Open Source: Bundeswehr testet Chat-App auf Basis von Matrix

Die Bundeswehr soll künftig einen eigenen verschlüsselten Messenger zur Kommunikation nutzen. Dafür wird derzeit der Einsatz des Open-Source-Projekts Matrix getestet. Die Verwaltung der Bundesregierung probiert aber auch andere Lösungen aus.

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Auch die Bundeswehr will künftig einen Kryptomessenger einsetzen.
Auch die Bundeswehr will künftig einen Kryptomessenger einsetzen. (Bild: Pexels)

Auf ihren Dienstsmartphones könnten Angehörige der Bundeswehr künftig möglicherweise die Open-Source-Software Matrix mit dem dazugehörigen Client Riot als Kryptomessenger verwenden. Das geht aus einer Antwort von Peter Tauber (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, auf eine schriftliche Anfrage der netzpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Anke Domscheit-Berg, hervor. Die Antwort liegt Golem.de vor. Zuerst hatte Heise Online darüber berichtet.

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Demnach soll der Messenger auf Basis der Open-Source-Software aber nicht nur für die tägliche Kommunikation genutzt werden. Das Verteidigungsministerium plant vielmehr, den Messenger auch zum Austausch von Dateien zu verwenden, die als "Verschlusssache - nur für den Dienstgebrauch" eingestuft sind. Das Pilotprojekt läuft unter dem Namen BwMessenger.

Die Kombination aus Matrix und dessen Client Riot dient in der Verwaltung Frankreichs als Grundlage für deren Arbeiten an einer verschlüsselten Whatsapp-Alternative. Die Behörden in Frankreich arbeiteten dazu eng mit den Entwicklern der Matrix-Community zusammen. Auch in den aktuellen Tests der Bundeswehr ist das Matrix-Team um den Entwickler Matthew Hodgson offenbar involviert. Immerhin zeigt sich das Matrix-Team auf Twitter erfreut darüber, dass das "nun öffentlich" sei. Die Schweiz setzt außerdem auf den Messenger Threema, der dort auch für den Austausch von vertraulichen Dateien zugelassen ist.

Anders als im zentral regierten Frankreich, wo das Matrix-System für alle Behörden eingesetzt werden soll, herrscht in der Verwaltung deutscher Behörden derzeit noch große Uneinigkeit darüber, welche Messengersysteme künftig genutzt werden sollen. So wird in Niedersachsen auf einen Kryptomessenger auf Basis von Stashcat gesetzt, bei der Bundespolizei hingegen wird derzeit der offene XMPP-Standard in einem Pilotprojekt getestet. Laut seiner Antwort probiert das Bundeskanzleramt außerdem die Open-Source-Software Wire aus. In der Antwort auf die Frage heißt es jedoch: "Der BwMessenger hat nach derzeitiger Einschätzung nicht nur das Potenzial für einen flächendeckenden Einsatz in der Bundeswehr, sondern auch das Entwicklungspotential für eine ressortübergreifenden Lösung", und weiter: "Gemeinsames Ziel der Bundesregierung ist die sichere, ressortübergreifende Nutzung von Messenger-Diensten." Die laufenden Pilotprojekte sollen also evaluiert werden und die Behörden sich dann bestenfalls für eine einheitliche Lösung entscheiden.

Nachtrag vom 27. Dezember 2019, 16:25 Uhr

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