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Community statt Trennung

Eine dieser Abspaltungen, die von Nutzern wie Entwicklern und einer breiteren Community als besonders tiefgreifend und schwerwiegend empfunden wurde, war die Aufgabe von Gnome als Standard-Desktop der Linux-Distribution Ubuntu und der Wechsel hin zu der Eigenentwicklung Unity vor etwa sieben Jahren.

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Daraus ergab sich unter anderem das technischen Problem, dass Unity und die Gnome-Shell technisch zueinander nicht direkt kompatibel waren. Denn Ubuntu hatte für die Unity-Entwicklung Teile des Gnome-Codes als Fork selbst gepflegt und so die parallele Installation beider Oberflächen stark behindert. Diese Situation hat sich erst nach vielen Jahren Arbeit gebessert.

Verstärkt wurde diese Trennung zum Rest der Linux-Desktop-Community dann auch noch durch das Ubuntu-Projekt Unity 8, das eine konvergente Oberfläche für Mobilbetriebssysteme und Desktops werden sollte. Hier trennte sich Ubuntu auch von dem Gnome-Unterbau und wechselte zu Qt, nutzte dann aber weder die Vorarbeiten von Jolla noch vom KDE-Projekt, die ebenfalls auf Qt setzen.

Außerdem setzte Ubuntu-Sponsor Canonical für Unity 8 auch mit allerlei halbseidenen Argumenten auf den eigenen Displayserver Mir und damit nicht auf die vom Rest der Linux-Community favorisierte Wayland-Technik als Nachfolger für das alte X11-Fenstersystem.

2017 musste Canonical jedoch einsehen, dass diese Alleingänge aus unterschiedlichen Gründen nicht funktionieren. Als Konsequenz wechselte Ubuntu für die Version 17.10 wieder zurück zur aktuellen Version von Gnome als Desktop inklusive der Verwendung von Wayland. Für einen mehr oder weniger reibungslosen Übergang beteiligte sich das Desktop-Team von Ubuntu auch sehr eng mit der Entwickler-Community von Gnome an den dafür notwendigen Arbeiten.

Community schafft Einheits-API für Wayland

Noch kann aber nicht jeder Linux-Nutzer Wayland nutzen. Das liegt vor allem am proprietären Nvidia-Treiber, der das von der Linux-Community favorisierte API zur dafür notwendigen Speicherverwaltung nicht unterstützt. Nvidia setzt hier seit drei Jahren auf eine eigene Entwicklung auf Basis der EGL-Streams.

Zwar gibt es Versuche, zumindest die Gnome-Shell dazu kompatibel zu machen, diese sind bisher aber nicht endgültig umgesetzt. Außerdem verweigern die Entwickler anderer Desktops und grafischer Oberflächen die Unterstützung für Nvidias Lösung. Wohl auch deshalb arbeitet Nvidia seit 2016 gemeinsam mit der Community an einer neuen Lösung für die Speicherverwaltung.

Diese ist nun so weit gereift, dass der zuständige Nvidia-Angestellte und -Entwickler James Jones die restliche Community darum bittet, die Prototyp-Implementierung weiter zu verbessern und diese dadurch langfristig für alle Beteiligten einsetzbar zu machen. Dazu gehört möglicherweise auch die Verwendung in Android oder anderen spezialisierten Embedded-Varianten von Linux.

Enterprise-Community für Android-Pflege

Von der Umsetzung dieser API in Android ist Google jedoch noch weit entfernt, und das Unternehmen muss zunächst auch noch völlig andere Probleme mit seiner eigenen Community aus OEM-Herstellern lösen. Denn diese versorgen ihre Geräte oft nicht mit Updates oder gar Upgrades auf neue Versionen. Abhilfe schaffen soll hier das Projekt Treble.

Dafür verändert aber nicht Google selbst den Aufbau von Android und gibt dies an seine Lizenznehmer weiter. Vielmehr sorgen die Beteiligten über das Industriekonsortium Linaro auch für eine vergleichsweise sehr lange Kernel-Pflege von sechs Jahren. Zudem soll über die Initiative erreicht werden, dass alle Android-Geräte auf einem einheitlichen Kernel basieren.

Ob damit auch das derzeitige Sicherheitsproblem des Android-Ökosystems gelöst werden kann, wird sich wohl erst in einigen Jahren zeigen. Dass Community-Projekte aber auch strategisch angelegt sind und einen langen Atem haben müssen, zeigte sich auch an anderen Projekten.

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Tamaskan 31. Dez 2017

Was ist mit Windows 10 LTSB?

Tamaskan 31. Dez 2017

An Hurd wird doch schon seit Jahrzehnten rumgewerkelt und es ist noch nichts dabei...

Potrimpo 31. Dez 2017

Ich finde Deine Aussagen durchaus interessant, muss allerdings auch noch nachhaken...

MarioWario 30. Dez 2017

Deswegen nutze ich auch verschiedene Browser, DNS, VPN, etc., aber früher war ein...


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