ONT: "Massive Störungen" bei freier Wahl des Glasfasermodems
Besonders in Point-to-Multipoint-Netzen und wenn der Betreiber das Netz mit Open Access auch für andere Anbieter geöffnet hat, würde eine freie Wahl des Glasfasermodems (ONT) "massive Störungen des Netzbetriebs" bringen. Das sagte Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer Golem.de (Bundesverband Glasfaseranschluss) auf Anfrage. Der Bundesverband und seine 140 Mitgliedsunternehmen sehen damit – anders als die Bundesnetzagentur - das Glasfasermodem als Teil ihres Netzwerkes an. Große Unternehmen im Buglas sind M-net Telekommunikations, Netcologne, BBV Deutschland, Wilhelm.tel und Willy.tel, der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus viele Zweckverbände und Stadtwerke sowie Netzausrüster.
"Das ONT übersetzt die Lichtsignale aus dem Glasfasernetz in elektronische Signale, damit diese vom Endgerät des Kunden verarbeitet werden können. Diese Übersetzung findet in jedem FTTX-Netz statt, bei FTTC im Kabelverzweiger und bei FTTB im Keller des Gebäudes. Nur bei FTTH bekommt der Endkunde das ONT üblicherweise überhaupt zu Gesicht, weil die Glasfaserkabel bis in die Wohnung reichen" , erklärte Heer. Das ONT sei also noch Bestandteil des Netzes und schließe dieses mit dem passiven Ausgang ab, während die passiven Kupferkabel zum Beispiel bei FTTC schon am Kabelverzweiger beginnen würden.
Als Bestandteil des aktiven Netzes müsse der jeweilige Anbieter die Funktionsfähigkeit des Netzes insgesamt gewährleisten.
Laut Heer sei der Buglas keinesfalls gegen die Endgeräte-Wahlfreiheit, denn hinter dem ONT könne der Kunde frei sein Endgerät wählen. Der Glasfaserausbau bis in die Wohnung bedeute lediglich, dass der optoelektronische Wandler bis in die Wohnung des Endkunden vorrückt und dem Endgerät daher noch das ONT zum Netzabschluss vorgeschaltet werden müsse.
Vodafone, EWE und weitere Netzbetreiber erlauben an Glasfaseranschlüssen keine Endgerätefreiheit beim Modem. Ewe ist im Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) organisiert, auch dieser Verband stellt sich nach Informationen von Golem.de gegen die Endgerätefreiheit beim ONT.
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