Onlineprüfung: Luftfahrtbundesamt verteidigt laschen Drohnenführerschein

Seit Anfang des Jahres müssen Piloten von Drohnen ein Onlinetraining nachweisen. Obwohl dies leicht manipulierbar ist, hält das LBA es für sinnvoll.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Drohnenführerschein ist relativ leicht zu bestehen.
Der Drohnenführerschein ist relativ leicht zu bestehen. (Bild: LBA/Screenshot: Golem.de)

Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hält die neue Onlineprüfung für Drohnenpiloten trotz ihrer geringen Anforderungen für sinnvoll. Nach Angaben von Behördensprecher Carsten Konzock geht das LBA mit seinen Anforderungen sogar weiter, als es die entsprechende EU-Verordnung verlangt. "Man hätte einfach einige Tafeln ins Internet stellen können, die der Anwender durchflippt", sagt Konzock dem Spiegel und fügte hinzu: "Das wollten wir nicht." Es gehe darum, dass sich angehende Drohnenpiloten mit der Materie befassen, "mit dem sanften Druck einer Prüfung am Ende".

Stellenmarkt
  1. Datenbankentwickler:in (m/w/d)
    Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Bad Segeberg
  2. Java Entwickler (m/w/d)
    Technische Universität Darmstadt, Darmstadt
Detailsuche

Seit dem 1. Januar 2020 gelten neue Regelungen für den Betrieb von Drohnen. Diese betreffen laut EU-Durchführungsverordnung (PDF) auch den Nachweis, dass die Fernpiloten "einen Onlinelehrgang absolviert und erfolgreich mit einer Online-Theorieprüfung abgeschlossen" haben.

Allerdings hängt die Erfordernis einer solchen Prüfung unter anderem davon ab, ob es sich um eine "Bestandsdrohne" handelt und zu welcher Gewichtsklasse das Fluggerät gehört. Dem LBA zufolge ist bei Bestandsdrohnen unter 250 Gramm Höchstabflugmasse weiterhin kein Nachweis erforderlich. Bei Bestandsdrohnen unter 500 Gramm wird erst vom 1. Januar 2023 ein sogenannter EU-Kompetenznachweis zum Steuern von Drohnen der Offenen Kategorie benötigt.

40 Multiple-Choice-Fragen

Drohnen dieser Kategorie dürfen unter bestimmten Bedingungen genehmigungsfrei geflogen werden. Für die Fluggeräte gilt künftig eine EU-Klassifizierung von C0 bis C4 und den Betriebsbedingungen A1 bis A3. In der Kategorie A2 ist ein EU-Fernpilotenzeugnis erforderlich, da die Drohne auf bis zu fünf Meter an unbeteiligte Personen heranfliegen kann.

  • Je nach Drohnengröße und Betriebsbedingung sind unterschiedliche Kenntnisse nachzuweisen. (Grafik: LBA/Montage: Golem.de)
Je nach Drohnengröße und Betriebsbedingung sind unterschiedliche Kenntnisse nachzuweisen. (Grafik: LBA/Montage: Golem.de)
Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Der Verordnung zufolge umfasst die Prüfung für den Kompetenznachweis "40 Multiple-Choice-Fragen, die sich angemessen auf die folgenden Themen verteilen: Flugsicherheit, Luftraumbeschränkungen, Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen und dessen Grenzen, Betriebsverfahren, allgemeine Kenntnisse zu UAS (unmanned aircraft system), Schutz der Privatsphäre und der Daten, Versicherung, Luftsicherheit".

Prüfung nicht sehr schwierig

Das Bestehen des Tests beim LBA stellt in der Tat keine besondere Herausforderung dar. Dazu stellt die Behörde auf ihrer Webseite neben der eigentlichen Prüfung auch einen Ausbildungs- und Trainingsbereich bereit. "Das Training kann beliebig oft durchgeführt werden. Haben Sie im Training 70% der Aufgaben richtig beantwortet, können Sie sich zur Durchführung der Prüfung registrieren", heißt es dort.

Einige der Fragen und Antworten hat die Seite Fpvteile.de zusammengestellt. Besonders schwierig sind die meisten Fragen nicht, auch wenn das Training durchaus erforderlich und sinnvoll sein kann, um 75 Prozent der 40 Fragen richtig zu beantworten.

Allerdings ist es natürlich problemlos möglich, während des Tests zu googeln oder jemand anderen die Fragen beantworten zu lassen. Eine diesbezügliche Kontrolle findet nicht statt. Zudem lässt sich der Test bei Nichtbestehen sofort wiederholen. "Es ist ausdrücklich nicht angestrebt, besondere Maßnahmen gegen Betrug zu ergreifen", sagte Konzock dem Spiegel. Die Gefahr der Manipulation werde recht gering sein, da der Drohnenflug in dieser Kategorie in der Regel ein Hobby sei. Man gehe davon aus, dass sich "99 Prozent regelkonform verhalten wollen".

Die Gefahren durch Drohnen, für die nur ein Kompetenznachweis vorgesehen ist, schätzt das LBA als gering ein. Diese Geräte müssten "quasi auf dem freien Feld" geflogen werden, also fernab von Menschen, Industrieanlagen und Wohngebieten, sagte Konzock. Dabei könne im Grunde nicht mehr passieren als: "Die Drohne fällt herunter und ist kaputt."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


iu3h45iuh456 13. Jan 2021

Mit solchen Argumenten kannst du das normale Leben komplett still legen. Nicht jeder...

miguele 13. Jan 2021

Hilft dir auch nicht weiter, den lappen brauchste trotzdem. Außer du fliegst ne 30...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cyrcle Phone 2.0
Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten

Dass Mobiltelefone in den letzten 20 Jahren meist nicht rund gewesen sind, scheint einen guten Grund zu haben, wie das Cyrcle Phone 2.0 zeigt.

Cyrcle Phone 2.0: Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten
Artikel
  1. A New Beginning: Jetzt wird Outcast wirklich fortgesetzt
    A New Beginning
    Jetzt wird Outcast wirklich fortgesetzt

    Rund 22 Jahre nach dem Start des ersten Teils gibt es die Ankündigung von Outcast 2 für Xbox Series X/S, Playstation 5 und Windows-PC.

  2. Bundesinnenministerium: Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert
    Bundesinnenministerium
    Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert

    Meldebescheinigungen oder Baugenehmigungen warten weiter auf die Digitalisierung.

  3. Smartphones: Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen
    Smartphones
    Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen

    Das Handelsembargo der USA gegen Huawei zeigt Wirkung, wenn auch anders als geplant.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • iPhone 13: jetzt alle Modelle vorbestellbar • Sony Pulse 3D PS5-Headset Midnight Black vorbestellbar 89,99€ • Breaking Deals mit Club-Rabatten (u. a. Samsung 65" QLED 1.189,15€) • WD Black SN750 1TB 96,99€ • Amazon Exklusives in 4K-UHD • GP Anniversary Sale: History & War [Werbung]
    •  /