Mikrobewegungen als neues Konzept

Cepton-Manager Jürgen Ludwig erläuterte Golem.de das Konzept vor kurzem auf einer Automobil-Konferenz in Berlin. Demnach ging es den Firmengründern Jun Pei und Mark McCord vor allem darum, einen Lidar zu entwickeln, der sich in der Mitte zwischen Festkörper- und Rotationslasern befindet. Der Cepton-Lidar verfügt typischerweise über acht Laserdioden mit 905 Nanometern, die mit der Micro-Motion-Technik (MMT) in Schwingungen versetzt werden. Dadurch deckt jede Diode einen bestimmten Bereich des Sichtfeldes ab. "Am besten kann man das mit der Membran eines Lautsprechers vergleichen", erläuterte Pei bereits in einem Gespräch mit Golem.de auf der CES 2019 in Las Vegas.

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Der Vorteil der Technik: Weil der Sensor nicht mit bestimmten Zeilen arbeitet, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Objekte bei größerer Entfernung zwischen zwei Zeilen verschwinden können. Bei 20 Aufnahmen ergebe die Darstellung ein komplettes Bild des Sichtfeldes. Die Auflösung des Sensors ist in horizontaler und vertikaler Richtung gleich. Bei einem horizontalen Sichtbereich von 120 Grad und einer Auflösung von 0,2 Grad ergeben sich 480 Punkte. Diese enthalten allerdings mehr Daten als ein Kamerapixel, da sich über die Laufzeitmessung die genaue Entfernung des Objektes ermitteln lässt.

Elon Musk lästert über Laserscanner

Der besondere Vorteil eines Laserscanners: Anders als bei Kameras ist keine Bilderkennung erforderlich, um ein Objekt in einer bestimmten Entfernung detektieren zu können. Auch wenn das System ein Objekt nicht erkennen und klassifizieren kann, weiß es dennoch, dass sich offenbar ein Gegenstand auf dem geplanten Fahrweg befindet, dem ausgewichen werden muss. Bei mehreren tödlichen Unfällen mit Tesla-Fahrzeugen hatte der "Autopilot" massive Hindernisse wie einen querenden Lkw oder einen Fahrbahntrenner nicht wahrgenommen. Das sollte beim Einsatz eines Laserscanners nicht passieren.

Dennoch lästerte Tesla-Chef Elon Musk erst kürzlich wieder über die Konkurrenz, die weiterhin auf diesen zusätzlichen Sensortyp setzt. Das sei "vergebliche Mühe", sagte Musk nach Angaben von The Verge und fügte hinzu: "Jeder, der sich auf Lidare verlässt, ist zum Scheitern verurteilt. Teure Sensoren, die nutzlos sind. Es ist so, als hätte man einen ganzen Haufen teurer Ergänzungen." Tesla setzt im Gegensatz zu anderen Anbietern auf selbstentwickelte Hard- und Software, die mit den gesammelten Daten der Flotte trainiert werden.

Apple sucht angeblich Lieferanten

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Doch Tesla steht mit seiner ablehnenden Haltung in der Branche bislang alleine da. Selbst der Computerhersteller Apple soll für sein Auto-Projekt "Titan" in Verhandlungen mit mehreren Lidar-Herstellern stehen. Apple sei an Sensoren interessiert, die kleiner, billiger und leichter zu produzieren seien als die bisherige Technik, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters Mitte April unter Berufung auf drei namentlich nicht genannte Personen. Das Unternehmen fordere dabei ein "revolutionäres Design" für die Sensoren. Die Namen der Lidar-Hersteller wurden jedoch nicht genannt.

  • Das Top-Modell Vista X des kalifornischen Lidar-Startups Cepton (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Evaluierungsbausatz mit zwei Laserscannern vom Typ Vista kostet 20.000 Euro. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Golem.de ließ sich die Laserscanner von Cepton im praktischen Einsatz vorführen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf der typischen Punktewolke lassen sich andere Autos gut erkennen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Es gibt viele Messverfahren beim Einsatz von Laserscannern. (Grafik: Cepton)
  • Die einzelnen Lidar-Typen unterscheiden sich hinsichtlich Sichtfeld (FOV), Reichweite (Range), Auflösung (Resolution), Messfrequenz (Frame Rate) und Leistung (Power). (Grafik: Cepton)
  • Für Lidarscanner gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, nicht nur beim autonomen Fahren. (Grafik: Cepton)
  • Das zeigt auch die Verteilung der etwa 70 Kunden von Cepton. (Grafik: Cepton)
  • Das Startup Quanergy setzt bei seinen Laserscannern auf ein spezielles Messprinzip: eine optische Phasenverschiebung. (Grafik: Quanergy)
  • Dadurch lässt sich ein Laserstrahl ohne bewegliche Teile ablenken. (Grafik: Quanergy)
Das Startup Quanergy setzt bei seinen Laserscannern auf ein spezielles Messprinzip: eine optische Phasenverschiebung. (Grafik: Quanergy)

Auch Cepton kann sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen und hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 70 Kunden für seine vier Produkte. Dazu zählt nicht nur der selbstfahrende Kleinbus von May Mobility, der auf der CES 2019 vorgestellt wurde und normalerweise in Detroit seine Runden dreht. Der japanische Zulieferer Koito hat die Laserscanner bereits in Autoscheinwerfer integriert.

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 OPA, Mems und MMT: Wer baut den ersten Super-Lidar?Den Super-Lidar gibt es noch nicht 
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norbertgriese 12. Mai 2019

Die Punkte bei Kameras enthalten keine Entfernungsinformation. Da müssen erst passende...

SJ 10. Mai 2019

Man siehts mal wieder. Das einzige Argument, was gewisse Foristen hier haben, ist ad hominem.

Katharina... 09. Mai 2019

wenn du die Smartphone-Knipser mit rechnest, dann ja. Aber selbst unter 1s reicht aus um...

Eheran 09. Mai 2019

Ja, eine perfekte AI würde es problemlos mit einer einzigen Kamera, vermutlich sogar...

ImBackAlive 09. Mai 2019

Es ist im Gegenteil das Einzige, was Sinn ergibt. Erweiterungen, Anhänge und Anlagen...



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