Opel Mokka-e im Praxistest: Reichweitenangst kickt mehr als Koffein

Ist ein Kompakt-SUV wie Opel Mokka-e für den Urlaub geeignet? Im Praxistest war nicht der kleine Akku das eigentliche Problem.

Ein Test von veröffentlicht am
Der Opel Mokka-e ist ein Kompakt-SUV mit eingeschränkter Tauglichkeit für die Langstrecke.
Der Opel Mokka-e ist ein Kompakt-SUV mit eingeschränkter Tauglichkeit für die Langstrecke. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Man muss Opel zugutehalten, aus den Möglichkeiten das Beste herausholen zu wollen: Mit dem konzernweit entwickelten Elektroantrieb e-CMP werden so unterschiedliche Fahrzeuge wie der Kleinwagen Corsa, der Van Zafira und nun auch das Kompakt-SUV Mokka bedient. Doch in einem mehrwöchigen Praxistest zeigt sich wieder einmal: Der Nachholbedarf bei der PSA-Gruppe, die jetzt zu Stellantis gehört, liegt vor allem bei der Fahrzeugsoftware. Trotz kleinem Akku wären auch längere Strecken im Sommer sonst gut zu bewältigen.

Opel macht es den Käufern bei der Auswahl des passenden Mokka-Modells zunächst leicht. Zwar gibt es vier Ausstattungsvarianten, deren Preisspanne von 34.110 Euro bis 41.220 Euro reicht. Doch Motorleistung, Höchstgeschwindigkeit und Akkugröße sind bei allen Versionen gleich: Der 100-kW-Motor (136 PS) beschleunigt den Mokka auf maximal 150 km/h. Der Akku hat eine nutzbare Kapazität von 46 Kilowattstunden (kWh).

Daher muss man sich keine Gedanken machen, ob man vielleicht einige Tausend Euro mehr in einen größeren Akku investieren möchte. Auch die Wärmepumpe ist bei allen Varianten serienmäßig dabei.

Nur teuerste Version mit Geschwindigkeitsassistent

Schwieriger wird es bei der übrigen Ausstattung. Nur die teuerste Variante Ultimate bietet laut Preisliste ein 10 Zoll großes Display für das Infotainment (Multimedia Navi Pro) und ein 12 Zoll großes Fahrerdisplay. Außerdem verfügt nur die Ultimate-Version serienmäßig über einen adaptiven Geschwindigkeitsassistenten mit Stop-and-go-Funktion im Stau.

  • Das Kompakt -SUV Mokka-e ist das erste Modell mit dem neuen Opel Vizor, an der Frontpartie, der wohl an einen Visierschlitz erinnern soll. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit einer Länge von 4,15 m ist der Mokka-e 9 cm länger als der Kleinwagen Corsa-e. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das sogenannte Pure Panel verbindet zwei digitale Anzeigen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Fahrerdisplay kann bis zu 12 Zoll groß sein. Die Basisvariante ist 7 Zoll groß. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Zentraldisplay für das Infotainment ist maximal 10 Zoll groß. Die Basisversion hat eine Bilddiagonale von 7 Zoll. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Mokka-e verfügt über drei Fahrmodi und eine zusätzliche Rekuperationsstufe. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Kofferraum ist mit 310 l nicht besonders groß. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit umgeklappten Sitzen erhöht sich das Volumen auf 1.060 l. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Viel Platz für Gepäck bleibt nicht, da der Universallader schon recht groß ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Unter der Fronthaube befindet sich kein zusätzlicher Stauraum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit bis zu 11 kW lässt sich der Mokka-e an Wechselstrom aufladen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit dem Universallader (Aufpreis 730 Euro) für Wechselstrom lässt sich an verschiedenen Steckdosen laden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Ladegeschwindigkeit und Dauer wird im Display angezeigt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Ladeleistung bricht bei einem Ladezustand von etwa 80 Prozent stark ein. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Verbrauch ist im Sommer auch auf Autobahnfahrten akzeptabel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Bei einem Durchschnittsverbrauch von 17,6 kWh/100 km auf längeren Strecken ergibt sich eine Reichweite von rund 260 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Navigationsgerät von Tomtom kennt viele Ladestationen und kann diese permanent online aktualisieren. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Leider zeigt die Routenplanung nicht die erforderlichen Ladestopps an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das ist mit Apps wie A Better Route Planner (ABRP) möglich, die per Android Auto integriert werden können. (Screenshot: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Damit lassen sich die erforderlichen Ladestopps berechnen und anzeigen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Darstellung lässt aber noch zu wünschen übrig, da sie sich nicht vergrößern oder verkleinern lässt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit der App My Opel lässt sich aus der Ferne auf den Mokka-e zugreifen. (Screenshot: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • So lässt sich der aktuelle Ladestand abrufen, was aber im Test nicht immer zuverlässig funktioniert hat. (Screenshot: Friedhelm Greis/Golem.de)
Das Kompakt -SUV Mokka-e ist das erste Modell mit dem neuen Opel Vizor, an der Frontpartie, der wohl an einen Visierschlitz erinnern soll. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
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Die anderen Versionen Edition, Elegance und GS Line sind lediglich mit einem einfachen Geschwindigkeitsregler und -limiter ausgestattet. Zudem haben sie serienmäßig nur zwei 7 Zoll große Anzeigen. Wobei Elegance und GS zumindest ein Multimedia-Radio haben. Das ist auch Voraussetzung für Energieverbrauchsanzeigen, eine ferngesteuerte Klimatisierung oder zeitlich programmiertes Laden über den Dienst Opel Connect. Bei der Einstiegsversion Edition gibt einen 11-kW-Wechselstromlader nur gegen einen Aufpreis von 1.190 Euro.

