Open Source: Angriff von zwei Seiten

Angeblich schlecht für kommerzielle Anbieter, andererseits aber auch nicht ethisch genug: An der Jahrzehnte alten Definition, was Open Source ist und was es sein soll, wird die Kritik immer lauter. Der Streit in der Community wird zur Belastungsprobe.

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Der Kampf um die Deutungshoheit bei Open Source Software ist im Gange
Der Kampf um die Deutungshoheit bei Open Source Software ist im Gange (Bild: Pixabay)

Eigentlich ist seit mehreren Jahrzehnten klar, was Open Source ist, dafür sorgt die Definition der Open Source Initiative (OSI). Ähnliche ältere Definitionen stammen von der FSF oder dem Debian-Projekt mit seinen Free Software Guidelines. In der modernen IT-Welt aus Risikokapital und Cloud-Computing einerseits und der Digitalisierung von Staat, Straf- und Vollzugsbehörden anderseits ist eben diese Definition für viele Beteiligte aber nicht mehr hilfreich, ja sogar schädlich.

Inhalt:
  1. Open Source: Angriff von zwei Seiten
  2. Risikokapital als Negativ-Beispiel
  3. Ethisch statt offen

Die Idee, die die Technikwelt wie kaum eine andere veränderte, droht damit von zwei Seiten aufgerieben zu werden. Das führt zu Streit, der in der Öffentlichkeit ausgetragen wird, etwa auf Twitter oder im direkten persönlichen Austausch auf Konferenzen. Dabei bleiben viele Fragen offen und für die zutage tretenden Probleme gibt es bisher kaum Lösungen.

Lizenzen gegen den Cloud-Ausverkauf

Den Anfang nahm dieser Prozess vor rund eineinhalb Jahren mit einer Reihe von erfolgreichen und bekannten Open-Source-Projekten, deren Entwicklungsfirmen zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Deren damaliges Geschäftsmodell, etwa aus Support- und Enterprise-Dienstleistungen, ist durch das Angebot der Open-Source-Software in Cloud-Computing-Umgebungen großer Hersteller wie Amazon, Microsoft oder Google bedroht.

Zum einen sind die genannten Cloud-Anbieter mit ihren riesigen Entwicklungsabteilungen groß genug, um Softwarepakete im Sinne ihrer Kunden selbst zu pflegen. Zum anderen werden die Cloud-Anbieter genau dafür von ihren Kunden bezahlt. Endkunden bezahlen dann aber nur noch ihren Cloud-Anbieter und nicht mehr wie früher zu Zeiten des eigenen Hostings die Anbieter der Software selbst.

Als Reaktion auf diese offenbar immer gravierender werdende Entwicklung haben die Firmen hinter Projekten wie Redis oder MongoDB ihre Lizenz gewechselt. Diese neuartigen Lizenzen haben wohl vor allem das Ziel, den Betrieb der Software in Cloud-Umgebungen auch dann zu ermöglichen, wenn dafür bei dem Hersteller direkt bezahlt wird. Der Hersteller der Monitoring-Lösung zum Auffinden von Bugs oder Abstürzen, Sentry, beschreibt seine Relizenzierung klar mit dem Ziel: "Schutz vor anderen Firmen, die unsere Arbeit verkaufen".

Kritiker der genannten Unternehmen und vor allem langjährige Enthusiasten und Unterstützer der Open-Source-Community sehen als Grund für die Probleme aber eher völlig falsche Geschäftsentscheidungen, nicht jedoch ein prinzipielles Problem mit Open Source.

Schuld ist ein falsches Geschäftsmodell

Auf der vergangenen Fosdem-Konferenz in Brüssel bezeichneten die drei langjährigen Unterstützer der OSI Michael Cheng (Facebook), Max Sills (Google) und Chris Aniszczyk (Linux Foundation) diese Vorgänge jedoch als einen Angriff auf Open Source, der sowohl direkt als auch indirekt erfolge.

So würden etwa direkt Organisationen wie die OSI angegriffen, die die Open-Source-Definition pflegt. Demzufolge sei schlicht die OSI mit ihrer Auffassung dessen, was Open Source sei und was nicht, aber vor allem auch durch ihre fehlende Führungsrolle in der Industrie Schuld an dem beschrieben Problem mit den Cloudprovidern.

Hinzu kommt aus Sicht der drei Vortragenden aber auch, dass die Firmen trotz ihrer Wechsel hin zu einer im Grunde proprietären Lizenz ihre Software weiterhin als frei oder offen bezeichnen. Immerhin könne der Code weiterhin eingesehen und modifiziert werden, sagen sie. Ebenso sei ein Hosting zu eigenen Zwecke erlaubt. Im vergangenen Jahr wurde sogar erstmals eine Konferenz zu dem Thema ausgerichtet. Dieser Open Core Summit wurde als Zusammenkunft für sogenannte Commercial Open Source Software bezeichnet. Die genannten OSI-Aktivisten sind sich dabei jedoch einig, dass derartige Begrifflichkeiten eher zu einer Verwässerung der Idee Open Source beitragen. Sie nennen dies gar "irreführendes Marketing".

Als Grundproblem dieser Entwicklung analysierten die drei in ihrem Vortrag das Open-Core-Geschäftsmodell der betroffenen Unternehmen.

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Risikokapital als Negativ-Beispiel 
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Keep The Focus 24. Feb 2020

Die Restriktion hast du soeben genannt. Ich darf sie nur für MICH so anpassen. Wenn ich...

Omnibrain 23. Feb 2020

Was Du beschreibst ist weder sozial, noch sozialistisch, noch Das stimmt nicht. Das ist...

Semmel_Of_Nine 21. Feb 2020

@ashahaghdsa Ein perfektes Zitat, dass die ganze wichtigtuerische Diskussion treffend...



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