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Onlineshopping: Amazon soll Preise mit Algorithmus künstlich erhöht haben

Project Nessie soll die Preise bei Amazon so weit erhöht haben, bis die Konkurrenz nicht mehr mitzog. Amazon widerspricht der Darstellung der FTC.

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Amazon wird vorgeworfen, die Preise auf seiner Plattform mithilfe eines Algorithmus erhöht zu haben. (Bild: SEBASTIEN BOZON/AFP via Getty Images)

Die für den Verbraucherschutz zuständige US-amerikanische Behörde FTC (Federal Trade Commission) wirft Amazon vor, mit Hilfe eines automatisierten Algorithmus die Preise auf seiner Handelsplattform erhöht zu haben. Der Vorwurf wurde im Rahmen des laufenden Monopolverfahrens gegen Amazon geäußert, wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet.

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Der FTC zufolge soll Amazon bis 2019 mit dem Project Nessie genannten Algorithmus die Preise der selbst angebotenen Produkte so weit erhöht haben, bis die Konkurrenz nicht mehr mitzog. Dann soll Nessie automatisch den zuletzt erhöhten Preis festgelegt haben.

Die FTC wirft Amazon vor, mit dem Verhalten nicht nur die Preise der eigenen Produkte künstlich erhöht zu haben, sondern auch für Preissteigerungen bei der Konkurrenz auf Amazon verantwortlich zu sein. Das Verhalten Amazons entspreche damit genau dem Monopolistenverhalten, weshalb die FTC die Untersuchung gestartet habe.

Amazon zufolge sollte Nessie zu niedrige Preise verhindern

Amazon widerspricht der Darstellung der Behörde. Project Nessie sei kein Werkzeug gewesen, um die Preise zu erhöhen, sondern um zu niedrige Preise zu verhindern. Der Algorithmus sollte bei Preissenkungen der Konkurrenz die eigenen Preise anpassen und dabei verhindern, dass die Produkte zu einem zu niedrigen Preis angeboten werden.

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Amazon-Mitarbeiter berichten dem WSJ zufolge allerdings, dass Nessie auch für eine Art Promotionsspirale verantwortlich gewesen sei. Der Algorithmus soll auch Preise gesenkt haben, wenn Konkurrenten wie die Handelskette Target ihre Preise reduzierte. Aufgrund des niedrigeren Amazon-Preises sollen die Konkurrenten dann wiederum ihre Preise gesenkt haben.

Amazon zufolge wurde Project Nessie 2019 eingestellt, weil der Algorithmus nicht wie gewünscht funktionierte.