Onlineshopping: "Jeder möchte schwere Pakete auch in die 6. Etage bekommen"

Die Paketzusteller wollen mehr Anerkennung für ihre harte Arbeit durch Onlineshopping. Für Verdi steht Amazon im Zentrum der Kritik.

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Zusteller unter großer Belastung
Zusteller unter großer Belastung (Bild: Tolga Akmen/AFP via Getty Images)

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis hat am 10. Dezember 2021 gemeinsam mit Gesamtbetriebsräten von DPD, UPS, FedEx, Deutsche Post DHL und Hermes an die Belastung der Paketboten erinnert und Verbesserungen gefordert. Andreas Kassler vom UPS-Betriebsrat sagte: "Jeder möchte auch schwere Pakte bis in die 6. Etage getragen bekommen. Wir sind ja in Berlin viel in Altbauten unterwegs." Amazon habe die Preise für die Zustellung extrem gedrückt.

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"Die Zusteller haben lange Arbeitszeiten, es gibt oft keine Halteplätze für Zustellfahrzeuge. Vom Zusteller werden 3,5 bis 4 Tonnen an einem Tag bewegt", sagte Kassler. UPS habe sehr engagierte und sehr zuverlässige Zusteller, es gebe aber auch "Sub-Sub-Unternehmen, die im kriminellen Bereich agieren".

Verdi und die Betriebsräte fordern von der neuen Bundesregierung ein entschlossenes Vorgehen gegen extreme Ausbeutung und prekäre Arbeitsbedingungen bei den Zustellern. "In der Branche hat die prekäre Beschäftigung inzwischen ein unerträgliches Maß angenommen", kritisierte Verdi-Vertreterin Kocsis. "Kontrollen des Zolls belegen Sozialversicherungsbetrug, Unterschreiten des Mindestlohns, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sowie systematischen Betrug an Beschäftigten, die bei Subunternehmen beschäftigt sind und häufig aus Osteuropa kommen."

Schwere Pakete besser kennzeichnen

Zum Schutz der Zustellerinnen und Zusteller vor zunehmender physischer Belastung sei eine bessere Kennzeichnung schwerer Pakete notwendig; zudem müsse deren zulässiges Gewicht auf 20 Kilogramm begrenzt werden. Bisher seien 31,5 Kilo pro Paket möglich, sagte Kocsis.

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Bei Amazon gebe es auf der letzten Meile aus Verdi-Sicht "die schlechtesten Arbeitsbedingungen. Wir müssen wegkommen von einem Geflecht von Subunternehmen." Die Vertragsform von Amazon Flex für die Zusteller sei Scheinselbständigkeit, weil es keine unternehmerische Freiheit gebe. Die Fahrer seien nur für Amazon tätig.

Amazon-Zusteller im Elend

Es gebe ein Einschleusen von Beschäftigten, die nicht aus der EU kommen, denen von gezahlten 6.700 Euro nur 750 Euro blieben. "Die Arbeiter können sich keine Wohnung oder Miete leisten, müssen zum Teil Essen im Müll suchen und werden digitalisiert verfolgt", sagte Kocsis. "Dann werden den Menschen 300 Euro Miete für ein 10-qm-Zimmer für 4 Leute abgenommen, wie wir vor Fullfilment Centern von Amazon festgestellt haben." Es gebe keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und im Urlaub und zudem Drohungen bei Arbeitsunfällen.

Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de auf Anfrage: "Tatsächlich entsprechen die Aussagen nicht der Wirklichkeit der Tausenden an Menschen, die bei Lieferpartnern in ganz Deutschland beschäftigt sind und jeden Tag Pakete zu Amazon-Kund:innen bringen. So haben wir zum Beispiel den Einstiegslohn von 12 Euro eingeführt und für alle Amazon-Mitarbeiter:innen in Deutschland Realität werden lassen. Wir vergüten auch unsere Lieferpartner entsprechend, damit sie ihre Mitarbeiter:innen gut bezahlen können."

Man führe regelmäßig Audits und Untersuchungen durch und ergreife Maßnahmen bei Verstößen. Alle Lieferpartner seien vertraglich verpflichtet, die geltenden Gesetze einzuhalten, insbesondere in Bezug auf Löhne, Sozialabgaben und Arbeitszeiten.

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Jakelandiar 14. Dez 2021 / Themenstart

Hat er das wirklich wenn sie alles zupflastern dürfen? Werden doch jetzt schon Pakete...

peterbruells 13. Dez 2021 / Themenstart

Das wäre aber nicht mein Problem als Kunde. Und wie gesagt: Sie haben sich diesen Job...

peterbruells 13. Dez 2021 / Themenstart

Gar nicht. Siehe oben Es wird zugestellt. Verkehrssitte ist Haustür. Kannst...

Faksimile 12. Dez 2021 / Themenstart

Weil sonst die Dienstleistungskosten so hoch wären, das sie der Kunde nicht mehr zahlen...

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