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In Gemeinschaft arbeitet es sich einfach besser!
In Gemeinschaft arbeitet es sich einfach besser! (Bild: Drupal Association, flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Open Source: Die Community gewinnt - fast immer

In Gemeinschaft arbeitet es sich einfach besser!
In Gemeinschaft arbeitet es sich einfach besser! (Bild: Drupal Association, flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Egal ob im Linux-Kernel, an den Low-Level-Userspace-Teilen, grafischen Oberflächen, Software von und für Unternehmen oder gar Hardware - am Ende setzt sich die Zusammenarbeit in der Community durch, wie das Jahr 2017 gezeigt hat. Von dieser Regel gibt es aber auch immer wieder Ausnahmen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

Die Grundlage des Open-Source-Konzeptes ist die Community - eine Gemeinschaft, die kollaborativ an Software arbeitet, so verschiedene Interessen bündelt und gegeneinander abwägt sowie letztlich zwar den individuell nötigen Einsatz reduziert, dank der gemeinsamen Anstrengung das Ergebnis für alle dennoch verbessert. Das Jahr 2017 hat die Wirkmächtigkeit der Community in vielen Bereichen der IT bewiesen, auch wenn hier immer noch viele Hindernisse existieren und die Community einen vorläufigen Rückschlag für eines ihrer Prestigeprojekte hinnehmen musste.

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Limux scheitert

So schockierte viele Open-Source-Unterstützer zu Jahresbeginn die Nachricht, dass der Münchner Stadtrat mit seiner Fraktionsmehrheit aus CSU und SPD unter Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das Limux-Projekt rückabwickeln will. Dass dieser Plan zumindest erwogen wurde, hatte sich bereits im Herbst des Vorjahres angedeutet.

Wohl der Druck der Community von außen sorgte zunächst dafür, dass das Ende der Verwendung freier Software in der Münchner Stadtverwaltung doch nicht so plötzlich beschlossen werden konnte wie vielleicht von einigen der Verantwortlichen erhofft. Zunächst entschied der Stadtrat noch, dass die Rückkehr von Linux zu Windows offiziell geprüft werden solle.

An eine Kehrtwende zu dem gefassten Plan und an eine tatsächlich objektive Prüfung wollte zu diesem Zeitpunkt aber kaum noch jemand aus der Community glauben. So fragte sich etwa der Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE), Matthias Kirschner, ob und wodurch die Community zum Scheitern von Limux beigetragen habe - und zwar noch vor der endgültigen Entscheidung gegen Limux in München. Zu dieser und dem damit verbundenen Beginn der Rückmigration zu Windows kam es dann aber wie erwartet etwa einen Monat später.

Als Reaktion darauf plant die FSFE, künftig ihre Kampagnen anders anzugehen. Der Community bleibt nur ein Blick zurück auf die durchaus tragische Geschichte des ambitionierten Projektes sowie ein kritischer Blick nach vorn. Denn ob die Windows-Migration in München wirklich so reibungslos verläuft, wie von den Entscheidern erhofft, ist derzeit nicht absehbar. Und als kleiner Trost für die Community bleibt wohl, dass eine Studie der EU-Kommission den Einsatz von Open-Source-Software für die öffentliche Verwaltung und für Unternehmen empfiehlt.

Community-Arbeit macht Linux besser

Ob und welche Vorteile sich aus einer langanhaltenden Beteiligung an Community-Arbeit für Unternehmen ebenso wie Einzelpersonen und Nutzer ergeben, zeigt immer wieder besonders eindrücklich die Arbeit am Linux-Kernel. Hier gab es aus Community-Sicht in diesem Jahr gleich mehrere Erfolgsmeldungen.

So ist es dem Entwicklerteam für AMDs Grafiktreiber nach anfänglich noch sehr harscher Kritik durch die Community gelungen, den neuen Display-Code so aufzuarbeiten, dass dieser letztlich ohne Kritik von Kernel-Chef Linus Torvalds in den offiziellen Linux-Code aufgenommen wurde. Möglich gemacht hat dies die gut eineinhalb Jahre währende kontinuierliche Zusammenarbeit des AMD-Teams mit den anderen Entwicklern, die am Grafiksubsystem des Linux-Kernels arbeiten.

Darüber hinaus hat der Chip-Hersteller Intel 2017 endlich damit begonnen, offiziell selbst die Pflege für die von dem Unternehmen initiierte Thunderbolt-Technik zu übernehmen. Diese Pflege umfasst die Unterstützung für die Thunderbolt-3-Chips sowie deren Sicherheitskonzept. Das ist zumindest vonseiten Intels auf Druck von Google für dessen Chromebooks entstanden. Doch auch die Community des Linux-Desktops Gnome hat aufbauend auf der Arbeit von Intel eine entsprechende Userspace-Implementierung erstellt, die nicht nur das Sicherheitskonzept von Thunderbolt 3 in Gnome selbst umsetzt, sondern auch leicht eine Wiederverwendung durch andere Communitys ermöglicht.

Dass sich verschiedene Firmen oder auch einzelne Entwickler mit einem gemeinsamen Anliegen letztlich in einer Open-Source-Community zusammenfinden und gemeinsame Interessen verfolgen, ist aber trotz Open-Source-Code nicht immer der Fall. So gibt es mitunter langwährende Spaltungen innerhalb der Community, die teils erst nach Jahren oder Jahrzehnten wieder überwunden werden können, was das Jahr 2017 ebenfalls zeigt.

Community statt Trennung 

eye home zur Startseite
Tamaskan 31. Dez 2017

Was ist mit Windows 10 LTSB?

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Tamaskan 31. Dez 2017

An Hurd wird doch schon seit Jahrzehnten rumgewerkelt und es ist noch nichts dabei...

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Potrimpo 31. Dez 2017

Ich finde Deine Aussagen durchaus interessant, muss allerdings auch noch nachhaken...

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MarioWario 30. Dez 2017

Deswegen nutze ich auch verschiedene Browser, DNS, VPN, etc., aber früher war ein...

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