Abo
  • Services:
Anzeige
Mit Ausschlussklauseln sollen Open-Source-Entwickler künftig den Missbrauch ihrer Software verhindern können.
Mit Ausschlussklauseln sollen Open-Source-Entwickler künftig den Missbrauch ihrer Software verhindern können. (Bild: Thorsten Schröder)

Mit Ausschlussklauseln gegen Software-Missbrauch

Schröder will Entwicklern mehr Verantwortung für ihre Software und deren Einsatz überlassen. Nicht nur die GPL, sondern auch andere freie Softwarelizenzen wie die Lesser GNU General Public License (LGPL), die BSD-Lizenz (Berkeley Systems Distribution) oder die Apache-Lizenz brächten zwar alle einen Haftungsausschluss mit, der besage, dass der ursprüngliche Entwickler nicht für Einschränkungen oder Folgeschäden seiner Software zur Verantwortung gezogen werden könne.

Anzeige

Darum geht es Schröder aber nicht. Er will den Entwicklern die Möglichkeit geben, durch Ausschlussklauseln einen Einsatz ihrer Software zu verhindern, wenn dieser ihrem ethischen Standpunkt widerspricht. Er wolle dem Dogmatismus Richard Stallmans durch eine fortschrittliche Lizenzierung entgegentreten, sagt er.

Creative Commons für Software

Schröders Vorschlag: Eine Sammlung von Ausschlussklauseln zu erstellen, die ähnlich den Creative-Commons-Lizenzen ganz gezielt Einsatzzwecke ausschließt. Er nennt als Beispiel eine Non-Military-Usage-Klausel. Software dürfte dann weder für militärische Zwecke eingesetzt werden, noch als Grundlage für militärische Forschung dienen - auch dann nicht, wenn die jeweilige Regierung auf ihre nationale Sicherheit pocht. So soll verhindert werden, dass Gerichte einen Entwickler dazu zwingen, sich nationalen Interessen unterzuordnen.

Solche Klauseln müssten indes kurz, klipp und klar formuliert werden. Entwickler könnten so genau definieren, von wem ihre Software eingesetzt werden dürfe. Manche Programmierer hätten wohl keine Probleme damit, wenn ihre Werke bei der Polizei oder in Kernkraftwerken zum Einsatz kommen, während andere auch das verhindern wollten.

Eine weitere Möglichkeit: Der ursprüngliche Entwickler verlangt, dass der Benutzer, auf dessen Hardware die Software später läuft, auch damit einverstanden ist. So könnte beispielsweise der Einsatz von Open-Source-Software in Schnüffelsoftware wie einem Staatstrojaner verhindert werden. Auch für IT-Sicherheitsforscher wäre eine Klausel interessant, etwa wenn sie Machbarkeitsstudien veröffentlichen, die nicht missbraucht werden sollen.

Missbrauch muss geahndet werden

Diese modulare Lizenzierung nennt Schröder Coding Commons, in Anlehnung an die Creative-Commons-Lizenzen. Sie sollten herkömmliche Lizenzen nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Mit der BSD-Lizenz seien solche Ausschlussklauseln bereits möglich, sagte Schröder. Andere müssten nur geringfügig angepasst werden.

Der Missbrauch sollte aber auch geahndet werden können. Eine rechtliche Handhabe gebe es nämlich, denn wie die bereits mehrfach erfolgreich vor Gerichten verteidigte GPL sollen die Klauseln einen Vertrag darstellen. Gegner von Ausschlussklauseln argumentieren stets, dass sich deren Umsetzung nur schwer kontrollieren lasse. Das möge stimmen, sagte Schröder, aber solche Klauseln seien immerhin auch ein Statement.

Öffentliche Debatte als Strafe

Sollte ein Missbrauch entdeckt werden, müsste der Ertappte die vertragswidrig eingesetzte Software veröffentlichen. Hier nennt Schröder das Hacking Team als Beispiel, auch wenn ein Nachweis oft kaum möglich sein wird. Auch eine hohe Geldstrafe schlägt Schröder vor. Sie solle bereits im Vorfeld vor der illegalen Nutzung von Software abschrecken. Das wirksamste Mittel gegen den Missbrauch sieht Schröder aber in der öffentlichen Debatte, die beispielsweise eine Gerichtsverhandlung auslösen würde.

Schröder will bis zum Chaos Communication Congress Ende dieses Jahres Ideen für solche Klauseln sammeln und diskutieren. Bis dahin will er auch eine erste nutzbare Lizenzform präsentieren, die Entwickler dann bereits nutzen können. Wer sich engagieren will, erreicht Schröder über die E-Mail-Adresse ths@ccc.de.

 Die Gefahr uneingeschränkter Freiheiten

eye home zur Startseite
Rulf 12. Sep 2015

irgendwas mußt du falsch verstanden haben...ich schrieb im prinzip, daß man seine...

lestard 10. Sep 2015

Mein Punkt ist: Es gibt da eine Trojaner-Software, die auf GPL-Software aufgebaut ist...

Schnarchnase 10. Sep 2015

Tjoa, dann schau mal in § 2. Software ist wohl kein Produkt im Sinne des Gesetzes.

Cok3.Zer0 10. Sep 2015

äh, ich meine sinken!

zZz 10. Sep 2015

Jede Lizenz unterliegt den Gesetzen des jeweiligen Landes, das braucht man nicht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Brabbler Secure Message and Data Exchange Aktiengesellschaft, München
  2. PTV Group, Karlsruhe
  3. Experis GmbH, Kiel
  4. Sonntag & Partner Partnerschaftsgesellschaft mbB, Augsburg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Big Bang Theory, The Vampire Diaries, True Detective)
  2. (u. a. Warcraft Blu-ray 9,29€, Jack Reacher Blu-ray 6,29€, Forrest Gump 6,29€, Der Soldat...
  3. 16,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€ Einkauf + 3€ Versand)

Folgen Sie uns
       


  1. Heiko Maas

    "Kein Wunder, dass Facebook seine Vorgaben geheim hält"

  2. Virtual Reality

    Oculus Rift unterstützt offiziell Roomscale-VR

  3. FTP-Client

    Filezilla bekommt ein Master Password

  4. Künstliche Intelligenz

    Apple arbeitet offenbar an eigenem AI-Prozessor

  5. Die Woche im Video

    Verbogen, abgehoben und tiefergelegt

  6. ZTE

    Chinas großes 5G-Testprojekt läuft weiter

  7. Ubisoft

    Far Cry 5 bietet Kampf gegen Sekte in und über Montana

  8. Rockstar Games

    Waffenschiebereien in GTA 5

  9. Browser-Games

    Unreal Engine 4.16 unterstützt Wasm und WebGL 2.0

  10. Hasskommentare

    Bundesrat fordert zahlreiche Änderungen an Maas-Gesetz



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

Panasonic Lumix GH5 im Test: Die Kamera, auf die wir gewartet haben
Panasonic Lumix GH5 im Test
Die Kamera, auf die wir gewartet haben
  1. Die Woche im Video Scharfes Video, spartanisches Windows, spaßige Switch

  1. Re: Siri und diktieren

    Iomegan | 23:33

  2. Re: Es ist übrigens das erste Far Cry, das in den...

    wasabi | 23:29

  3. Re: Machen wir doch mal die Probe aufs Exempel

    itza | 23:29

  4. Re: Horizon zero dawn

    genussge | 23:28

  5. Re: Anbindung an Passwortmanager

    Vanger | 23:26


  1. 12:54

  2. 12:41

  3. 11:44

  4. 11:10

  5. 09:01

  6. 17:40

  7. 16:40

  8. 16:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel