Risikokapital als Negativ-Beispiel

Demnach sind die Firmen hauptsächlich von Risikokapitalgebern abhängig und oft auch überbewertet. Die Kapitalgeber erwarten aber bei den Open-Source-Firmen die gleiche Rendite wie bei anderen Unternehmen auch, insbesondere weil die erstellte Software ja gerade in den Cloud-Umgebungen so beliebt ist und sehr oft eingesetzt wird.

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Vor allem die vergangenen zwei bis drei Jahre haben die Probleme dieser Erwartungshaltung demonstriert. Eindrucksvolles Beispiel ist das geradezu schon chronische Straucheln des Docker-Unternehmens, das mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar bewertet wurde und über 250 Millionen US-Dollar Kapital einsammeln konnte. Allem Anschein nach wurde es wohl für deutlich weniger verkauft.

Aus seiner persönlicher Erfahrung heraus versucht dies auch der Owncloud- und Nextcloud-Projektgründer Frank Karlitschek zu bestätigen. Ebenfalls auf der Fosdem-Konferenz referierte der Entwickler darüber, dass die nun von Nextcloud gewählte AGPL gut für das Geschäft sei. Das von Karlitschek mitgegründete Owncloud-Unternehmen habe dagegen ein Open-Core-Geschäftsmodell verfolgt und sei von Risikokapital abhängig gewesen, sagte Karlitschek.

Das habe jedoch zu einer großen Unzufriedenheit von externen Beitragenden geführt. Auch die eigenen Angestellten seien darüber verwundert gewesen, dass sie plötzlich proprietäre Erweiterungen für ein Open-Source-Unternehmen erstellen. Ebenso seien die Kunden über das dann damit verbundene Vendor-Lock-In unglücklich gewesen, was ja eben bei der Nutzung von Open-Source-Software gerade vermieden werden sollte.

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Als Lösung dazu präsentiert Karlitschek eben den Owncloud-Fork Nextcloud, dessen Software vollständig unter der Open-Source-Lizenz AGPL steht, die auch die Weitergabe des Codes beim Cloud-Hosting vorschreibt. Das Geschäftsmodell beschränkt sich ausschließlich auf Supportverträge.

Wie Nextcloud damit umgehen würde, wenn zum Beispiel Amazon die Software plötzlich mit eigener Pflege seinen Cloud-Kunden anbieten würde, kann Karlitschek auf Nachfrage aber auch nicht sagen. Er schlägt vor, hier etwa mit Trademark-Lizenzen zu agieren. Die drei OSI-Aktivisten fordern hingegen eine staatliche Regulierung zu dem Begriff Open Source, damit die Unternehmen diesen nicht mehr verwässern können.

Das Problem mit dem Geschäftsmodell wird dies wohl aber nicht lösen können, so dass diese Diskussionen die Community wohl noch länger begleiten werden. Darüber hinaus steht die Open-Source-Gemeinschaft derzeit aber auch unabhängig von finanziellen Interessen in der Kritik - und zwar aus ethischen Gesichtspunkten.

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 Open Source: Angriff von zwei SeitenEthisch statt offen 
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Keep The Focus 24. Feb 2020

Die Restriktion hast du soeben genannt. Ich darf sie nur für MICH so anpassen. Wenn ich...

Omnibrain 23. Feb 2020

Was Du beschreibst ist weder sozial, noch sozialistisch, noch Das stimmt nicht. Das ist...

Semmel_Of_Nine 21. Feb 2020

@ashahaghdsa Ein perfektes Zitat, dass die ganze wichtigtuerische Diskussion treffend...



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