Die Verkehrskegelsammlung der Pariser Studentenschaft

Golem.de: Wieso der Verkehrskegel als Symbol für VLC?

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Kempf: Die Kegel-Geschichte ist wohl eine der meistgefragten Storys - dabei ist sie komplett uninteressant. Es gab einfach ein paar Studenten, die ein paar Bier zu viel hatten und mit Verkehrskegeln auf dem Campus auf einer Baustelle herumspielten und sie mitnahmen. Das war ein kleiner Witz und wurde immer größer. Als ich 2003 ankam, war die Sammlung auf einige Hundert angewachsen. Und das kam irgendwann in VLC an. Es ist so idiotisch, einen Verkehrskegel als Symbol für einen Mediaplayer zu benutzen - aber es ist einfach so gut sichtbar und wiedererkennbar. Die Leute kennen VLC als den Verkehrskegel-Player und nun ist es zu spät, daran etwas zu ändern.

Golem.de: Was plant ihr für die Zukunft?

Kempf: Es gibt drei große Projekte, mit denen wir uns gerade beschäftigen, bei denen wir aber noch nicht wissen, wie sie laufen werden. Dass wir die Player-Engine verbessern, ist natürlich klar. Wir wollen aber auch mehr externe Inhalte in VLC integrieren. Wir wollen die Verteilung von Inhalten dezentralisieren. Wie können wir zum Beispiel Youtube-Videos - die ja eigentlich wie Video-Podcasts sind - abspielen, und sie ohne die zentrale Plattform weiterverteilen? Das wird schon schwierig.

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Die anderen beiden Projekte sind sehr technisch. Das erste ist das Thema Sicherheit. Wir wollen VLC Sandbox-fähig machen. Dadurch würden Sicherheitsprobleme im Player nicht mehr so eine Rolle spielen. Das geht mit Webbrowsern, aber wir haben da ein paar kompliziertere Beschränkungen. Aber es ist wichtig, daran zu arbeiten. Das dritte Projekt dreht sich darum, wie wir VLC im Webbrowser laufen lassen können. Also praktisch VLC im Web, das jede Art Datei abspielen kann und nicht nur die von der aktuellen Version von Chrome unterstützten. Das bereitet vielen Aktivisten und der professionellen Nutzerschaft Kopfschmerzen. Das sind drei Projekte, an denen wir gerade arbeiten - vielleicht dieses Jahr, vielleicht im nächsten Jahr, wir werden sehen.

Was danach kommt? Ich hatte mal eine Kristallkugel, aber die ist mir kaputtgegangen. Also kann ich wirklich nicht in die Zukunft sehen. Ich mag nicht, dass wir gerade in eine Richtung gehen, wo ein paar Plattformen alles beherrschen. Selbst wenn das kein Monopol ist, sind es doch nur drei oder vier Firmen. Die Macht wandert von den Kreativen zu den Aggregatoren, das ist nicht cool. Andererseits haben die Kreativen und die Distributoren ihre Macht zu lang mit dem Copyright-Wahnsinn ausgenutzt. Ich denke, wir bewegen uns weg von etwas mit Schwierigkeiten und Problemen, das wir kannten zu etwas Neuem, das wir noch nicht kennen. Aber die Technologie entwickelt sich weiter, es wird mehr offene Codecs wie AV1 oder Opus für Audio geben. Daher könnte die Patentfrage weniger wichtig werden - was ich hoffe. Zumindest werde ich dafür kämpfen. Aus technischer Sicht: Wir werden immer Leute haben, die gern Code schreiben und Assembler sehen wollen, oder?

Golem.de: Vielen Dank für das Gespräch!

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 Der Erfolg von VLC war nicht geplant
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Lachser 04. Mär 2021

Ja mit den guten Codec Packs ging es einigermassen gut. Aber man musste die richtigen...

Peter1965 26. Feb 2021

Für eine Anekdote fehlt meiner Schilderung der humoristische Teil. Ich bevorzuge deshalb...

heulendoch 26. Feb 2021

Das größte Problem beim Video ist hier wie immer der Golem Player.

Casablanca 25. Feb 2021

Sorry, aber das ist völliger Blödsinn. In Kinos läuft dezidierte Hard- und Software, es...

Infosoph 25. Feb 2021

Es gibt Teile der deutschen Industrie, die gerne Softwarepatente hätten. Soweit mir...



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