Open-RAN: Telefonica will billigen Mobilfunkausbau auf dem Land

Telefonica will mit Open RAN schneller und billiger auf dem Lande ausbauen und Europa souveräner machen. Doch auf Nachfrage schrumpft die Vision zusammen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Open RAN der Telefonica
Open RAN der Telefonica (Bild: Telefonica/Rolf Otzipka)

Telefónica Germany erwartet von Open RAN einen schnelleren und billigeren Mobilfunkausbau auf dem Land. Das sagte Vorständin Valentina Daiber auf der Online-Veranstaltung 5Gmasters des Branchenverbands VATM am 26. Februar 2021. Der Einsatz von Open RAN sei wegen des Kostendrucks durch die 5G-Auktion für Telefónica sehr wichtig, erklärte Daiber, ohne jedoch konkrete Zahlen zu Einsparungen zu nennen.

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Auch technisch gibt es noch erhebliche Herausforderungen zu bewältigen. "Der Energieverbrauch wird steigen, Open RAN kann mit hochintegrierter Technik nicht mithalten", räumte Slawomir Stanczak, Head of Wireless Communications and Networks Department beim Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI), ein. Auch bei dem Thema Performance sei "Open RAN noch unterlegen".

Open RAN werde nur eine der Optionen sein, sagte Stanczak zu der Technik, die Hardware und Software entkoppeln und Funktionen wo immer möglich in die Cloud verlegen will. "Auch lassen sich die unten Schichten nicht so gut virtualisieren wie erwartet", erklärte Stanczak. Damit sind Layer 1 und 2 gemeint, also die physikalische Schicht und die Sicherungsschicht nach dem OSI-7-Schichtenmodell. Auch wer die Integration der verschiedenen Komponenten machen werde, sei "noch nicht geklärt", sagte er.

Open RAN und 5G: Noch in Arbeit

"Wir sind dabei, Open RAN im Livebetrieb einzusetzen", erklärte Jochen Bockfeld, Director Technology - Common Services bei Telefónica Germany. Bisher ist mit Open RAN erst LTE möglich, der 4G-Mobilfunkstandard ist aber bereits seit Ende 2009 praktisch im Einsatz. 5G können die Open-RAN-Stationen noch nicht. "Im Wesentlichen ist es 4G-Technologie, 5G entsteht gerade", sagte Bockfeld.

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Open RAN sei auch sehr bedeutend für "die europäische Souveränität" bei der Mobilfunkausrüstung, erklärte Valentina Daiber vom Telefónica-Vorstand. Doch welche Services mit Open RAN wirklich besser für die Kunden auf dem Land werden und wo europäische Firmen dabei genutzt werden, konnte Bockfeld Golem.de nur eingeschränkt beantworten. "Open RAN ist auf dem Land ein Enabler, wegen der Kosteneffizienz", sagte Bockfeld.

Die europäischen Unternehmen im Umfeld von Open RAN sind laut Bockfeld Nokia und Ericsson, "es gibt sehr wenige europäische Anbieter, die das Thema vorantreiben". Daher hoffe er auf Ausgründungen der Universitäten.

Doch Nokia und Ericsson sind traditionelle RAN-Anbieter. Ericsson agiert aber eher klug zurückhaltend beim Thema Open RAN und hat sich vergangenes Jahr in einem Beitrag sehr deutlich gegen eine regulatorische Privilegierung von Open RAN ausgesprochen.

Bockfeld nannte mit Altiostar den wichtigsten Partner von Telefónica bei Open RAN, in den der spanische Konzern auch Geld investiert hat. Doch Altiostar ist wie fast alle anderen Open-RAN-Anbieter ein US-Unternehmen, was nicht als Stärkung der europäischen Souveränität angeführt werden kann.

Einsparpotenzial beim Mobilfunkausbau im ländlichen Ausbau biete dagegen aktives RAN-Sharing, was nicht genutzt werde, aber sofort bedient werden könne, sagte ein Diskussionsteilnehmer Golem.de am Rande der Veranstaltung.

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