Open RAN: Alle 1&1-Mobilfunkkunden kommen ins neue Netz
Erstmals legt 1&1 United Internet ausführlich offen, wie sein eigenes Mobilfunknetz aussehen soll und warum es komplett anders sein wird.
1&1 will seine über 10,8 Millionen Mobilfunkkunden in das künftige eigene Netz überführen. Das erklärte Michael Martin, Chef von Drillisch Netz 1&1 Telecommunication, am 27. Oktober 2021 während der 5GMasters-Veranstaltung der Branchenorganisation VATM. Dabei will der neue Netzbetreiber aber nichts überstürzen.
"Erst wenn wir eine relevante Zahl an Sites überschreiten, werden die Kunden migriert. Erst müssen wir eine zusammenhängende Coverage aufbauen, dann können wir die Kunden von Telefónica migrieren", sagte Martin.
Laut den gültigen Vorgaben der Bundesnetzagentur muss 1&1 im 3,6-GHz-Frequenzbereich bis Ende 2025 mindestens 25 Prozent der Haushalte mit 5G versorgen, das sind in jedem Fall mehrere Tausend Standorte. 1.000 Standorte müssen aber bereits bis Ende des Jahres 2022 in Betrieb sein, je Bundesland proportional umgelegt.
"Wir wollen deutlich schneller werden, als die Auflagen es vorschreiben", betonte Martin. "Und die Kunden bringen wir bereits mit." 1&1 Drillisch hatte bei der 5G-Frequenzauktion der Bundesnetzagentur Frequenzblöcke für 1,07 Milliarden Euro ersteigert. Drillisch erhielt 2 x 10 MHz bei 2 GHz und 50 MHz im Bereich 3,6 GHz.
1&1 sprach mit ZTE, Ericsson und Nokia
Dabei hat 1&1 erst einmal nur vor, Makroantennen zu errichten. "Eine Small-Cell-Strategie müssen wir uns erst zurechtlegen", gab Martin, der zuvor für Sunrise in der Schweiz gearbeitet hat, auf Nachfrage zu. Sunrise arbeitet sehr eng mit dem Ausrüster Huawei zusammen.
1&1 wird sein Mobilfunknetz von dem japanischen Open-RAN-Netzbetreiber Rakuten aufbauen lassen. Rakuten ist Generalunternehmer für das 1&1-Mobilfunknetz. Martin sagte: "Wir haben zuvor Gespräche mit den herkömmlichen Vendoren geführt, mit ZTE, Nokia und Ericsson." Rakuten habe die Verantwortung für den kompletten Aufbau und die Planung. Fronthaul, Midhaul, Backhaul werden über die Schwestergesellschaft 1&1 Versatel realisiert.
Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, einfache Standard-Hardware und standardisierte Schnittstellen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips und Software der etablierten Netzausrüster muss damit verzichtet werden.
Martin betonte, dass die Netzwerkfunktionen auf Standardhardware laufen. "Das ist ein neuer Ansatz den es so in Europa in der Größe noch nicht gibt." Zugleich plane man keine einfache Wiederholung des Netze von Rakuten in Japan. "Wir bauen Rakuten 2.0 in Deutschland und wollen deren Fehler nicht wiederholen", sagte Martin.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed










Ja, der Name ist eigentlich mittlerweile nicht mehr zutreffend. Er war aber, spätestens...
1&1 hat 20% der Netzkapazität von Telefonica bekommen, als Auflage dass letztere den...