Open-RAN: Vodafone und Intel wollen eigene Chips entwickeln
Vodafone arbeitet mit Intel und anderen Anbietern zusammen, um eine eigene Chiparchitektur für Open-RAN-Mobilfunk zu entwickeln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Santiago Tenorio, Director Network Architecture bei Vodafone. Das Projekt ist F&E-Zentrum von Intel im südspanischen Málaga angesiedelt.
"Es wird disruptive Innovationen zurück ins Netzwerk bringen" , sagte Tenorio. Das F&E-Zentrum – das erste, das sich der Weiterentwicklung der Open-RAN-Chiparchitektur widmet – wird 50 Open-RAN-Experten und 650 Software-Entwickler zusammenbringen, in die Vodafone über fünf Jahre 225 Millionen Euro (251 Millionen US-Dollar) investiert. Es öffnet am 31. Januar 2022.
Tenorio sagte, Vodafone werde Chips für ARM- und RISC-V-Befehlssätze sowie Intel x86 entwickeln, obwohl Intel den Konkurrenten um bis zu drei Jahre voraus sei und bereits eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Open-RAN gespielt habe. Weitere Teilnehmer an dem Projekt sind Qualcomm, Broadcom, ARM und Lime Microsystems. Die Hälfte der Beteiligten komme aus Europa, betonte Tenorio.
Bedeuted Open RAN bestehende Technik noch einmal zu entwickeln?
Die Netzbetreiber setzen die Open-RAN-Technik ein, um die Macht der Großanbieter wie Ericsson, Huawei oder Nokia zu brechen. Open RAN ist eigentlich nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik und bedeutet eine Kombination aus Cloud, virtualisierten Netzwerkelementen, White-Box-Hardware, Software zur Integration und standardisierten Schnittstellen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips der Ausrüster und die entsprechende Software musste bisher verzichtet werden. Tatsächlich ist Open RAN fast komplett von den USA dominiert. Open RAN ist zudem Hardware-abhängig von Intel, deren x86-Technik fast allen Servern zugrundeliegt. Außerdem setzen alle Open-RAN-Systeme auf die Cloud von US-Anbietern wie Amazon Web Services, die Google Cloud Platform oder Microsoft Azure. Rakuten aus Japan ist der führende Automatisierer oder Integrator in der Branche.
Die Idee von Open RAN ist, Standardhardware und eben keine Spezialentwicklungen zu nutzen, weil das die Kosten reduzieren soll. Nun werden mit den US-Chipherstellern spezielle Open-RAN-Chips designt. Da diese Spezialchips von den Mobilfunkausrüstern bereits existieren und seit langem eingesetzt werden, wird nun mit Open RAN versucht, die bestehende Technik neu zu erfinden.
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