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Open-Fan-Triebwerke: Airbus A380 bekommt Propellerantrieb

Der klassische Propeller als Hochleistungstriebwerk könnte Flugzeuge effizienter und leiser machen. 2029 soll ein A380 damit abheben.
/ Mario Petzold
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Die Entwicklung am Open-Fan-Triebwerk läuft, hier in einem Werk von Airbus. (Bild: Airbus)
Die Entwicklung am Open-Fan-Triebwerk läuft, hier in einem Werk von Airbus. Bild: Airbus

Wie der französische Technologiekonzern Safran Group(öffnet im neuen Fenster) mitteilt, beginnt die entscheidende Entwicklungsphase des Open-Fan-Triebwerks für Passagierflugzeuge. Beteiligt sind zudem Airbus(öffnet im neuen Fenster) und eine Vielzahl weiterer europäischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen, darunter Siemens und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Das Projekt, welches mit 100 Millionen Euro der Europäischen Union gefördert wird, soll bei Flügen auf der Kurz- und Mittelstrecke annähernd ein Drittel des Treibstoffs einsparen. Parallel ist das Ziel ausgegeben, auch die Lärmbelästigung durch das Fliegen zu verringern.

Kombination aus bekannten Technologien

Take Off(öffnet im neuen Fenster) , wie die jetzt beginnende Entwicklungsphase genannt wird, schließt an die grundsätzliche Entwicklung der Technologie seit den siebziger Jahren an. Der Name ist Programm, denn bis 2029 sollen die Triebwerke am weltweit größten Passagierflugzeug in Serienfertigung, dem Airbus A380, ihre Praxistauglichkeit bewiesen haben.

Dafür werden beim Open Fan der Propeller und ein Strahltriebwerk miteinander kombiniert. So lässt sich bei geringeren Drehzahlen der nötige Schub erzeugen, um die 570 Tonnen schwere Maschine abheben zu lassen. Wobei hier nur ein Triebwerk zu Testzwecken ersetzt wird, denn der neuartige Antrieb ist für kleinere Maschinen vorgesehen.

Open-Fan-Konzept steht vor Herausforderungen

Mit der größeren Fläche für die Schuberzeugung lässt sich der Treibstoffverbrauch verringern, wobei auch die Maximalgeschwindigkeit sinkt. Propeller arbeiten nur bis etwa 700 km/h effizient, weshalb die Technik für die Langstrecke eine deutliche Erhöhung der Reisezeit bedeuten würde. Auf Kurzstrecken dagegen erreichen die meisten Flugzeuge ihre Maximalgeschwindigkeit ohnehin nicht, weshalb hier nur minimal längere Flugzeiten zu erwarten wären.

Bei der Geräuschentwicklung ist ebenfalls noch Forschungsarbeit nötig. Weil hinter dem Triebwerk zwei unterschiedliche Luftströme aufeinandertreffen, konkurrieren hier noch mehrere Konzepte, um Turbulenzen zu minimieren. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt(öffnet im neuen Fenster) entwickelt parallel vielversprechende Triebwerke mit Propeller, die zum Gesamtprojekt beitragen können.

Statt futuristischer Strahlflugzeuge mit Überschall könnte es also bald wieder Flugzeuge mit Propeller geben, wenn auch an einem gigantischen A380. Die Verlässlichkeit und Sparsamkeit dieses Antriebskonzepts sind auch der Grund, weshalb ein Airbus A400M(öffnet im neuen Fenster) mit vier Propellertriebwerken fliegt.


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