Open Data: Hessen will Geodaten lizenzfrei zur Verfügung stellen

Das Land Hessen kommt den Open-Data-Bemühungen des Bundes zuvor und will seine sämtlichen Geodaten frei bereitstellen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Geodaten in Hessen sollen künftig frei zugänglich sein.
Geodaten in Hessen sollen künftig frei zugänglich sein. (Bild: Thomas Lohnes/Getty Images)

Die Geodaten der Landesverwaltung Hessen sollen künftig kosten- und vor allem lizenzfrei öffentlich zur Verfügung stehen. Ab Februar 2022 sollen somit Luftbilder, Geländekarten und andere Geobasisinformationen online abrufbar sein. Das teilte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch im Landtag in Wiesbaden mit. "Unternehmen finden einen reichhaltigen Datenfundus für innovative Geschäftsmodelle, Bürgerinnen und Bürger können kostenfrei Immobilienpreise abrufen."

Stellenmarkt
  1. IT-Spezialist (m/w/d) Application - elektronische Kommunikationsplattform
    IT-Servicezentrum der bayerischen Justiz, Amberg/Oberpfalz, Augsburg, Landshut
  2. Solution Expert (m/w/d) IT & Digitalization
    Wienerberger Deutschland Service GmbH, Hannover
Detailsuche

Unter anderem sollen für den derzeit noch kostenpflichtigen Immobilien-Preis-Kalkulator Hessen oder die Grundstücksmarktberichte die Gebühren entfallen. Al-Wazir erläuterte, Daten trieben die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts an. "Die Kataster- und Vermessungsbehörden haben einen wahren Datenschatz, der noch zu wenig ausgeschöpft wird." Nur noch Datenschutz sowie gesetzliche Rechte Dritter begrenzten die Nutzung.

Sobald diese Probleme behoben seien, wolle man mit der Gesetzesänderung die wirtschaftliche Entwicklung und die staatliche Transparenz fördern, erläuterte der Wirtschaftsminister.

Laut dem Gesetzesentwurf (PDF) sollen die Daten künftig automatisiert und maschinenlesbar etwa über eine API genutzt werden können. Darüber hinaus wird explizit festgelegt, dass jede "Nutzung der Geobasisdaten und zugehörigen Metadaten (...) ohne Einschränkung oder Bedingung erlaubt" sei. Erst das macht die Daten letztlich auch sinnvoll für Projekte wie etwa die Openstreetmap nutzbar.

Golem Akademie
  1. Terraform mit AWS
    14./15. September 2021, online
  2. PostgreSQL Fundamentals
    14.-17. September 2021, online
  3. OpenShift Installation & Administration
    9.-11. August 2021, online
Weitere IT-Trainings

In ähnlichen Open-Data-Initiativen bestehen einige Länder und deren Behörden in den Nutzungsbedingungen dagegen auf einen "deutlich sichtbare[n]" Quellenvermerk oder ähnliches, was wiederum einer direkten Nutzung in der Openstreetmap entgegen steht. So muss die Community hier immer wieder einzeln über Nutzung der Daten mit den Verantwortlichen diskutieren. Das ist nicht nur mühsam, sondern auch nicht immer von Erfolg gekrönt, obwohl die Daten ja eigentlich als Open Data nutzbar sein sollten. Mit dem nun in Hessen geplanten Ansatz entfällt dies und die Geodaten könnten direkt übernommen werden.

Tolle Technik-Deals und viele weitere Schnäppchen

Schutz für amtliche Werke strittig

Zwar ist es rechtlich unumstritten, dass Datenbankwerke wie die Geodatensammlungen urheberrechtlichen Schutz genießen, falls diese entsprechend aufgearbeitet sind. Ob dies aber auch für Fakten gelten kann und sollte, wird von Open-Data-Befürwortern immer wieder infrage gestellt. Darüber hinaus handelt es sich bei Sammlungen wie den Geodaten um ein offizielles Werk, das ebenfalls - so eine häufige Forderung - frei zugänglich sein sollte.

Das dafür geschaffene §5 Urheberrechtsgesetz bezieht sich zunächst aber nur auf Gesetzestexte, Verordnungen oder ähnliche Bekanntmachungen. Das wiederum sorgte erst vor wenigen Wochen für eine juristische Auseinandersetzung zwischen Open-Data-Aktivisten und dem bayerischen Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV). Mit der kommenden Umsetzung der Open-Data-Richtlinie der EU sollen künftig alle öffentlichen Datenbankwerke frei zugänglich sein, das bezieht sich explizit auch auf Geodaten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Form Energy
Eisen-Luft-Akku soll Energiespeicherprobleme lösen

Mit Geld von Bill Gates und Jeff Bezos sollen große, billige Akkus Strom für mehrere Tage speichern. Kann die Technik liefern, was sie verspricht?
Eine Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Form Energy: Eisen-Luft-Akku soll Energiespeicherprobleme lösen
Artikel
  1. Suchmaschine: E-Kommission fordert Transparenz von Google
    Suchmaschine
    E-Kommission fordert Transparenz von Google

    Innerhalb von zwei Monaten soll Google transparenter werden und erklären, wie die Reihenfolge der Suchergebnisse zustande kommt.

  2. Brickit ausprobiert: Lego scannen einfach gemacht?
    Brickit ausprobiert
    Lego scannen einfach gemacht?

    Mit Kamera und Bilderkennung kann Brickit Lego digital einscannen. Das ist es aber nicht, was die App so praktisch macht.
    Ein Hands-on von Oliver Nickel

  3. Star Trek Prodigy: Zehn Aliens und Captain Janeway an Bord der USS Protostar
    Star Trek Prodigy
    Zehn Aliens und Captain Janeway an Bord der USS Protostar

    Star Trek Prodigy wird die neue Animationsserie im beliebten Sci-Fi-Universum sein. Ein Comic-Con-Trailer gibt Einblick in die Story.


  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Bosch Professional Amazon-Exklusives günstiger • Samsung G7 27" QLED Curved WQHD 240Hz 459€ • Kingston Fury 32GB Kit 3200MHz 149,90€ • 3 für 2 & Sony-TV-Aktion bei MM • New World vorbestellbar ab 39,99€ • Alternate (u. a. Deepcool RGB LED-Streifen 10,99€) • Apple Days [Werbung]
    •  /