Altpapier: Viele Regeln, viele Verordnungen, keine Lösung

Wie für alles gibt es hier in Deutschland viele Regeln und Verordnungen. Ein Beschäftigter des Abfallzweckverbandes schrieb im Februar 2020: "Bitte beachten Sie, dass zusätzliche Pappen nur mitgenommen werden können, wie auf dem Anhänger an Ihrer Papiertonne beschrieben - zerkleinerte Kartons mit einer Kantenlänge nicht über 50 cm. Des Weiteren sind diese Pappen neben den Behälter zu legen und der Behälter muss voll sein."

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Um die Pappe zu verdichten, klettert mein Junior schon mal in die Blaue Tonne. Der Behälter ist übervoll und die restlichen Pakete stehen fein zerkleinert in einem größeren Karton neben der Papiertonne. Mitgenommen werden sie trotzdem nicht. Immer und immer wieder nicht! In der Fachsprache des Zweckverbandes heißt dies "Nebenablagerung Pappe/Papier".

Am 26. August 2019 ist mir der Kragen geplatzt. Der Herr von der Müllabfuhr wirft die zwei Boxen mit zerkleinerten Pappen, die ich ordentlich auf den Container gelegt habe, einfach herunter. Als ich freundlich anbiete, sie selbst einzuladen, stößt er mich mit dem Paket gewaltsam zurück. Ich stoße ihn auch, er fliegt fast gegen sein Müllauto. Gerne hätte ich hier mehr erzählt. Aber Regel Nummer 1 im Fight Club ist: Man spricht nicht über den Fight Club. Und Gewalt ist bei Altpapier und Pappe leider keine Lösung, lerne ich. Denn die Pappen bleiben liegen.

Es gibt keinen Müll, nur Rohstoff

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich achte und respektiere Arbeiter, komme ich doch selbst aus einer Metallarbeiterfamilie. Und Umweltschutz ist mir ein extrem wichtiges Anliegen. Es gibt keinen Müll, nur Rohstoff, ist mein Motto. Das Profitsystem zerstört unseren Planeten, der diese Art zu wirtschaften nicht mehr lange aushält.

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Pappe lässt sich aber gut recyceln, Kleber und Plastik reiße ich ab, wo es geht. Amazon und andere könnten wiederverwertbare Boxen einführen, die sofort wieder mitgenommen werden, oder Produkte, wenn möglich, nur in der Originalverpackung versenden. Viele Verbraucher unterstützen das.

Bleibt noch der Vorwurf des Lohndumpings bei Amazon, an dem man sich als Onlinekäufer anscheinend mitschuldig macht. Als aktiver Verdi-Gewerkschafter helfe ich den Lagerarbeitern bei ihrem Kampf und ein Boykott von Amazon ändert IMHO absolut nichts.

Plastik und Leichtmetall werden in sehr vielen Gelben Säcken mitgenommen. Für den gemischten Müll lassen sich Grüne Säcke nachkaufen, was ich nie benötige, da ich fast alles kompostiere und trenne. Doch alle vier Wochen wiederholt sich dasselbe Spiel: Die Hälfte von Papier und Pappen bleibt bei mir. Die Blaue Tonne ist gegen mich.

Nachtrag vom 4. Mai 2021, 11:27 Uhr

Der Abfallzweckverband erklärte am 4. Mai 2021, dass laut Paragraf 7 Absatz 2 der Abfallentsorgungssatzung auf zu Wohnzwecken genutzten Grundstücken für bis acht Personen ein Papierbehälter mit einem Volumen von 240 l bereitgestellt wird. Daher könne kein zweiter Papierbehälter gestellt werden.

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 Onlineshopping und Altpapier: Ein Kampf für die Tonne
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/lib/modules 07. Mai 2021

Ich kaufe meinen Kram bei Bio Company - bei uns gibts eine Käsetheke in der ich mir...

faststillerleser 06. Mai 2021

Leider kann ich dem nur zustimmen. Sowas hat hier eigentlich wenig zu suchen. Aber bei...

BLi8819 04. Mai 2021

Ändern nichts daran, dass es Alternativen für die Fahrt zum Recyclinghof gibt.

Ugly 04. Mai 2021

Ich wollte einen neuen Staubsauger der für Treppenstufen/Auto/zwischendurch den...



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