Open-Source-Audioeditor: Audacity erhält großes Update
Das quelloffene Audioprogramm Audacity hat mit der Version 4.0.0 eine umfassende optische Neugestaltung erfahren. Wie aus den Release Notes(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, bleiben bestehende Projekte und gewohnte Tastenkombinationen beim Update erhalten, was den Übergang für langjährige Nutzer so reibungslos wie möglich gestalten soll.
Neben dem neuen Design bringt das Update zahlreiche praktische Funktionen zur Audiobearbeitung mit sich. Clips können nun übereinander geschoben werden (wobei der überlappte Teil ersetzt wird), mehrere Clips lassen sich gleichzeitig auswählen und diese können für gemeinsame Verschiebungen gruppiert werden.
Zudem behält die Software das zerstörungsfreie Zuschneiden bei, führt ein dediziertes Trennwerkzeug ein und bietet Lautstärkenhüllkurven für Anpassungen und Überblendungen ohne Beeinträchtigung der Originalaufnahme. Auch die integrierten Effekte wurden visuell überarbeitet.
Audacity wird nicht zur Digital Audio Workstation
Nachdem das Interface des kostenlosen Programms jahrzehntelang im Design der frühen 2000er Jahre feststeckte, wurde die Benutzeroberfläche komplett auf Qt-Basis neu aufgebaut. Zu den optischen Neuerungen gehören ein neuer Startbildschirm für aktuelle Projekte sowie anpassbare Arbeitsbereiche, die den Arbeitsablauf im Vergleich zu früheren Versionen deutlich moderner gestalten.
Die Entwickler betonen, dass diese technische Überarbeitung das Fundament für zukünftige Optimierungen lege und der Fokus auf der Benutzerfreundlichkeit liege. Projekte aus Audacity 3 können in Version 4 geöffnet werden und das vertraute Layout von Spuren und Zeitachse wurde beibehalten.
Audacity 4 bleibt auch weiterhin quelloffen und komplett kostenlos. Die Entwicklung war zunächst von Diskussionen begleitet, da ein früher Alpha-Entwurf in der Audio-Community wegen der Befürchtung kritisiert wurde, Audacity werde in eine vollwertige Digital Audio Workstation (DAW) umgewandelt.
Martin Keary, ehemaliger Produktleiter und maßgeblich an der Entwicklung beteiligt, verteidigte den Entwurf in einem Video. Jack Sutton, Kommunikationschef bei Muse, dem Unternehmen, das Audacity im Jahr 2021 übernommen hatte, stellte klar, dass typische DAW-Funktionen wie virtuelle Instrumente und Midi-Unterstützung in Audacity 4 nicht enthalten sind.
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