Todesstoß für den klassischen Netzwerk-Admin?

Wenn Netzwerkgeräte genauso wie Server konfiguriert und bedient werden, wird die Stelle des klassischen Netzwerkadministrators womöglich gar nicht mehr benötigt. Wer soll das Know-how in Zukunft tragen und wie soll die IT in Zukunft organisiert werden? In Ermangelung an Erfahrungswerten wurden die Teilnehmer der zuvor genannten Umfrage dazu ebenfalls befragt.

Von 85 Befragten antworteten über 70 Prozent, dass die Betreuung von Open-Networking-Geräten, obgleich der Linux-artigen Bedienung, weiterhin durch die Netzwerkabteilung durchgeführt werden sollte. Diese Position lässt sich nachvollziehen, da zwar die Bedienung differiert, für die Festlegung der entsprechenden Parameter jedoch nach wie vor Netzwerk-Know-how benötigt wird. Der Aufbau beziehungsweise die Beibehaltung einer eigenen Organisationseinheit für den Netzwerkbereich kann sich also durchaus lohnen - selbst bei entsprechendem Schulungsbedarf in Sachen Bedienung und Administration ist das Kern-Know-how ja bereits vorhanden.

Des Weiteren bietet beispielsweise Cumulus Linux mittlerweile zusätzlich eine spezielle Kommandozeile an, die sich an der Bedienung traditioneller Netzwerkbetriebssysteme orientiert. Dies vereinfacht den Umstieg für Netzwerkadministratoren deutlich.

Eine Minderheit der Befragten (rund 14 Prozent) war jedoch der Überzeugung, durch die Angleichung bei Bedienung, Administration und Orchestration die Verwaltung von Open-Networking-Hardware nicht mehr durch eine separate Netzwerkabteilung durchführen zu lassen, sondern dies an eine Serverabteilung zu übergeben. Diese Abteilung aus wahrscheinlich schon guten Systemadminstratoren muss sich dann zwar noch im Netzwerkbereich auskennen. Doch diese hat sich vermutlich auch schon einmal mit BIND oder einer LDAP-Konfiguration herumärgern müssen und kennt das Metier entsprechend. Neu hinzu kommen vielleicht noch sehr spezialisierte Dienste wie Bird oder Quagga, die sich aus Sicht des Sysadmins vereinfacht formuliert aber wie ein paar weitere Anwendungen verwalten lassen, die einfach zusätzlich auf dem System installiert werden.

Von Dev-Ops lernen

Durch Open Networking verschwimmen also nicht nur die Grenzen zwischen klassischer Netzwerkhardware und traditionellen Servern, sondern eben auch diese zwischen Netzwerk- und Sysadmin. Für den Netzwerkadministrator bedeutet dies vor allem eine veränderte Bedienung und Administration und damit Mehraufwand. Andererseits sehen sich Serveradministratoren durch die fortschreitende Entwicklung im Bereich der Virtualisierung auch immer häufiger mit Fragestellungen der Netzwerktechnik konfrontiert.

Denkbar wäre daher auch ein interdisziplinäres Vorgehen, ähnlich dem Dev-Ops-Ansatz. So könnte sich ein gemeinsames Team, welches das Know-how beider Bereiche bündelt, um das Netzwerk und die Server gleichermaßen kümmern. Dies würde Redundanzen abbauen und die Organisation auf die fortschreitende Softwarezentrierung und Verschmelzung der verschiedenen IT-Disziplinen vorbereiten.

Dieser Artikel entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts der Hochschule Weserbergland zum Thema Open Networking. Die Autoren dieses Artikels bedanken sich herzlich für die Unterstützung durch die Kommilitonen Florian Dorenkamp, Timo Herzig, Christian Rose und Jan Staratzke.

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 Eine Config, sie alle zu steuern
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park3r 17. Mai 2017

@quasides Danke für Deinen Beitrag. Wenn man lange genug in einer Sparte/Branche arbeitet...

Hakuro 11. Mai 2017

Big Player != Branchen Marktführer ;-) ... Aber glaub was du willst. Mir am Ende Latte.

danielmain 10. Mai 2017

Ja, deshalb verdienen 3 Fach mehr als einfache Informatiker

park3r 10. Mai 2017

Es mag schon sein dass sich in Rechenzentren "Sachen" durchsetzten, und die Server...



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