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Onlineshopping: 40.000 Arbeitsplätze sollen wegen Temu und Shein weg sein

Temu und Shein sind auch in Deutschland beliebt. Die Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft sind nun untersucht worden.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Temu verschickt Ware in orangefarbenen Tüten. (Bild: Nikos Pekiaridis via Reuters Connect)
Temu verschickt Ware in orangefarbenen Tüten. Bild: Nikos Pekiaridis via Reuters Connect

Dem deutschen Einzelhandel entgehen jährlich Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, weil Konsumenten Produkte bei Shein und Temu kaufen, statt bei Anbietern in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von IW Consult im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE), wie die dpa (Deutsche Presseagentur) berichtet.

Der tatsächliche Umsatzausfall für die gesamte Wirtschaft wird doppelt so hoch beziffert. Darin enthalten sind auch Vorleistungen wie Mieten, Energie, Logistik sowie Löhne und daraus entstehende Konsumausgaben. Jeder Euro Umsatz im Einzelhandel führe zu insgesamt etwa zwei Euro Umsatz in der gesamten Wirtschaft, sagte Marco Trenz, Ökonom am Institut der Deutschen Wirtschaft.

Grundlage ist eine repräsentative Umfrage unter 4.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern zwischen 16 und 69 Jahren, die im Februar 2026 online befragt wurden. Daraus geht hervor: 51 Prozent der Nutzer von Temu und Shein hätten die dort erworbenen Produkte zum gleichen Preis woanders gekauft, wenn dies bei den chinesischen Plattformen nicht möglich gewesen wäre. 19 Prozent wären sogar bereit, mehr Geld auszugeben.

40.000 Arbeitsplätze sollen in Deutschland verlorengegangen sein

Der Analyse zufolge gingen in Deutschland wegen Temu und Shein bereits mehr als 40.000 Arbeitsplätze verloren, die meisten im Einzelhandel. "Wenn es Temu und Shein nicht gäbe, dann würde ein Großteil der Käufe im deutschen Einzelhandel getätigt. Dafür wären mehr Beschäftigte nötig", so Trenz. Hinzu kämen weitere Jobs in Vorleistungsbranchen. Er erwartet, dass die Umsätze von Temu und Shein weiter steigen und dadurch mittelfristig noch mehr Jobs wegfallen.

Der Forscher sieht durch den Erfolg der beiden Shoppingportale weitere Nebenwirkungen. Bund, Ländern und Kommunen entgingen dadurch bis zu 420 Millionen Euro an Steuereinnahmen pro Jahr.

Laut HDE verschickten Temu und Shein 2025 täglich 460.000 Pakete nach Deutschland. Die Plattformen sind bei Verbrauchern beliebt, stehen aber in der Kritik. Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer monieren unter anderem Produktqualität, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen. Sie fordern eine strengere Regulierung und besseren Schutz beim Online-Einkauf.

Temu und Shein sehen kein Problem

Temu nahm zu der Kritik Stellung. Ein Unternehmenssprecher teilte auf Anfrage mit: "Temu ermöglicht Tausenden traditionellen Unternehmen in Deutschland und ganz Europa den Zugang zu einem globalen Kundenstamm und unterstützt sie dabei, ihren Umsatz zu steigern, Arbeitsplätze zu schaffen und international wettbewerbsfähig zu sein." Die Partnerschaften sollen weiter ausgebaut werden.

Ein Sprecher von Shein sagte: "Konkurrenten zum Sündenbock zu stempeln und mit denselben immer wiederkehrenden und haltlosen Vorwürfen fairen Wettbewerb zu konterkarieren, mag Schlagzeilen erzeugen." Eine ernsthafte Strategie, die deutschen Einzelhändlern helfe, wettbewerbsfähig zu sein, sei dies jedoch nicht.

Weiter sagte er: "Heute verkaufen mehr als 600 deutsche Unternehmen über unsere Plattform, schaffen Beschäftigungen und leisten einen konkreten Beitrag zur Wirtschaft in Deutschland." Allein in den vergangenen drei Jahren habe Shein hierzulande Hunderte Millionen Euro an Steuern entrichtet und werde auch künftig allen Verpflichtungen nachkommen.

Ermittlungen seitens der EU-Kommission

Die EU-Kommission ermittelt gegen Temu und Shein wegen möglicher Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste. Gegen beide Firmen laufen Untersuchungen. Das Bundeskartellamt leitete im Oktober 2026 ein Verfahren gegen Technology Limited ein, das Unternehmen hinter Temu. Die Behörde prüft den Verdacht, dass der Onlinemarktplatz unzulässige Vorgaben für die Preisgestaltung der Händler in Deutschland machen könnte.


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