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Open Source in der Wissenschaft:
Forschung ist für alle da - oder?

Die Wissenschaft produziert Daten über Daten. Damit möglichst viele Forscher sie nutzen können, wird eine Dateninfrastruktur aufgebaut. Das ist technisch schwierig, aber es gibt auch andere Vorbehalte.
/ Christian J. Meier
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Das Ideal ist, wissenschaftliche Erkenntnisse allen zur Verfügung stellen, die sie für ihre eigene Forschung brauchen. (Bild: Pixabay)
Das Ideal ist, wissenschaftliche Erkenntnisse allen zur Verfügung stellen, die sie für ihre eigene Forschung brauchen. Bild: Pixabay

In der Experimentierhalle L05-03 der Technischen Universität Darmstadt sprudeln Daten aus vielen Quellen. Ein hohes Wandgerüst trägt Pumpen, Ventile und Rohre: das Modell des Wasserkreislaufs eines Hochhauses. "Jede Pumpe wird von einem eigenen Software-Agenten gesteuert," erklärt Tobias Meck. Egoistisch handeln diese Agenten mit den anderen aus, wer wann wie viel und zu welchem Preis vom Wasserangebot fürs Duschen, Spülen und Waschen bekommt. "Wir erforschen, wie dieses komplexe Marktsystem zuverlässig, effizient und robust funktionieren kann," sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Fluidsystemtechnik. Jeder Testlauf erzeugt Daten, die automatisch gespeichert werden - und die im besten Fall mit anderen Disziplinen geteilt werden. Das Vorhaben dazu nennt sich Nationale Forschungsdateninfrastruktur. Es ist groß und die Probleme sind nicht nur technischer Natur.

Ein paar Meter weiter produziert eine Materialprüfmaschine mit ihren zwanzig Sensoren jede Menge Daten, die ebenfalls gespeichert werden. Im Keller des Gebäudes zeichnet Giorgios Hatzissawidis mit einer Hochgeschwindigkeitskamera eine Wasserströmung um das Profil des Tragflügels eines Boots auf. Pro Sekunde fallen dabei bis zu 20.000 Bilder an. Der Doktorand interessiert sich für die Bildung von Blasen in der Strömung.

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