Open Source Cloud: Openstack wächst offenbar massiv

Mit Blick auf die riesige Konkurrenz durch die Cloudangebote von Alibaba, Amazon, Google oder Microsoft ist die Open-Source-Software Openstack schon länger tot gesagt worden. Die dafür zuständige Openinfra-Foundation sieht aber ein massives Wachstum beim Einsatz der freien Software(öffnet im neuen Fenster) , was nicht nur mit Daten aus einer Umfragen belegt wird, sondern auch mit Zahlen einiger sehr großer Nutzer.
Als Grundlage zur Messung des Wachstums zieht die Foundation in der Auswertung die Zahl der CPU-Kerne heran, auf der die Openstack-Instanzen laufen. Dabei sei es wohl zwar weiterhin so, dass die Mehrheit der Einsatzszenarien mit 100 bis 10.000 Kernen verhältnismäßig klein sei. Vor allem der Einsatz in sehr großen Umgebungen wachse aber sehr stark. Das gelte insbesondere für Nutzer mit mehr als einer Millionen CPU-Kernen.
Als Beispiel nennt die Auswertung den in Japan gestarteten Instant-Messaging-Dienst Line mit 176 Millionen monatlich aktiven Nutzern. Deren Openstack-Cloud nutze inzwischen 4 Millionen Kerne – eine Steigerung um 150 Prozent im Vergleich zu 2021. Auch die Cloud des Unternehmens Workday habe ihre Größe auf 2,8 Millionen Kerne verdoppelt.
"Explosives" Wachstum
Als "explosiv" bezeichnet wird in der Ankündigung auch das Wachstum anderer Anbieter. Dazu gehört etwa die Cloud der Schwarz-Gruppe , zu der auch Lidl und Kaufland gehören, der zehn größten Telekommunikationsanbieter Europas, dem europäischen Hoster OVH sowie einem namentlich nicht genannten US-amerikanischen Videospielehersteller.
Openstack laufe derzeit außerdem in mehr als 300 Rechenzentren weltweit. Diese Zahl ist durchaus beachtlich, immerhin ist die Anzahl der Rechenzentren der eingangs genannten großen Cloud-Hyperscaler zusammen laut Synergy Research(öffnet im neuen Fenster) nur etwas mehr als doppelt so viel.
Als möglichen Grund für das Openstack-Wachstum beschreibt die Openinfra-Foundation vor allem lokale Compliance-Richtlinien. Dazu zählten etwa die DGSVO in Europa oder andere Gesetze zur digitalen Souveränität.



