Onlineshopping: Amazon vereinfacht Kündigung des Prime-Abos

Auf Druck von Verbraucherschützern sind nur noch zwei statt bisher sieben Klicks nötig, um ein laufendes Prime-Abo bei Amazon zu kündigen.

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Ein Amazon-Prime-Abo lässt sich neuerdings nach nur zwei Klicks kündigen.
Ein Amazon-Prime-Abo lässt sich neuerdings nach nur zwei Klicks kündigen. (Bild: Edward Smith/Getty Images)

Amazon hat den Prozess zur Kündigung eines Prime-Abos vereinfacht. Künftig soll es nur noch zwei Klicks brauchen, bis ein Prime-Abo erfolgreich gekündigt ist. Verbraucherschutzbehörden sowie die EU-Kommission haben nach eigener Aussage eine Einigung mit dem Onlinehändler in der Angelegenheit erzielt.

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Anfang 2021 begannen erste Untersuchungen von Verbraucherschützern gegen Amazon, dabei ging es um den Vorwurf, dass Amazon die Kündigung des Prime-Abos bewusst besonders kompliziert machen würde, um so darauf hinzuwirken, dass Kunden das Abo doch nicht kündigten.

Verbraucherschützer warfen Amazon vor, die Kundschaft bewusst zu verwirren und sie so als Abonnenten zu behalten. Die Verbraucherschützer verlangen, dass es nicht mehrere Rückfragen geben dürfe, bis das Abo gekündigt ist. Das Verfahren war so gestaltet, dass bei der Abmeldung zahlreiche Hindernisse überwunden werden mussten, darunter komplizierte Navigationsmenüs, unklare Formulierungen sowie verwirrende Wahlmöglichkeiten.

Bisher waren für die Prime-Kündigung sieben Bestätigungen erforderlich

Der norwegische Verbraucherrat veröffentlichte Anfang 2021 ein Video, in dem das Vorgehen Amazons gezeigt wird. Golem.de hatte es seinerzeit ausprobiert: Wenn in Deutschland ein Prime-Abo über das Amazon-Konto gekündigt werden sollte, waren sieben Bestätigungen erforderlich, bis das Abo tatsächlich beendet werden konnte.

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Nach der Einreichung von Beschwerden gegen Amazon kam es zu Gesprächen mit mehreren nationalen Verbraucherschutzbehörden sowie mit der EU-Kommission. Die EU-Kommision hat Amazon dazu gebracht, dass Abonnenten von Prime künftig das Abo mit zwei Klicks kündigen können. Diese Änderung wurde notwendig, um den EU-Verbraucherschutzvorschriften und insbesondere der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken Genüge zu tun. Amazon habe sich verpflichtet, diese Änderungen auf all seinen Webseiten innerhalb der EU und für alle Geräte umzusetzen.

Amazon hat die Kündigungen bewusst erschwert

EU-Justizkommissar Didier Reynders erklärte dazu: "Online-Abonnements können eine praktische Sache sein, die Anmeldung ist meist unkompliziert. Die Abmeldung sollte aber genauso einfach sein." Verbraucher dürften bei der "Wahrnehmung ihrer Rechte keinem Druck durch die Plattformen ausgesetzt" sein. Reynders begrüße die Zusage von Amazon, "seine Verfahren zu vereinfachen", damit sich "Verbraucher frei entscheiden und auf einfachem Wege abmelden" könnten.

Im März 2022 wurde durch interne Dokumente bei Amazon bekannt, dass für eine möglichst komplizierte Kündigung ein eigenes Projekt mit der Bezeichnung Iliad entwickelt wurde. Dadurch ging die Rate der gekündigten Prime-Abos um 14 Prozent zurück.

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Preiserhöhung für Prime-Abo erwartet

Am 10. Juni 2022 hatte Amazon die Nutzungsbedingungen für Prime verändert. Die neuen Nutzungsbedingungen haben neue Passagen zu einer möglichen Änderung der Gebühr eines Prime-Abos erhalten. Es wird erwartet, dass Amazon damit eine Preiserhöhung für das Prime-Abo vorbereitet.

Zuvor gab es rund um Amazon Music ein ähnliches Vorgehen: Für Amazon Music wurden am 21. April 2022 die Nutzungsbedingungen geändert, hierbei ging es ebenfalls um künftige Preiserhöhungen. Diese Änderungen traten am 21. Mai 2022 in Kraft und am 23. Mai 2022 wurden die Abogebühren für Amazon Music Unlimited für Prime-Abonnenten erhöht.

Nachtrag vom 5. Juli 2022

Eine Amazon-Sprecherin kommentierte den Vorgang folgendermaßen: "Transparenz und Vertrauen der Kunden haben für uns oberste Priorität. Wir haben es so konzipiert, dass es für Kunden klar und einfach ist, sich für eine Prime-Mitgliedschaft anzumelden oder sie zu kündigen. Wir hören uns ständig das Feedback an und suchen nach Möglichkeiten, die Nutzung für Kunden zu verbessern, wie wir es hier nach einem konstruktiven Dialog mit der Europäischen Kommission getan haben."

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