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Open Library: Internet Archive entfernt 500.000 Bücher

Das Internet Archive hat nach einer Klage mehr als 500.000 digitale Bücher aus seinem Bestand genommen, die nun nicht mehr ausgeliehen werden können.
/ Andreas Fischer
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Das Internet Archive darf viele seiner eingescannten Bücher nicht mehr anbieten. (Bild: Pexels)
Das Internet Archive darf viele seiner eingescannten Bücher nicht mehr anbieten. Bild: Pexels

Vergangenes Jahr hatte das Internet Archive (IA) im Streit um die kostenlose Bereitstellung eingescannter Bücher eine Niederlage vor Gericht erlitten. In einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) von vergangener Woche nannte Chris Freeland, Director of Library Services bei der gemeinnützigen Organisation, nun die Zahl von mehr als 500.000 Büchern, die aufgrund der Entscheidung eines New Yorker Bezirksgerichts nicht mehr über die Open Library des Internet Archives verfügbar seien.

Die in der Open Library angebotenen digitalen Bücher hat das Internet Archive nach Angaben von Freeland selbst eingescannt. "Wir kaufen und erwerben Bücher – ja, physische Bücher auf Papier – und stellen sie jeweils einer Person zur Verfügung, die sie ausleihen und online lesen kann" , beschreibt er das Verfahren.

Streit um Lizenzen

Zum Schutz der Bücher verwende man "branchenübliche Technologie, um zu verhindern, dass sie heruntergeladen und weiterverbreitet werden" . Es handele sich dabei um dieselbe Technik, die auch von Corporate Publishern genutzt werde, so Freeland. Nach Ansicht der klagenden Verlage besitzt das Internet Archive jedoch keine Lizenzen für die digitale Ausleihe der Bücher.

Vergangenes Jahr kursierte die Zahl von 33.000 Titeln der Verlage Hachette, Harpercollins, John Wiley & Sons und Penguin Random House, die unrechtmäßig im Bestand der Open Library zu finden gewesen seien. Weitere Bücher, die laut Freeland nun entfernt werden mussten, sollen zum Bestand von in der Association of American Publishers (AAP) organisierten Verlagen(öffnet im neuen Fenster) wie Elsevier, Simon & Schuster und Springer gehören.

Das Internet Archive ficht die Entscheidung des New Yorker Bezirksgerichts vor einem Berufungsgericht an. Für den 28. Juni 2024 ist dort eine Verhandlung angesetzt. Fans der Open Library können derweil einen offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) unterzeichnen, in dem die klagenden Verlage aufgefordert werden, die gesperrten Bücher wieder freizugeben.


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