Community überwindet Fehler

Ausdauer zu beweisen, heißt hierbei aber nicht nur, über Jahre hinweg im Voraus zu planen, sondern manchmal auch einfach nur, dranzubleiben. Ein gutes Beispiel hierfür ist etwa der "Albtraum"-Bug in Intel-CPUs, auf den das Debian-Projekt hingewiesen hat.

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Nicht nur war der Fehler an sich unter bestimmten Umständen schwerwiegend, auch die Umsetzung von Updates dafür gestaltet sich schwierig. Vor allem die Arbeit zum Finden des eigentlichen Auslösers des Fehlers in dem Microcode bestimmter CPUs kostete die Community Durchhaltevermögen und auch einiges an Nerven.

Verschlüsselung von, mit, für, gegen die Community

Wohl ebenso nervenaufreibend, aber leider nicht nur auf einige Wochen beschränkt, ist der Versuch, endlich TLS 1.3. fertigzustellen. Die neue Version der Transportverschlüsselung hätte eigentlich längst fertig sein sollen. Doch auch 2017 versuchten einige Unternehmen, den Standard aktiv zu schwächen. Öffentlich dazu äußern wollte sich aber kaum jemand.

In einem sehr ungewöhnlichen Schritt hat Cisco sogar beschrieben, wie TLS 1.3 die Verwendung seiner eigenen Sicherheitsprodukte verhindert. Dabei ist es aber eher so, dass eben jene Produkte, die als Middleboxen bezeichnet werden, die Einführung von TLS 1.3 verzögern. Die TLS-Community musste deshalb sogar eine Masquerade als Hack einführen, um an den kaputten Middleboxen vorbei zu kommen.

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Doch selbst das hilft nicht in alle Fällen, so dass nun Google für Chrome dazu übergeht, explizit Schuldige zu benennen, deren Produkte Verbindungsabbrüche bei TLS 1.3 verursachen. Die Community baut also verstärkt Druck auf, um endlich TLS 1.3 veröffentlichen zu können. Ob dies aber tatsächlich 2018 geschieht, scheint angesichts einiger Unwägbarkeiten immer noch nicht sicher. Und ähnliche Diskussionen werden sich für das Quic-Protokoll wohl auch wiederholen.

RISC-V auf dem Weg der Welteroberung

Wesentlich bessere Nachrichten gibt es aus der RISC-V-Community. Die gleichnamige freie CPU-Architektur samt Befehlssatz soll zu der dominierenden Architektur werden, wie Entwickler Arun Thomas auf der Fosdem zu Beginn des Jahres sagte.

Davon ist RISC-V zwar noch weit entfernt, allerdings hat die Community den Software-Support mit den Kernel-Patches und mit den für Frühjahr 2018 erwarteten Glibc-Patches bereits so weit umgesetzt, dass Linux-Distributionen wie Debian oder Fedora vermutlich schon in wenigen Monaten stabile Ports ihrer Systeme für die freie Architektur bereitstellen wollen.

Dass die Vision der vorherrschenden Architektur nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, sondern tatsächlich nachvollziehbar erscheint, liegt unter anderem an einer Ankündigung von Western Digital. Die Storage-Spezialisten wollen langfristig 2 Milliarden RISC-V-Kerne pro Jahr mit ihren Geräten vertreiben. Ähnliche Vorhaben werden wohl auch von Google, Nvidia sowie Samsung und anderen umgesetzt.

Bis das vorgegebene Ziel erreicht ist, werden wohl zwar noch einige Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte vergehen. An RISC-V zeigt sich aber, dass sich das Open-Source-Konzept samt tat- und finanzkräftiger Community nun auch in der Hardware-Entwicklung durchsetzt. Das wäre vor etwa zehn Jahren nur schwer vorstellbar gewesen. Immerhin gilt die Hardware-Industrie historisch als extrem konservativ und vor allem als Verfechter proprietärer Technik. Eine konstante Community-Arbeit scheint das aber nun endlich aufzubrechen.

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 Community statt Trennung
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