Open Access: MIT beendet Verträge mit Elsevier

Nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) angekündigt, keine neuen Verträge mit Elsevier(öffnet im neuen Fenster) abzuschließen. Der Grund dafür sei die Weigerung Elseviers, auf die Forderungen zu einer Open-Access-Publizierung des MIT einzugehen.
Elsevier gehört zu den größten und bekanntesten Verlagen für wissenschaftliche Zeitschriften sowie Fachbücher. Darunter befinden sich auch solche, die als Standardwerke und kanonische Quelle neuer Forschungsergebnisse in bestimmten Disziplinen gelten. Der Verlag steht seit Jahren in der Kritik, unter anderem wegen seiner Preisgestaltung, die als überzogen wahrgenommen wird, sowie auch wegen der vom Verlag geforderten Urheberrechtsübertragung an Texten.
Das MIT veröffentlichte für seine Verträge mit Wissenschaftsverlagen Ende vergangen Jahres ein Framework mit Richtlinien für die Zusammenarbeit(öffnet im neuen Fenster) . Dieses "gründet in der Überzeugung, dass der offene Austausch von Forschungs- und Bildungsmaterialien der Schlüssel zur Mission des MIT ist, Wissen weiterzuentwickeln und dieses Wissen für die größten Herausforderungen der Welt einzusetzen" . Einer der wichtigsten Punkte dabei ist die Möglichkeit zur Open-Access-Publizierung, was wiederum nur möglich ist, ohne das eigene Urheberrecht komplett an den Verlag abzutreten. Darauf wollte sich Elsevier nicht einlassen.
Die Entscheidung des MIT könnte weitreichende Folgen für den Forschungsstandort USA haben. Immerhin wird das MIT Framework von mehr als 100 Forschungsinstituten und Universitäten unterstützt. Es ist zu erwarten, dass diese nun dem Vorbild des MIT folgen, und ihre Verträge mit Elsevier ebenfalls nicht erneuern, sofern der Verlag seine Position nicht ändert.
In Deutschland passierte vor einigen Jahren nach gescheiterten Gesprächen mit Elsevier Ähnliches. Die Verhandlungen wurden unterbrochen(öffnet im neuen Fenster) , und die Verträge von 200 Hochschulen und Universitäten liefen danach teilweise aus. Auch die Max-Planck-Gesellschaft beendete ihren Vertrag mit Elsevier .



