Open Source in Österreichs Verwaltung: "Die Implementierung lief reibungsloser als erwartet"
Wenn es um Behörden und Open Source geht, wird häufig Schleswig-Holstein als Vorzeigebeispiel genannt. Es stellt seine Systeme komplett auf freie Software um – und sichert sich auf diese Weise Unabhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern und die vollständige Kontrolle über seine Daten.
Einen derart radikalen Ansatz hat das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) zwar nicht gewählt. Mit dem Lebensende von Skype-for-Business suchte man aber auch dort nach einem datenschutzfreundlichen Ersatz – und wurde in Form einer selbstbetriebenen Nextcloud(öffnet im neuen Fenster) und deren Videokonferenz-Komponente Nextcloud Talk fündig.
Der Austausch einer solch zentralen Kollaborationsplattform ist jedoch für gewöhnlich alles andere als trivial. Im österreichischen Wirtschaftsministerium mussten immerhin rund 1.200 Mitarbeiter vom Umstieg auf die freie Software überzeugt werden. Trotzdem gelang die Einführung nach einer Testphase in nur vier Monaten und das, obwohl sich anfangs durchaus "ein gewisses Unverständnis darüber" gezeigt hat, "warum subjektiv gesehen funktionierende Lösungen ersetzt werden müssen," wie der Chief Information Officer Martin Ollrom im Interview für unseren aktuellen Chefs-von-Devs-Newsletter sagte.
"Knapp zwei Monate vor dem Go-Live wurde mit einer umfassenden Informations-Kampagne gestartet und die Kolleginnen und Kollegen laufend mit Kurzvideos und Infos versorgt," fügte Chief Information Security Officer Florian Zinnagl hinzu. Die technische Implementierung sei dann "reibungsloser als erwartet" gelaufen, sagte Ollrom.
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