Abo
  • Services:

Open Data: OKFN will deutsche Wetterdaten befreien

Der Bundestag will das Gesetz zum Deutschen Wetterdienst ändern. Die Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) sieht hier eine Gelegenheit, die vom Steuerzahler finanzierten Wetterdaten zu öffnen und die Schnittstellen an die Gegenwart anzupassen.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin
Auch in der modernen Welt bleiben wir vom Wetter abhängig.
Auch in der modernen Welt bleiben wir vom Wetter abhängig. (Bild: Sean MacEntee, flickr.com/CC-BY 2.0)

Der gemeinnützige Verein Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) betreibt unter anderem das Portal Fragdenstaat.de und will nun nichts weniger, als die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) befreien. Der Verein will zumindest seine Chance dazu nutzen und stellt den Plan hierfür ausführlich in einem Blogpost vor. In einer öffentlichen Anhörung zur Änderung des Gesetzes zum DWD will die OKFN demnach drei Punkte im Gesetzesentwurf ändern.

Stellenmarkt
  1. Deloitte, verschiedene Standorte
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart

So fehle bislang unter anderem eine Verpflichtung dazu, die Daten des Wetterdienstes vollständig zu veröffentlichen. Auch sei die Form der Bereitstellung ungenügend und die dazugehörige Software stehe nicht unter freien Lizenzen. Häufig nutzen Entwickler deshalb für ihre Wetteranwendungen stattdessen amerikanische oder norwegische Wetterdienste.

Wetterdienst verschweigt Wetterdaten

Der DWD wird durch Steuergelder finanziert, insofern wäre es naheliegend, den Steuerzahlern auch die erhobenen Daten zukommen zu lassen, und zwar alle. So listet der Globale Datensatz (GDS) bisher nur 80 ausgewählte Wetterstationen auf anstatt der insgesamt 220. Außerdem fehlten einige der gemessenen Daten. Dazu zählen etwa die Taupunkttemperatur, Bodentemperatur, Strahlungsintensität und Schneehöhe, dazu noch spezielles Straßenwetter und Glättemeldeanlagen.

Zudem seien die ICON-Modelldaten, Radardaten, Satellitendaten, Daten zur Blitzortung und zu Sturmzellen sowie Daten aus Ballonaufstiegen und Luftfahrtmeldungen häufig nicht aktuell. Der Gesetzesentwurf erwähnt all diese aber nicht explizit. Die OKFN möchte, dass die Datenbestände standardmäßig offen sind und der DWD nur in begründeten Ausnahmefällen keine Daten anbietet. Auch nicht berücksichtigt seien bisher Archivdaten, die beim Erforschen des Klimawandels helfen könnten.

Datenweitergabe noch wie in den 90ern

Antiquiert sei auch die Form der Datendarbietung. In Zeiten von Rest-APIs und Json dürften die Wetterdaten nicht in Form einer Zip-Datei auf einem FTP-Server liegen, der zudem eine Anmeldung erfordert. Und die Daten sollten nicht in speziellen meteorologischen Formaten bereitstehen, die Entwickler erst mühsam konvertieren müssen. Hier fordert die OKFN verpflichtende Programmierschnittstellen, die das Nutzen der Daten für eine große Anzahl von Entwicklern ermöglichen, und verweist auf die Open Weather Map. Da der DWD solche APIs wohl ohnehin neu entwickeln müsste, bestünde eine gewisse Chance, dass er dabei aktuellen Programmierstandards folgt.

Lizenzhürden überwinden

Zuletzt sollte der DWD seine Produkte im Sinne der PSI-Richtlinie beziehungsweise des Informationsweiterverwendungsgesetzes (IWG) unter freie Lizenzen stellen, die es erlauben, die Daten nicht nur zu verwenden, sondern eben auch weiterzuverwenden. Auf diese Weise entstehe ein Rückkanal, wodurch auch der DWD selbst von Weiterentwicklungen profitieren und die Qualität seiner Daten verbessern könne. "Software wie KLAM21 und MUKLIMO könnten etwa unter der European Union Public License (EUPL) lizenziert werden, audiovisuelle Erzeugnisse wie die Unwetterclips auf YouTube mit einer freien Lizenz wie CC0", schlägt die OKFN vor.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. Dual DT 210 Plattenspieler 77,00€ statt 111,99€)
  2. (heute u. a. Beyerdynamic DTX 910 Kopfhörer, NZXT H700i Gehäuse, HP Notebook)
  3. (u. a. Canon EOS 2000D + Objektiv 18-55 mm für 299€ statt 394€ im Vergleich)
  4. ab 119,99€

Pjörn 26. Apr 2017

https://www.ecospeed.ch/references/region/de/ Ich hoffe das sich einige von unseren...

FreiGeistler 26. Apr 2017

Ich meine, alleine profitiren. Wenn wetter.com meint, sie müssen klagen. Gegen was denn?


Folgen Sie uns
       


Google Pixel 3 XL - Test

Das Pixel 3 XL ist eines von zwei neuen Smartphones von Google. Das Gerät soll dank Algorithmen besonders gute Fotos machen - in unserem Test kann Google dieses Versprechen aber nur bedingt halten.

Google Pixel 3 XL - Test Video aufrufen
Augmented Reality: Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone
Augmented Reality
Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone

Derzeit ist viel von einer Augmented Reality Cloud die Rede. Golem.de hat mit dem Berliner Startup Visualix über den Stand der Technik und künftige Projekte für Unternehmenskunden gesprochen - und darüber, was die Neuerungen für Pokémon Go bedeuten könnten.
Ein Interview von Achim Fehrenbach

  1. Jarvish Motorradhelm bringt Alexa in den Kopf
  2. Patentantrag Apple plant Augmented-Reality in der Windschutzscheibe
  3. Magic Leap Lumin OS Erste Bilder des Betriebssystems für Augmented Reality

Campusnetze: Das teure Versäumnis der Telekom
Campusnetze
Das teure Versäumnis der Telekom

Die Deutsche Telekom muss anderen Konzernen bei 5G-Campusnetzen entgegenkommen. Jahrzehntelang von Funklöchern auf dem Lande geplagt, wollen Siemens und die Automobilindustrie nun selbst Mobilfunknetze aufspannen. Auch der öffentliche Rundfunk will selbst 5G machen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Stadtnetzbetreiber 5G-Netz kann auch aus der Box kommen
  2. Achim Berg "In Sachen Gigabit ist Deutschland ein großer weißer Fleck"
  3. Telefónica Bündelung von Bandbreiten aus 4G und 5G ist doch möglich

Probefahrt mit Tesla Model 3: Wie auf Schienen übers Golden Gate
Probefahrt mit Tesla Model 3
Wie auf Schienen übers Golden Gate

Die Produktion des Tesla Model 3 für den europäischen Markt wird gerade vorbereitet. Golem.de hat einen Tag in und um San Francisco getestet, was Käufer von dem Elektroauto erwarten können.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. 1.000 Autos pro Tag Tesla baut das hunderttausendste Model 3
  2. Goodwood Festival of Speed Tesla bringt Model 3 erstmals offiziell nach Europa
  3. Elektroauto Produktionsziel des Tesla Model 3 erreicht

    •  /