Open Source: Microsoft bringt .Net-Funktion nach Community-Kritik zurück

Ein wichtiges Werkzeug in .Net 6 sollte zugunsten von Visual Studio eingestellt werden. Die Open-Source-Community reagierte empört.

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Microsoft reagiert auf die Kritik der .Net-Community.
Microsoft reagiert auf die Kritik der .Net-Community. (Bild: Jakub Porzycki via Reuters Connect)

Microsoft hat eine kontroverse und von Nutzern vielfach kritisierte Änderung an dem Open-Source-Code des kommenden .Net 6 nach nur wenigen Tagen wieder rückgängig gemacht, wie das Unternehmen in einem Blogpost mitteilt. Konkret handelt es sich dabei um die Wiederherstellung der Hot-Reload-Funktion in einem .Net-Werkzeug. Microsoft wollte die Technik eigentlich aus dem Open-Source-Code entfernen oder nur noch über Visual Studio anbieten.

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Hot Reload soll es ermöglichen, die .Net-Anwendung, an der gerade gearbeitet wird, bei einer Code-Änderung einfach im laufenden Betrieb direkt neu zu laden, anstatt die gesamte Anwendung neu starten zu müssen. Laut Microsoft soll das Entwickler "produktiver machen, indem sie die Zeit reduzieren, die sie damit verbringen, auf Apps zu warten, neu zu erstellen, neu zu starten oder zu dem vorherigen Ort zu navigieren, an dem sie sich in der App selbst befanden".

Änderung zunächst an der Community vorbei

Microsoft hat diese Funktion zunächst in Visual Studio 2022 umgesetzt sowie auch in dem Werkzeug dotnet watch, das Teil des .Net-SDKs ist. Die Funktion war auch standardmäßiger Teil der Vorabveröffentlichungen von .Net 6. Mitte vergangener Woche hat der Hersteller dann aber wohl für viele überraschend angekündigt, Hot Reload künftig nur noch als Teil von Visual Studio 2022 bereitstellen zu wollen und nicht mehr über den Open Source Code.

Offiziell begründet wurde dies mit den immer größer werdenden Aufgaben des .Net-Teams bei Microsoft sowie dem damit verbundenen Pflegeaufwand. Laut einem Bericht von The Verge sei die Entscheidung zugunsten von Visual Studio 2022 jedoch allein aufgrund von wirtschaftlichen Interessen gefallen. The Verge beruft sich dabei auf Quellen im Unternehmen, die anonym bleiben wollen.

Druck der Community sorgt für Wiederherstellung

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Die Entscheidung zum Verzicht auf Hot Reload in dem freien .Net-Werkzeug hat zu zahlreicher Kritik aus der Entwickler-Community geführt. Dabei ist unter anderem auch die Frage aufgeworfen worden, wie ernst es Microsoft mit dem Open-Source-Modell von .Net meint, wenn derartige Änderungen einfach intern entschieden werden.

Ein Pull Request zum Code auf Github, der das Entfernen des Codes wieder rückgängig macht, generierte in sehr kurzer Zeit mehrere Tausend fast ausschließlich positive Reaktionen. Die Diskussion selbst erreichte 275 Kommentare und der Pull Request extrem viel Zustimmung von Reviewern, die zu der Open-Source-Entwicklung von .Net beitragen.

Microsoft entschuldigt sich in dem aktuellen Blogpost für das Vorgehen und bezeichnet die Ausführung seiner Entscheidung als "Fehler". Den Pull Request, um die Funktion wiederherzustellen, hat das Team von Microsoft inzwischen in den .Net-Code eingepflegt. Microsoft habe darüber hinaus unterschätzt, wie häufig die Technik außerhalb von Visual Studio genutzt werde.

Weiter heißt es: "Unser Wunsch ist es, ein offenes und lebendiges Ökosystem für .NET zu schaffen. Wie viele andere Unternehmen auch, lernen wir, die Bedürfnisse der OSS-Community und unsere Rolle als Unternehmenssponsor für .NET unter einen Hut zu bringen. Manchmal gelingt uns das nicht. Wenn wir es nicht schaffen, können wir bestenfalls aus unseren Fehlern lernen und uns in Zukunft verbessern."

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