einmal einem Jahr Dienstzeit ist der Chef von NPM zurückgetreten. Das Unternehmen mit dem gleichnamigen Javascript-Paketmanager hat in diesem Jahr einige Mitarbeiter verloren, Arbeitnehmerklagen verhandeln müssen und eine aussichtsreiche Konkurrenz bekommen.

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Das NPM-Maskottchen ist ein Wombat.
Das NPM-Maskottchen ist ein Wombat. (Bild: Phil Whitehouse/CC-BY 2.0)

Der Geschäftsführer von NPM, Bryan Bogensberger, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurückgetreten, wie das Unternehmen mitteilte. Der Anbieter des gleichnamigen Paketmanagers für Javascript- und Node.js-Pakete betreibt die derzeit wohl größte Open-Source-Paketquelle überhaupt. Bogensberger war erst seit Anfang dieses Jahres offiziell für die Führung von NPM verantwortlich. In seiner kurzen Dienstzeit häuften sich aber die negativen Schlagzeilen über das Unternehmen.

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So folgten dem Wechsel des Managements zu Jahresbeginn mehrere Kündigungen auch langjähriger Mitarbeiter. Laut Medienberichten, die sich auf anonyme Quellen und Betroffene beziehen, warfen die gekündigten Mitarbeiter dem Unternehmen respektloses und unprofessionelles Verhalten sowie der neuen Unternehmensführung eine Kultur des Misstrauens und der Feindseligkeit vor.

Hinzu kamen Arbeitnehmerklagen. Demnach könnte es sich bei den Kündigungen um eine Form des sogenannten Union Busting handeln, also der Unterdrückung gewerkschaftlichen Engagements. Erst nach mehreren Anläufen ließ sich das Unternehmen auf eine außergerichtliche Einigung ein. Ebenfalls für große Unruhe bei NPM sorgten Mitarbeiter, die das Unternehmen auf eigenen Wunsch verließen. Dazu gehört nicht zuletzt auch der Mitbegründer von NPM Laurie Voss.

Auch wirtschaftlich scheint das Unternehmen wohl immer mehr unter Druck zu geraten. So gibt es inzwischen mehrere Alternativen zu NPM. Dazu gehört etwa Entropic, das unter anderem von der ehemaligen NPM-Technikchefin CJ Silverio initiiert wurde. Ebenso bietet der Code-Hoster Github nun ein Paketarchiv an, das in seinen Dienst integriert ist.

Unrühmlicher Abgang

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All diese Probleme deuten darauf hin, dass Bogensberger seinen Posten wohl nicht ganz freiwillig aufgab. Zwar spricht er in der offiziellen Ankündigung über seinen Stolz auf die "komplette Transformation", die in der kurzen Zeit umgesetzt worden sei und wünschte dem "komplett neu aufgestellten, leidenschaftlichen Team" viel Erfolg für die Zukunft. In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter von NPM-Mitbegründer Isaac Schlueter, die dem britischen Magazin The Register vorliegt, wird allerdings eingeräumt, dass das vergangene Jahr sehr schwierig für das Unternehmen gewesen sei und der Rücktritt Bogensbergers "wahrscheinlich als negative Nachricht interpretiert" werde. Angesichts der offensichtlichen Schwierigkeiten des Unternehmen lässt sich das aber schwer bestreiten.

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