Open RAN: USA wollen auch Nokia und Ericsson aus dem Markt drängen

Die US-Strategie bei der Mobilfunk-Ausrüstung wird langsam deutlich. Es sollen alle ausländischen Anbieter ausgeschaltet werden. Ericsson und Nokia über Open RAN made in USA, Huawei durch Verbot und Kriminalisierung,

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Richtfunktechnik eines Mitglieds der Rural Wireless Association
Richtfunktechnik eines Mitglieds der Rural Wireless Association (Bild: Rural Wireless Association)

Nokia hat den US-Kongress aufgefordert, eine vorgeschlagene Gesetzgebung zu ändern, nach der Netzbetreiber Open-RAN-Ausrüstung verwenden müssten. Die Technologie sei noch nicht ausgereift, erklärte Michael Murphy, Chief Technology Officer von Nokia Americas, in dieser Woche laut Berichten von MobileWorldLive und Light Reading bei einer Anhörung vor dem US-Senat. Murphy verwies auf einen im Januar eingeführten Gesetzentwurf zur Einrichtung eines 750-Millionen-Dollar-Fonds zur Unterstützung der Open-RAN-Forschung und -Entwicklung.

Das Gesetz würde die Betreiber zwingen, sich innerhalb von sieben Jahren zum Übergang zu O-RAN zu verpflichten, wenn sie eine Erstattung der Kosten für den Austausch von Ausrüstung von Huawei erhalten möchten, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft wurde.

Murphy sprach sich bei der Anhörung gegen die Regelung aus und argumentierte, dass es an Produkten mangele, die den Spezifikationen der ORAN Alliance vollständig entsprächen. Es sei vielleicht nicht vernünftig, einigen der Unternehmen, "die am wenigsten zum Early Adopter fähig" seien, solche Anforderung aufzuerlegen, statt einen "technologieneutralen" Ansatz zu wählen. "In der Realität sind vollständig konforme offene Schnittstellen, wie sie von der ORAN Alliance festgelegt wurden, noch nirgendwo auf der Welt bereitgestellt worden", sagte Murphy.

Der Open-RAN-Anbieter Mavenir ist anderer Meinung: "Die Einführung von Open RAN wird in den USA die duopolistische Situation aufbrechen, die sich aus der massiven Konsolidierung unter den Anbietern ergibt. Diese Konsolidierung hat dazu geführt, dass Ericsson und Nokia den Löwenanteil der in den USA bereitgestellten Mobilfunkinfrastruktur kontrollieren", erklärte Mavenir in aktuellen Eingaben an die FCC (Federal Communications Commission). Durch die Forderung von Open-RAN-Schnittstellen werde die Entwicklung von mehr technischer Innovation, des Preiswettbewerbs sowie neuer Service- und Geschäftsmodelle ermöglicht und den ländlichen Mobilfunknetzbetreibern eine Senkung der Kapital- und Betriebskosten gewährt.

Praktisch alle Open-RAN-Anbieter stammen aus den USA, wo Huawei von der Trump-Regierung ausgeschlossen wurde. Ein US-Regierungsvertreter schlug sogar vor, die europäischen Ausrüster Nokia und Ericsson zu kaufen. Die Vorgaben für Open RAN in den USA schwächen dagegen Nokia und Ericsson, deren Geschäft auf propritärer Hardware und auch Software beruht, auf dem US-Markt erheblich.

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