ONT: Experte wirft Vodafone Missachtung der Routerfreiheit vor

Für Vodafone ist die Routerfreiheit noch lange nicht akzeptabel. Aus einer Expertengruppe bei der Bundesnetzagentur kommt Kritik an dem größten Kabelnetzbetreiber.

Artikel veröffentlicht am ,
Eine Fritzbox in einem Glasfasernetz
Eine Fritzbox in einem Glasfasernetz (Bild: AVM)

Vodafone will seine Definition des Netzabschlusspunktes durchsetzen und offensichtlich der Routerfreiheit ein Ende setzen. Das erklärte der ehemalige Leiter der Entwicklung bei TAS (Telefonbau Arthur Schwabe), Dieter Fischer, in einem Beitrag bei LinkedIn. Fischer arbeitet in der ATRT-Projektgruppe der Bundesnetzagentur mit, die Empfehlungen zur Umsetzung der Veröffentlichungspflichten für Schnittstellenbeschreibungen in öffentlichen Telekommunikationsnetzen zum Anschluss von TK-Endgeräten erarbeitet.

Laut Informationen von Golem.de sollte die ATRT-Gruppe der Bundesnetzagentur innerhalb eines Jahres die Empfehlungen zur Verfügung stellen. Doch sie trifft sich schon im vierten Jahr, weil die Kabelanbieter die Tätigkeit über die Satzung, die Themen und über den Teilnehmerkreis behindern.

Vorwurf: Vodafone will Mittelstand unterdrücken

Golem.de hatte berichtet, dass Vodafone die Routerfreiheit für das Glasfasermodem (ONT) aktiv bekämpft und den Kunden trotz eindeutiger Gesetzeslage ihr eigenes Gerät vorschreibt. "Derweil ignoriert der Vodafone-Vertrieb die bestehenden Gesetze zum Netzabschlusspunkt und unterbindet unter Verweis auf die noch nicht öffentlich vorliegende Spezifikation den Anschluss privater Modems oder ONTs ans Kabel", erklärte Fischer.

Statt sich offensiv mit den Möglichkeiten der Standardisierung an der Kabel- oder Glasfaserschnittstelle auseinanderzusetzen, versuche Vodafone im Schulterschluss mit den passenden Verbänden, die getroffenen Vereinbarungen zu unterlaufen. Es soll laut Fischer "kein deutscher Mittelständler auf die Idee kommen, eigene innovative Produkte zu entwickeln."

Mit der Routerfreiheit habe der Gesetzgeber seit einigen Jahren festgelegt, dass die Macht des Netzbetreibers für den Internetzugang an einem passiven Übergabepunkt beim Kunden endet.

Private Router mit sicherheitsrelevanten Funktionen direkt am Anschlusskabel zum Netzbetreiber

Fischer erklärte: "Der Kunde muss die Möglichkeit haben zu entscheiden, ob ihm ein umweltfreundlicher Stromverbrauch des Gerätes wichtig ist, welche Funktionen er auch im Hinblick auf die Cyber-Sicherheit wirklich benötigt und ob vielleicht auch die äußere Gestaltung des Gerätes in seinem Wohnzimmer von Bedeutung ist."

Private Router mit sicherheitsrelevanten Funktionen müssten direkt am Anschlusskabel zum Netzbetreiber installiert werden. Solche Router könnten nicht hinter aktiven Komponenten wie Modems und Glasfaser-ONT betrieben werden, weil sie für die Verfügbarkeitsüberwachung während des Betriebs und bei Stromausfall das physikalische Anschlussmedium unmittelbar messtechnisch erfassen müssten.

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/mecki78 28. Aug 2019

5W? 5W verbraucht die Kiste höchstens, wenn sie abgestürzt ist. Ich würde mal mit...

/mecki78 28. Aug 2019

die ich aber kacke finde und die alles das nicht kann, was ich von einem Zugangrouter...

FlutterRage 28. Aug 2019

So hab ichs gemacht, einfach ne eigene FritzBox Cable bei der nächstbesten Rabattaktion...

mibbio 28. Aug 2019

Ich meinte eigentlich diesen Aspekt: https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rerhaftung...



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