Open Source: Audacity soll neue Lizenz und CLA bekommen

Nach dem Streit über die Telemetrie-Nutzung planen die neuen Eigner von Audacity nun offenbar proprietäre Ableitungen und Cloud-Dienste.

Artikel veröffentlicht am ,
Mit Audacity lassen sich Audioaufnahmen selbst bearbeiten.
Mit Audacity lassen sich Audioaufnahmen selbst bearbeiten. (Bild: Pixabay)

Die neuen Eigner des freien Audio-Editors Audacity, die Muse Group, plant einen Lizenzwechsel der Codebasis und strebt die Umsetzung eines sogenannten Contributers License Agreements (CLAs) an. Das geht aus einem entsprechende Beitrag im Github-Repository des Projekts hervor.

Stellenmarkt
  1. Informatiker/in, Informationstechniker/in, Elektrotechniker/in (w/m/d)
    DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen bei München
  2. IT Systemadministrator / Junior Projektleitung (m/w/d)
    DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG, Erlensee
Detailsuche

Die Beteiligten planen demnach statt der bisher genutzten GPLv2 künftig die GPLv3 zu verwenden. Mit der Einführung eines CLA gehen die Rechte an Codebeiträgen zu dem Open-Source-Code des Projekts weitgehend an die Muse Group. Dies solle dazu dienen, dass der Hersteller die Lizenz des Codes eigenständig ändern kann und auch eine Dual-Lizenzierung umsetzen kann, wie es in dem Beitrag heißt.

Als eigentliche Begründung für das CLA verweisen die Beteiligten darauf, Audacity in Apples App Store bereitstellen zu können, in dem Software unter der GPLv3 im Grunde nicht legal vertrieben werden kann, da sich die Bedingungen des App Store sowie der GPLv3 gegenseitig ausschließen. Mit letzterem Problem haben auch viele weitere Open-Source-Projekte zu kämpfen, weshalb etwa das Videolan-Projekt oder auch das Nextcloud-Team auf zusätzliche Klauseln zu den freien Lizenzen setzen.

CLA ermöglicht proprietäre Versionen

Insbesondere das Vorgehen von Nextcloud wird nun in der Diskussion um das CLA als Beispiel dafür angebracht, dass die von den neuen Audacity-Eignern vorgebrachte Begründung nur vorgeschoben sei. So wirft etwa der Linux-Entwickler Hector Martin den neuen Eignern vor, proprietäre Mobil-Versionen von Audacity zu planen, was der eigentliche Grund für die Einführung eines CLA sei.

Golem Akademie
  1. Python kompakt - Einführung für Softwareentwickler
    28.-29. Oktober 2021, online
  2. OpenShift Installation & Administration
    9.-11. August 2021, online
  3. Terraform mit AWS
    14./15. September 2021, online
Weitere IT-Trainings

Immerhin, so Martin, sei der Hersteller genau so zuvor schon auch mit der ebenfalls freien Software Muse Score verfahren, die die Muse Group vor längerer Zeit übernommen hat. Auch sei die Integration der geplanten proprietären Cloud-Dienste mit der derzeit von Audacity genutzten GPLv2 jederzeit möglich, so Martin.

Tolle Technik-Deals und viele weitere Schnäppchen

Die neuen Audacity-Eigner bekräftigen zwar, dass der Kern von Audacity Open Source bleiben soll, aber auch das hält Martin nur für vorgeschoben. Denn sollte der Audacity-Code komplett proprietär werden, würde es wohl direkt zu einem Open-Source-Fork des bestehende Codes kommen, vermutet der Entwickler, der derzeit an dem Linux-Port auf Apples M1-CPUs arbeitet.

Eine endgültige Entscheidung zu dem Lizenzwechsel und dem neuen CLA für Audacity ist derweil noch nicht getroffen. So schreibt der neue Audacity-Betreuer Martin Keary alias Tantacrul, dass er den Vorschlag eher als Diskussionsgrundlage sehe und derzeit noch Reaktionen abwarte. Bei der Diskussion um die Einführung einer Telemetrie-Funktion sind die Audacity-Eigner zumindest nach wenigen Tagen auf die Community zugegangen und haben ihre ursprüngliche Idee nicht umgesetzt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
DSGVO
Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe

Die Strafe gegen Amazon ist die wohl größte jemals von einer europäischen Datenschutzbehörde verhängte Summe. Die Kläger freuen sich.

DSGVO: Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe
Artikel
  1. Blue Origin: Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt
    Blue Origin
    Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt

    Damit Blue Origin doch noch den Auftrag für eine Mondlandefähre bekommt, hat Jeff Bezos Geld geboten und sich offiziell beschwert. Es half nichts.

  2. Black Widow: Scarlett Johansson verklagt Disney
    Black Widow
    Scarlett Johansson verklagt Disney

    Scarlett Johansson hat wegen des Veröffentlichungsmodells von Black Widow Klage eingereicht. Disney nennt das Verhalten "herzlos".

  3. VW ID.4 im Test: Schön brav
    VW ID.4 im Test
    Schön brav

    Eine Rakete ist der ID.4 nicht. Dafür bietet das neue E-Auto von VW viel Platz, hält Spur und Geschwindigkeit - und einmal geht es sogar sportlich in die Kurve.
    Ein Test von Werner Pluta

Tiles 31. Mai 2021 / Themenstart

Weil die Lizenz GPL 3 sich mit der Apple Store Lizenz beisst. Da gibt es einen...

Tiles 31. Mai 2021 / Themenstart

So einfach wechselt es sich eben nicht von GPL weg. Das dürfte schon hart genug sein das...

Tiles 31. Mai 2021 / Themenstart

Erst mal, FL Studio ist eine DAW. Und Audacity ist ein Wave Editor. Das sind zwei paar...

Kommentieren



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Viewsonic XG270QG (WQHD, 165 Hz) 549,99€ • Mega-Marken-Sparen bei MediaMarkt (u. a. Razer) • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Gigabyte X570 AORUS Master 278,98€ + 30€ Cashback • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • MMOGA (u. a. Fallout 4 GOTY 9,99€) [Werbung]
    •  /