Kleiner Kofferraum

Die von uns getestete Variante Ultimate verfügte über die Maximalausstattung des Mokka, zuzüglich einer Diebstahlwarnlage (300 Euro) und einer Möglichkeit zum kabellosen Handyladen (150 Euro). Bei einem Bruttopreis von 42.165 Euro vor Abzug der Kaufprämie sollte eigentlich genügend Technik an Bord sein, um auch eine längere Strecke innerhalb Deutschlands bewältigen zu können. Denn das Ladenetz ist inzwischen dicht genug, um überall mit hoher Leistung nachladen zu können.

Dass der Mokka keine Reiselimousine ist, zeigt sich spätestens beim Öffnen des Kofferraums. Die 310 Liter Volumen sind noch einmal 40 Liter weniger als bei den Verbrennervarianten. Die Bodenabdeckung lässt sich aber leicht herausnehmen und wurde während der Testfahrt zu Hause gelassen. Einen zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube gibt es nicht. Da der mitgelieferte Universallader schon fast Koffergröße hat, bleibt nur wenig Platz für Gepäck. Gerade auf Reisen ist es aber sinnvoll, die entsprechenden Adapter für verschiedene Steckdosen mitzunehmen.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Mit vollgeladenem Akku kommt der Mokka-e nach WLTP 324 km weit. Dieser Wert ergibt sich laut Reichweitenrechner bei einer ruhigen Fahrweise, 70 km/h Geschwindigkeit und 15 Grad Celsius Außentemperatur. Bei einer Fahrt über die Autobahn mit 100 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt diese Entfernung auf realistische 250 km. Damit lässt sich auch eine längere Autobahnfahrt bewältigen.

Keine Routenplanung mit Ladestopps

Entscheidend ist hierbei der Faktor 0,7: Denn nur 70 Prozent der Akkukapazität lassen sich bei einem Ladestopp in vertretbarer Zeit aufladen. Das bedeutet, dass rund alle 175 km eine Schnellladestation angefahren werden sollte. Leider verfügt das Multimedia-Navi von Tomtom noch nicht über eine Funktion, bei der Routenplanung die Ladestopps mitzuberechnen. Sehr komfortabel geht das beispielsweise mit der Electric Intelligence von Mercedes-Benz, die wir schon auf derselben Strecke von Berlin ins Rhein-Main-Gebiet getestet haben. Diese wurde für den neuen EQS noch verbessert.

Zwar kennt das Opel-System inzwischen deutlich mehr Ladestationen als frühere Versionen und kann diese permanent aktualisieren, wenn die Live-Navigationsdienste via Opel Connect aktiviert sind. Da man die Ladestationen auf der Karte nicht nach Ladegeschwindigkeit sortieren kann, ist die Anzeige allerdings teilweise sehr unübersichtlich. Vor einer längeren Fahrt ist man auf Planungshilfe über Webseiten wie A Better Route Planner (ABRP) angewiesen.

Diese gibt bei der geplanten Strecke von Berlin nach Mainz eine Gesamtfahrtzeit von knapp sieben Stunden mit drei Ladestopps an. Dass es am Ende mehr als zehn Stunden wurden, lag allerdings nicht nur am Opel Mokka.

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Schrecksekunde an der Autobahnauffahrt 
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sampleman 17. Aug 2021 / Themenstart

Setz dich mal rein. Ich habe seit dem Mercedes W140 in keinem Auto besser gesessen...

RienSte 16. Aug 2021 / Themenstart

Ich hab auf das: geantwortet, nicht auf den Eingangspost.

mj 09. Aug 2021 / Themenstart

du tust so als ob 10tkm ein normales serviceintervall wäre, ist es eben nicht. ständig...

fg (Golem.de) 09. Aug 2021 / Themenstart

Hallo! Rein rechnerisch lag der Stromverbrauch auf der 600 km langen Strecke bei 108 kWh...

xSureface 06. Aug 2021 / Themenstart

Naja, auf bekannten Strecken ist das ganze kein Problem. Aber wenn du mal unbekannte...

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