Onlineshopping: Greenpeace dokumentiert Warenvernichtung bei Amazon
Greenpeace(öffnet im neuen Fenster) hat herausgefunden, dass Amazon in seinem Logistikzentrum in Winsen an der Luhe wöchentlich rund 20 Kubikmeter Neuware verschrottet. Das entspricht dem Volumen einer Lkw-Ladung. Fotos von Greenpeace zufolge werden unter anderem in Kartons mit der Aufschrift "Elektroschrott" Elektronikartikel gesammelt, die noch voll funktionsfähig sein sollen.
Amazon lässt sowohl von Kunden zurückgesendete Waren als auch Neuware zerstören. Verkaufen Drittanbieter im Marketplace bestimmte Produkte nicht, wird die Lagerung irgendwann unrentabel. Amazon bietet für diese Fälle eine Vernichtung der Ware gegen ein Entgelt an, das geringer sein soll als die Lagerungskosten.
Für die Praxis, noch brauchbare Waren lieber zu vernichten, als sie anderweitigen Zwecken zuzuführen, steht Amazon schon länger in der Kritik. Im Sommer 2018 wurde die Praxis durch Berichte des ZDF und der Wirtschaftswoche bekannt.
Händlerverband verteidigt die Praxis
Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel verteidigt die Praxis mit dem Hinweis auf die rechtliche Lage der Händler. "Die Idee, die Zerstörung von Retourenwaren gesetzlich zu verbieten, ist Unfug. Kein Unternehmen meiner Branche hat ein Interesse, wirtschaftlich sinnvoll verwertbare Ware wegzuwerfen oder zu vernichten" , erklärte Gero Furchheim, Präsident des Bundesverbandes, im Sommer 2019 . Verträge mit Markenherstellern verböten den Händlern nicht selten eine anderweitige Verwertung.
Die Grünen hingegen wollen Versandhändlern wie Amazon verbieten, zurückgeschickte, neuwertige Waren zu vernichten. Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckhardt, bezeichnete das Vorgehen als "Perversion der Wegwerfgesellschaft" .
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