Open RAN: 1&1-Mobilfunkchef plädiert für Wettbewerb bei Ausrüstern
Michael Martin, Chief Executive Officer von 1&1 Mobilfunk, hat vor einer Einengung des Ausrüstermarktes für Mobilfunknetze gewarnt. Man solle den "Markt nicht von vier auf zwei einengen", sagte er(öffnet im neuen Fenster) am 20. Mai 2026 auf der Kongressmesse Anga Com in Köln. Der größte Fehler, den man bei der Schaffung der digitalen Souveränität Europas machen könne, sei "Wettbewerb nicht zuzulassen".
Wenn man den "Herstellermarkt einengt, und denkt, es wird besser, ist das ein Trugschluss. Wettbewerb muss da sein, ohne das ich mich hier geopolitisch äußern will", betonte er.
1&1 habe sein Mobilfunknetz erst vor wenigen Jahren architektonisch neu denken können, sagte Martin. "Wir konnten uns auf die letzten Entwicklungen einstellen, wir konnten eigentlich alles momentan Verfügbare der letzten Standardtechnik mitdenken."
Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, White-Box-Hardware, Integrationssoftware und standardisierte Schnittstellen von vielen verschiedenen Partnern. Man sei mit Open RAN sehr modular aufgebaut. Module könnten "vergleichbar einfach ausgetauscht werden. Das heißt, wenn es eine neue Bedrohungslage durch Supply-Chain-Risiken gibt, oder auch geopolitische Themen, dann können wir darauf reagieren".
Huawei: Durch Open RAN hat Deutschland einen vierten Player
Huawei Vice President Ingobert Veith erklärte: "Und wenn man jetzt die deutsche Situation nimmt, , wir haben sozusagen einen vierten Player, da ist eine Menge Wettbewerb, und der Betreiber hat die Wahl. Das ist ja aus meiner Sicht sehr gut."
Zu den US-Sanktionen gegen das Unternehmen erklärte Veith, es werde schwierig, wenn "unter dem Deckmantel der Sicherheitspolitik Geo- oder Wirtschaftspolitik gemacht" werde. Der Ausschluss von Huawei in Großbritannien habe auf dem Ausrüstermarkt dazu geführt, dass es dort nur noch zwei europäische Anbieter gegeben habe. "Das hatte Auswirkungen auf die Preisstruktur, auf die Wettbewerbssituation (…) und letztendlich dann auch für den Konsumenten.", sagte Veith. So etwas müsse hierzulande vermieden werden.
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