Open Data: Portal macht Verfassungsschutzberichte durchsuchbar

Die jährlichen Berichte der Verfassungsschutzämter sollen die Arbeit der Behörden etwas transparenter machen. Ein neues Portal ermöglicht nun einen besseren Überblick über die Dokumente.

Artikel veröffentlicht am ,
Netzaktivisten wollen die Arbeit der Verfassungschützer transparenter machen.
Netzaktivisten wollen die Arbeit der Verfassungschützer transparenter machen. (Bild: Olaf Kosinsky / kosinsky.eu)

Was halten die deutschen Verfassungsschützer von Verschlüsselung? Wann entdeckten die Behörden das Internet? Solche und viele weitere Fragen sollen sich mit Hilfe einer neuen Webseite klären lassen, die der Berliner Netzaktivist Johannes Filter mit Hilfe der Open Knowledge Foundation Deutschland gestartet hat. Unter Verfassungsschutzberichte.de will er möglichst viele Jahresberichte der deutschen Verfassungsschutzämter sammeln und durchsuchbar machen. "Damit wird sichergestellt, dass die Arbeit des Geheimdienstes wissenschaftlich untersucht und journalistisch aufgearbeitet werden kann", sagte Filter zum Start des Angebots.

Stellenmarkt
  1. IT Security Manager/in (w/m/d)
    Investitionsbank Schleswig-Holstein, Kiel
  2. Java-Entwickler*in
    Atruvia AG, Karlsruhe, München, Münster
Detailsuche

Die Berichte werden an sich einmal im Jahr von den Behörden vorgestellt und in der Regel auch im Internet veröffentlicht. Doch laut Filter werden sie beispielsweise vom Bundesamt für Verfassungsschutz und vom hessischen Verfassungsschutz "aus datenschutzrechtlichen Gründen" nach drei Jahren wieder von der Webseite entfernt. Dann seien die Dokumente nur noch analog in Bibliotheken verfügbar. Weil dies der Fall sei, liefen Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ins Leere. Mehr als 300 der insgesamt 320 Berichte seien mit Hilfe von archive.org aufgespürt worden.

Darüber hinaus will Filter scher auch Dokumente aus dem vordigitalen Zeitalter zugänglich machen, wie zum Beispiel den Verfassungsschutzbericht des Jahres 1983. "Alle Verfassungsschutzberichte sind in Bibliotheken vorhanden und können theoretisch eingescannt werden", heißt es auf der Website. Ziel sei es, " alle Berichte des Verfassungsschutzes zu sammeln - von seiner Entstehung bis zu seiner Auflösung".

Filter warnt allerdings davor, die Inhalte der Berichte unkritisch zu übernehmen. Aus diesem Grund seien die Dokumente auch nicht über die Suchmaschinen zu finden. "Die Berichte sind keine verlässliche Informationsquelle und daher sollten die Erwähnungen nicht aus dem Kontext gerissen werden", heißt es weiter. Da der Verfassungsschutz "keine neutrale Instanz" sei, sollten die Information aus den Berichten "nicht ungeprüft als Wahrheit angenommen werden".

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  2. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  3. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
Weitere IT-Trainings

Mit Hilfe der Suchfunktion lassen sich "Verfassungsschutztrends" ermitteln. So zeigt sich beispielsweise, dass das Thema Verschlüsselung im Laufe der Jahre immer wichtiger wurde und im Jahr 2017 auf 24 Seiten auftauchte. Seit dem Jahr 2000 finden sich jährlich mindestens zehn Fundstellen. Die erste Erwähnung stammt aus dem hessischen Verfassungsschutzbericht des Jahres 1983. "Als weiteres Führungsmittel setzten die Geheimdienste der Warschauer-Pakt-Staaten die Funkverbindung zum Agenten ein; häufigste Verfahrensweise ist der einseitige Funkverkehr in Form der Sendung verschlüsselter Zahlengruppen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple
Macbook Pro bekommt Notch und Magsafe

Apple hat das Macbook Pro in neuem Gehäuse, mit neuem SoC, einem eigenen Magsafe-Ladeport und Mini-LED-Display mit Kerbe vorgestellt.

Apple: Macbook Pro bekommt Notch und Magsafe
Artikel
  1. Displayreinigung: Apple bringt 25-Euro-Poliertuch mit Kompatibilitätsliste
    Displayreinigung
    Apple bringt 25-Euro-Poliertuch mit Kompatibilitätsliste

    Fast unbemerkt hat Apple den eigentlichen Star des Events von Mitte Oktober 2021 in seinen Onlineshop aufgenommen: ein Poliertuch.

  2. In-Ears: Apple stellt Airpods 3 vor
    In-Ears
    Apple stellt Airpods 3 vor

    Apple hat auf seinem Event die Airpods 3 vorgestellt, die den Airpods 3 Pro sehr ähnlich sehen - allerdings ohne Geräuschunterdrückung.

  3. 5 US-Dollar: Apple bietet günstigeres Music-Abo an
    5 US-Dollar
    Apple bietet günstigeres Music-Abo an

    Apple hat ein preiswerteres Apple-Music-Abo angekündigt, das aber nur mit dem Sprachassistenten Siri gesteuert werden kann.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 360€ auf Gaming-Monitore & bis zu 22% auf Be Quiet • LG-TVs & Monitore zu Bestpreisen (u. a. Ultragear 34" Curved FHD 144Hz 359€) • Bosch-Werkzeug günstiger • Dell-Monitore günstiger • Horror-Filme reduziert • MwSt-Aktion bei MM: Rabatte auf viele Produkte [Werbung]
    •  /