RISC-V bricht ARM-Dominanz auf

Auch RISC-V ist angetreten, dank freier Verfügbarkeit von Entwicklungen und Patenten die bisherige Hardware-Industrie durchzuwirbeln. So lassen sich die derzeit genutzten CPU-Befehlssätze praktisch auf x86 und ARM beschränken. Zwar gibt es noch eine Vielzahl weiterer CPU-Architekturen im Markt, wie IBMs Power oder auch MIPS für viele Embedded-Geräte.

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Die Zahl der Anwender der beiden zuletzt genannten CPU-Architekturen ist jedoch überschaubar, so dass derzeit eigentlich nur drei Firmen darüber bestimmen, wie CPUs im Grunde funktionieren: Intel und AMD für x86 über ein gegenseitiges Abkommen und eben ARM für die gleichnamige Architektur.

Die Hardware-Industrie ist in diesem unbeweglichen Duopol seit deutlich mehr als zehn Jahren gefangen und von diesem massiv eingeschränkt. So lassen sich x86-Chips, von einem chinesischen Hersteller abgesehen, nicht lizenzieren.

Und ARM verkauft zwar Lizenzen, die einzigen, die das aber tatsächlich noch nutzen, sind Apple im Consumer-Bereich und Serverhersteller wie Fujitsu und Marvell. Darüber hinaus haben Nvidia, Qualcomm und Samsung in den vergangenen Jahren auf eigene Designs verzichtet und kaufen wie alle anderen Designs von einem einzigen Hersteller: ARM. Der Aufwand und auch die Kosten, hier konkurrenzfähige Produkte mit ARM-Befehlssatz zu erstellen, ist offenbar viel zu hoch.

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Dank des Befehlssatzes RISC-V, der frei und ohne Lizenzzahlungen implementiert werden kann, scheuen viele Unternehmen diese Mühen aber nun nicht mehr und leiten eine Abkehr von ARM-Designs ein. Das gilt derzeit noch hauptsächlich für Embedded Controller, wie diese zum Beispiel auch Qualcomm in seinen Snapdragon-SoC neben der eigentlich ARM-CPU verbaut. Auch Nvidia geht hier einen ähnlichen Weg und setzt auf RISC-V-Controller. Ebenso bekommt der extrem weit verbreite Controller ESP8266 einen kompatiblen Nachfolger auf RISC-V-Basis.

Mit Seagate und Western Digital haben zum Ende des Jahres 2020 außerdem zwei Unternehmen angekündigt, in ihren Produkten auch offiziell auf eigene RISC-V-Designs zu setzen. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um Hardware, die millionenfach verkauft wird und um einen Bereich, der bisher quasi ausschließlich durch ARM dominiert wird.

Dass sich diese Konkurrenz von RISC-V zu ARM in den kommenden Jahren verstärken wird, deutet sich bereits an und zeigt sich etwa an dem bereits angekündigten Mini-ITX-Board Hifive Unmatched von Sifive mit einer RISC-V-CPU, PCIe und 16 GByte RAM: also ein vollwertiger Rechner. Mittelfristig werden wohl Multimedia-SoC etwa für Fernseher oder Set-Top-Boxen mit einer entsprechend leistungsfähigen RISC-V-CPU im Massenmarkt folgen.

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Weitere Patentstreite absehbar

Doch auch wenn AV1 und RISC-V die über Jahre oder Jahrzehnte akzeptierte Dominanz restriktiver Lizenz- und Patentvorgaben erfolgreich gebrochen haben, heißt das noch lange nicht, dass die gesamte IT-Industrie diesem Beispiel folgen wird. Zumindest deutet derzeit noch nicht allzu viel darauf hin.

So werden wohl vor allem noch Funktechniken wie WLAN, Bluetooth oder der Mobilfunk weiter ein großes Betätigungsfeld von Patentanwälten bleiben. Welche teils unerwarteten Züge das annehmen kann, zeigte sich etwa in einer Auseinandersetzung zwischen Netzwerkausrüster Nokia und Autohersteller Daimler. Dass Streite zwischen Hardware-Herstellern im Zweifel dazu führen, dass die Geräte kurzfristig nicht erhältlich sind, haben wir bereits erwähnt. Aber dass dies nun auch Autos betrifft, dürfte für viele eine überraschende Neuerung des Jahres 2020 sein.

Die genannten Funktechniken können schlicht nicht standardkonform ohne Patentlizenzen verschiedener Unternehmen implementiert werden. Initiativen dafür, dass sich das künftig ändern könnte, gibt es in der Industrie derzeit jedoch nicht. Auch nicht in anderen Bereichen. Abseits von RISC-V und AV1 ist der Druck, etwas am Status quo zu ändern, offenbar noch nicht hoch genug.

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 Open Source: (K)ein Ende der Patente
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Denni 29. Dez 2020

.. die gibt es nämlich, und ihr habt selbst schon darüber berichtet gehabt https://www...

Denni 29. Dez 2020

dann hast du einfach keine Ahnung.. wenn du wüsstest, wie viele chipdesigner und neue...

Denni 29. Dez 2020

der 888 kann nämlich kein av1 decodieren^^

x-beliebig 26. Dez 2020

Das ist aber leider historisch gesehen nicht eine Aktion von Microsoft gewesen, die das...

Kilpikonna 24. Dez 2020

ARM ging aber auch nicht von 0 auf 100 in 4,3s. Das hat n paar Jahre gedauert, bis man...



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