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Berlin mit einigen Testballons

Trotzdem halten es immer mehr Bundesländer für wichtig, sich von US-Konzernen zu distanzieren, auch wegen der erratischen Politik des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Das Land Berlin etwa hat Ende 2025 ein Vorhaben beschrieben, mit dem die Verwaltung von Windows und Office auf Linux und Open Source umsteigen will. Vor dem Amtsantritt Trumps wurde das nicht öffentlichkeitswirksam diskutiert.

Der Plan: Es sollen vor allem Schulungen, Sprechstunden und Workshops zum Thema Open-Source-Software und Linux abgehalten werden. Behörden sollen so fachlich auf die teils doch recht unterschiedlichen Programme vorbereitet werden. Es ist den Verantwortlichen zudem wichtig, eine passende Kultur innerhalb der Behörden zu schaffen, die Open-Source-Projekte nicht nur nutzt, sondern auch aktiv mitentwickelt.

Wirklich konkret wird das Land Berlin aber nicht. Es ist lediglich von einigen Testballons innerhalb der Verwaltung die Rede, bei denen Linux und Open-Source-Programme zusammen mit Windows und Co. getestet werden können. Bis die gesamte Verwaltung umgestellt ist, dürfte Donald Trump schon nicht mehr im Amt sein.

Zendis mit wenig Support

Doch nicht nur auf Länderebene gehen Projekte aktuell schleppend voran. Auch übergreifende Vorhaben stehen nicht unbedingt gut da. Dabei sind die Ideen von Projekten wie Opendesk gut. Hier soll eine möglichst selbst entwickelte und quelloffene Lösung geschaffen werden, die gleich mehrere kommerzielle Produkte von Microsoft, Google, Apple oder anderen Konzernen ablöst.

Dafür wurde das Zentrum für Digitale Souveränität(öffnet im neuen Fenster) der Öffentlichen Verwaltung (Zendis) geschaffen. Es beschreibt sich selbst als eine Art Brückenbauer zwischen Open Source und Staat. "Mit unserem agilen, co-kreativen Ansatz heben wir das immense Innovationspotenzial der Open-Source-Wirtschaft und machen es für einen souveränen Staat zugänglich", heißt es auf der Webseite.

Eine Anfrage der Linken-Politikerin Anke Domscheit-Berg zeigt allerdings, dass für dieses Projekt Anfang 2024 nur neun Personen eingestellt wurden, die zudem nur einen einzelnen Auftrag für Opencode erhielten. Schon vor dessen Gründung wurde dem Zendis nicht einmal ein festes Budget zugesagt.

Im Jahr 2026 hat die Organisation zumindest einige Kooperationen angekündigt. Unter anderem testen die Deutsche Rentenversicherung und die Agentur für Arbeit das Tool Opendesk(öffnet im neuen Fenster). Dieses bietet unter anderem E-Mail-Client, Textverarbeitung, Konferenzsoftware und Cloud-Filemanager in einem. Die Förderung für das Testszenario läuft allerdings Ende April 2026 aus. Welche Schlüsse daraus gezogen werden können, ist ebenso noch nicht bekannt.

Der Autor meint dazu

Open-Source-Strategien laufen in Deutschland aktuell eher in ihrer Anfangsphase. Schleswig-Holstein hat dabei bereits vorgemacht, dass mit genug Willen ein Umstieg von Microsoft und Co. möglich ist. Wenn dadurch bundesweit fast 500 Millionen Euro jährlich gespart werden könnten, sollte die Bundesregierung den Ländern sogar eine Deadline setzen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Man könnte das Geld auch investieren, um deutsche Softwareunternehmen zu fördern, die Open-Source-Lösungen für die Bundesregierung entwickeln, welche gleichzeitig den teils schwierigen Datenschutzbedingungen in der EU entsprechen. Stattdessen sind Länder bei der Entwicklung und beim Einsatz von Projekten auf sich allein gestellt. Das ist ineffizient, teuer und ein gutes Argument dafür, einfach die bestehende Infrastruktur weiter zu nutzen.

Auf Dauer wird uns diese Abhängigkeit von einzelnen Konzernen aber mehr kosten. Das tut sie ja bereits jetzt schon.

Hinweis in eigener Sache

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