Open Compute: Microsoft veröffentlicht Code für Switches mit Debian
In der Sektion häufig gestellter Fragen zu Sonic stellt Microsoft direkt klar(öffnet im neuen Fenster) , dass es sich bei dem Projekt explizit nicht um eine Linux-Distribution handelt. Wie der Name Software for Open Networking in the Cloud, kurz Sonic, andeutet, ist es eine Code-Sammlung, die es erlauben soll, Netzwerkhardware wie Switches schnell in Cloud-Umgebungen einsetzen zu können.
Microsoft hat Sonic auf dem Open Compute Project (OCP) Summit vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) . Bereits vor einem Jahr hat das Unternehmen auf dieser Konferenz ein Switch Abstraction Interface (SAI) veröffentlicht . Diese Schnittstelle soll den plattformübergreifenden Zugriff auf die verschiedenen ASICs in Switches ermöglichen. Hardwarehersteller benutzten bisher meist unterschiedliche und oft proprietäre APIs dafür. Mit SAI sollen Hardware und Software der eingesetzten Switches wesentlich leichter verändert werden können.
"Letztes Puzzlestück" für Open-Source-Switch
Sonic baut nun auf SAI auf und soll auf allen Geräten eingesetzt werden können, die diese Schnittstelle unterstützen. Für Microsoft ist das Projekt damit das "letzte Puzzlestück, um eine Switch-Plattform anzubieten, die vollständig Open Source ist" , so Mark Russinovich(öffnet im neuen Fenster) , der Technikchef von Azure. Mit Hilfe von Sonic soll nun die Hardware über eine einheitliche Software in die Netzwerkaufgaben eines Cloud-Dienstes integriert werden können.
Microsoft selbst verwendet Sonic auf Basis des Linux-Kernel 3.16 und der Distribution Debian. Der Code könnte wohl aber auch auf andere Linux-Distributionen portiert werden. Die unterschiedlichen Bestandteile von Sonic stehen frei auf Github zur Verfügung(öffnet im neuen Fenster) . Dort findet sich neben Gerätetreibern und Hilfsbibliotheken auch die "Kernkomponente" von Sonic, der sogenannte Switch State Service(öffnet im neuen Fenster) .
Weil Microsoft Sonic bisher ausschließlich in eigener Infrastruktur einsetzt, plant das Unternehmen keine kommerzielle Verwertung der Software. Allerdings will Microsoft gemeinsam mit anderen an dem Code arbeiten.
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