Open Data: OpenplanB veröffentlicht bundesweite Fahrplandaten

Das OpenplanB-Team hat die von ihnen gesammelten Daten des Fernverkehrs in Deutschland veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) - ohne Erlaubnis der Unternehmen. Zu diesem Schritt habe sich die Gruppe entschlossen, da die monatelangen Gespräche zu keinem Ergebnis geführt hätten, so Michael Krell von OpenplanB auf dem Netzpolitischen Abend der Digtalen Gesellschaft. "Wir sind im Jahr 2012 angekommen - deutsche Verkehrsunternehmen aber noch nicht" , schreibt das OpenplanB-Team auf ihrer Website.
Die Daten sollen "der Innovationskraft von tausenden Entwickler_innen" dienen, die mit den Daten sinnvolle "Verkehrsapps oder Mobilitätskonzepte" erstellen könnten. Diese Anwendungen sollen über die "langweilige Fahrplanauskunft" hinausgehen und beispielsweise für Menschen bereitgestellt werden, "die viel reisen, täglich pendeln oder auf Rollstuhl oder Gehhilfe angewiesen sind."
Vollständiger Fernverkehr
Die im JSON-Format bereitgestellten Daten umfassen laut OpenplanB den kompletten deutschen Fernverkehr, teilweise auch den benachbarter Länder. Auch Teile des gesamtdeutschen Nahverkehrs sowie der vollständige Nahverkehr von Berlin und Brandenburg sind enthalten. Insgesamt sind Angaben zu 300.000 Bahnhöfen mit Namen und Geokoordinaten sowie Informationen zu über einer Million Zügen und Bussen enthalten.
Die Inhalte sind aus verschiedenen Offlinedaten von offiziellen Anwendungen der Unternehmen extrahiert und dann in JSON umgewandelt worden.
Keine Konsequenzen vom VBB
Kreil hofft, dass die Nutzungsrechte dadurch geklärt würden, dass Entwickler "coole Sachen damit machen" , statt sie vor Gericht auszufechten. Möglicherweise reagiere auch die Politik und erlasse entsprechende Regelungen oder Gesetze. Nutzer Jan gibt zu bedenken(öffnet im neuen Fenster) , dass, wenn die Nutzung der Daten verboten werde, die Entwickler, die diese bereits nutzten, ein Problem hätten. Möglicherweise müssten sie dann anders gesammelt werden, schreibt Kreil.
Netzpolitik.org fragte(öffnet im neuen Fenster) beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) nach, was er von der Aktion halte. Sie sei "nicht gelungen" , heißt es dort. Als Begründung wurde erläutert, die Daten seien nicht tagesaktuell und die Zugriffe auf aktuelle Daten belasteten die Server. Allerdings sei der VBB selbst daran interessiert, "dass diese Daten rauskommen" , sagte eine Sprecherin des VBB. Das Unternehmen werde nicht gegen die Aktion vorgehen.
Die gesammelten Daten können über die Webseite des Projekts heruntergeladen werden(öffnet im neuen Fenster) .



