Open Knowledge Foundation: Frag Den Staat befreit nach Gesetzen nun Verordnungen

Die rechtlichen Vorgaben des Staates sollten allen Bürgerinnen und Bürgern kostenlos zur Verfügung stehen. Frag den Staat setzt dies nun um.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das Gemeinsame Ministerialblatt umfasst viel Papier, gibt es nun aber digital und kostenfrei bei Frag den Staat.
Das Gemeinsame Ministerialblatt umfasst viel Papier, gibt es nun aber digital und kostenfrei bei Frag den Staat. (Bild: Pixabay)

Die Internetplattform Frag Den Staat hat am Dienstag sämtliche Ausgaben der Gemeinsamen Ministerialblätter offen ins Internet gestellt, die bislang nur gegen eine Gebührenzahlung an einen privaten Verlag zugänglich sind. Das Gemeinsame Ministerialblatt (GMBl) ist das amtliche Publikationsorgan der Bundesregierung und wird vom Bundesinnenministerium herausgegeben. Im GMBl veröffentlichen nahezu alle Ministerien ihre Verwaltungsvorschriften, Verordnungen, Richtlinien, Erlasse, Anordnungen, Rundschreiben und Bekanntmachungen.

Die 2.700 Ausgaben werden bislang vom Verlag Wolters Kluwer veröffentlicht, der mit dem Bundesinnenministerium eine exklusive Vereinbarung für den öffentlichen Zugang abgeschlossen hat. Der Verlag verlangt für die Dokumente im Einzelbezug 1,70 Euro pro angefangenen acht Seiten. Würde man alle offiziellen Ausgaben des GMBl mit zusammen 63.910 Seiten über den Verlag einzeln kaufen, würde dies 13.581,30 Euro kosten.

Eine Veröffentlichung der Dokumente an der Gebührenschranke vorbei verbietet der Verlag. Dabei beruft Wolters Kluwer sich nicht auf das Urheberrecht an den Dokumenten. Das steht den staatlichen Institutionen zu. Der Verlag pocht aber auf die Einhaltung des Leistungsschutzrechts an der Datenbank der Dokumente, das ihm zustehe.

Der Verlag begrüßt Zitierungen der Inhalte und Links auf die Verlagsseite: Überschrift plus Anreißertext oder ein Ausschnitt in vergleichbarer Länge dürften von anderen Webseiten zitiert werden. "Suchmaschinen dürfen Textsnippets unserer Inhalte in Ergebnislisten darstellen. In diesen Fällen werden wir keine Lizenzgebühren erheben. Eine Übernahme längerer Passagen oder ganzer Texte in der im GMBl veröffentlichten Form ist – wie bisher – nur mit Zustimmung des Verlages möglich."

Ähnliches Vorgehen wie beim Bundesgesetzblatt

Arne Semsrott von Frag den Staat, erklärte, amtliche Dokumente von allgemeinem Interesse gehörten an die Öffentlichkeit – nicht in die Hände privater Verlage. "Der freie Zugang zu den Dokumenten ist aus unserer Sicht nicht nur rechtmäßig, sondern auch notwendig." In ähnlicher Weise hat Frag Den Staat vor vier Jahren bereits das bis zu diesem Zeitpunkt nicht frei zugängliche Bundesgesetzblatt auf der Plattform Offene Gesetze veröffentlicht.

Als Reaktion darauf habe das Bundesjustizministerium entschieden, das Gesetzblatt auf einer eigenen Plattform zu veröffentlichen. "Genau das Gleiche sollte auch beim GMBl passieren", fordert Semsrott. Es sollte auf dem Rechtsinformationsportal des Bundes frei zugänglich werden. Das Projekt für das Bundesgesetzblatt verzögerte sich jedoch über mehrere Jahre hinweg. Es bleibt zu hoffen, dass dies beim GMBl schneller geht, geplant ist dies bereits.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Augen
Besser sehen bei der Bildschirmarbeit

Arbeitsplatzbrille, Blaulichtfilter, Glaukom: Was ist bei langen Arbeitszeiten am Monitor zu beachten? Eine Augenärztin gibt Tipps.
Von Peter Steinlechner

Augen: Besser sehen bei der Bildschirmarbeit
Artikel
  1. Energieversorgung: Nachfrage nach Wärmepumpen kühlt ab - außer in Deutschland
    Energieversorgung
    Nachfrage nach Wärmepumpen kühlt ab - außer in Deutschland

    Der Europäische Wärmepumpenverband zeigt sich wegen sinkender Absatzzahlen besorgt, aber hierzulande bleibt das Interesse groß.

  2. Gebrochene Platine: Vorsicht bei schweren Grafikkarten
    Gebrochene Platine
    Vorsicht bei schweren Grafikkarten

    Schon Mittelklasse-GPUs haben häufig große Kühlkörper. Nutzer sollten besonders vor dem Transport sicherstellen, dass die Platine nicht zu stark belastet wird.

  3. Frigate: Intelligente Videoüberwachung ohne Cloudzwang
    Frigate
    Intelligente Videoüberwachung ohne Cloudzwang

    Mit der Open-Source-Software Frigate lässt sich eine moderne Videoüberwachung realisieren - ohne Hersteller-Cloud und unabhängig von der Hardware.
    Von Dominik Haas

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • MSI XMAS-Sale • Crucial P5 Plus SSD 500GB 39,99€ • Nur noch kurz: 3 für 2 Games-Aktion (PS5, PS4, Xbox, PC) • Apple Week • AVM Fritz Box 7510 74,99€ • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar, AC: Mirage & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ [Werbung]
    •  /