Offener Konkurrenzkampf zu RISC-V

Schon zur Ankündigung, dass die Power-ISA künftig offengelegt wird, haben viele - auch Golem.de - direkte Vergleiche zu RISC-V gezogen. Dabei handelt es sich um die derzeit wohl bekannteste offene Befehlssatzarchitektur, die in nur wenigen Jahren ein klarer Erfolg geworden ist. Vor wenigen Monaten haben wir RISC-V sogar prophezeit, dass es sich durchsetzen wird.

Das liegt unter anderem an den vielen verschiedenen Einsatzbereichen für CPUs außerhalb des klassischen Consumer- und Servermarkts und dem vergleichsweise einfachen Aufbau aus Basis-Instruktionen sowie Erweiterungen - notfalls auch eigener.

Doch interessanterweise bietet die Power-ISA all das bereits, und zwar seit Jahrzehnten. Wie erwähnt sind die derzeit noch typischen Power8- und Power9-CPUs von IBM zwar klassische hochgezüchtete Serverchips. Doch ebenso gab es bereits schon vor Jahren Power-SoCs für Netzwerk- oder Storage-Geräte sowie auch kleinere Varianten für den Embedded-Bereich wie jene von Freescale.

Konkurrenz für RISC-V schnell möglich

Letzteres ist eine Domäne, in die RISC-V abseits von Microcontrollern gerade erst anfängt vorzudringen, vor allem dank der Designs von Sifive. Doch möglicherweise sorgt die Offenlegung von Power nun für eine Neuauflage von früher bereits verkauften Chips und Designs.

Diese könnten sogar von IBM selbst stammen, wie uns Mendy Furmanek auf dem vergangenen Open Power Summit bestätigt hat. Furmanek leitet bei IBM die Abteilung für das Open Power Processor Enablement und ist Vorsitzende der Open Power Foundation. Demnach überlegt IBM, das Design für den PowerPC 405 offenzulegen.

Das kleine Embedded-SoC wurde zwar bereits vor mehr als 20 Jahren erstmals veröffentlicht, aber auch danach immer wieder genutzt. Ein darauf aufbauendes SoC von Applied Micro etwa kostete bei der Einführung im Jahr 2010 weniger als 10 US-Dollar und hatte auch nur eine typische Leistungsaufnahme von etwa 1 Watt im Betrieb. IBM selbst nutzt den PowerPC 405 zur Energie- und Temperaturregelung in seinen Power8-Chips.

Das sind nur einige wenige Beispiele, die recht deutlich zeigen, dass die Power-ISA allein auf Grund ihres Alters - oder besser ihrer langen Entwicklungszeit - Chips für viele verschiedene Hardwarekategorien hervorgebracht hat.

Das sollte eigentlich Kapital genug sein, um sich ähnlich wie RISC-V künftig als offene Architektur dauerhaft in der IT-Landschaft festzusetzen. Der im vergangenen Jahr gnadenlos gescheiterte Versuch, die MIPS-Architektur offenzulegen, zeigt aber, dass das kein Selbstläufer ist und der Erfolg sehr viel Arbeit kostet - und das gilt vor allem abseits der eigentlichen Technik.

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 Open Power CPU: Open-Source-ISA als letzte ChanceCommunity ist alles 
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Bachsau 21. Jan 2020

Warum sollte sich jemand die Mühe machen, etwas weiter zu entwickeln, zu dem es längst...

y3dl4b 14. Jan 2020

"ähnliches gab es ja bereits bei IBM und deren PowerPCs - viele Hersteller die nun nicht...

y3dl4b 14. Jan 2020

Die X86/64 isa ist nun auch nicht wirklich übersichtlich Was macht noch mal...



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