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Open Source: Die Softwareentwicklungsplattform Gitea wird kommerziell

Auch ein offener Brief der Gitea-Community hat nichts mehr gebracht: Gitea Limited behält die Domains und Namensrechte an dem Open-Source-Projekt .
/ Boris Mayer
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Git bald mit einer anderen Sorte Tee? Bei Gitea gibt es keine Einigung. (Bild: Scott Feldstein via flickr)
Git bald mit einer anderen Sorte Tee? Bei Gitea gibt es keine Einigung. Bild: Scott Feldstein via flickr / CC-BY 2.0

Gitea Limited hat dem offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) , in dem die Giteas-Entwicklungscommunity die Rückgabe der Domains und der Namensrechte an der Open-Source-Softwareentwicklungsplattform forderte, eine Absage(öffnet im neuen Fenster) erteilt. Die Verfasser des offenen Briefes kündigen darin einen Fork an.

Die webbasierte kollaborative Softwareentwicklungsplattform bringt neben einer Git-Versionskontrollsoftware auch Bug-Tracker, Kanban-Board und ein Wiki mit, ist in Go geschrieben und kann so auf jedem Betriebssystem betrieben werden, das Go unterstützt.

Der Ablauf der Ereignisse

Am 25. Oktober 2022 wurde die Gitea-Community von der Ankündigung überrascht, dass die neu gegründete Gitea Limited ab sofort kommerzielle Dienste wie Support, SaaS-Hosting, eine verbesserte Enterprise-Version, Training und mehr anbietet(öffnet im neuen Fenster) . Der Gründer des Projekts Lunny Xiao habe seine Domains und die Namensrechte an dem Projekt der neuen Firma, an der er beteiligt ist, übertragen. Gitea Liited solle das Projekt verwalten und als wichtigstes Ziel einen langfristigen Projekterfolg sicherstellen.

Drei Tage später folgte der offene Brief, in dem die Community forderte, die Übergaben rückgängig zu machen. Man wolle ein Non-Profit gründen, dessen Führung durch einen fairen Wahlprozess bestimmt werden sollte, das dann die Verwaltung von Gitea übernehmen würde. Die neu gegründete Firma könne gerne Support für das Projekt anbieten, es solle sich aber umbenennen, um eine Verwechslung mit dem Non-Profit zu vermeiden.

Keine Rolle rückwärts

Am 30. Oktober folgte dann die Absage auf den offenen Brief. Darin erklärte Lunny Xiao noch einmal ganz genau die Pläne der Firma und wie es mit dem Projekt weitergehen sollte. Unter anderem stellte er noch einmal klar, dass der Sourcecode ja weiterhin allen zur Verfügung stehe und auch weiterhin unter der MIT-Lizenz veröffentlicht werden würde. Gitea Limited werde nur anbieten, spezielle Versionen für spezifische Kunden bereitzustellen und – wann immer möglich – dafür entwickelte Features auch in das Hauptrepository einzupflegen. Außerdem wolle man weiterhin mit der Owners-Group zusammenarbeiten und diese auch weiterhin die Richtung des Open-Source-Projekts bestimmen lassen.

Das Versprechen findet die Community aber nicht gut genug. Erstens sind die aktuellen Mitglieder der Owners-Group die Gründer der Firma, weshalb das Mitspracherecht zumindest für den Rest des Jahres 2022 keinerlei Interessenkonflikt auslösen kann, zum anderen ist es eben nur ein Versprechen, das im Falle einer für die Firmengründer schlecht verlaufende Wahl der neuen Owners-Group für das Jahr 2022 nicht unbedingt Bestand haben muss, wie ein Kommentar aus der Community unter der Absage bereits befürchtet.

Wie das von der Gitea angekündigte neue Projekt heißen wird, steht noch nicht fest. Diesmal wolle man aber gleich ein Non-Profit mitgründen, um nicht die gleichen Fehler noch einmal zu machen. Denn Gitea war 2015 selbst aus einem anderen Projekt hervorgegangen – man spaltete sich von Gogs(öffnet im neuen Fenster) ab, weil das Projekt nur einen Maintainer hatte und mit diesem Nadelöhr Lunny Xiao die Weiterentwicklung zu langsam war.


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