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Podiumsdiskussion auf der DLD14, v.l.: Jakob Augstein, Moderator Jochen Wegner, Rebecca Blumstein, Cyndi Stivers
Podiumsdiskussion auf der DLD14, v.l.: Jakob Augstein, Moderator Jochen Wegner, Rebecca Blumstein, Cyndi Stivers (Bild: DLD / Screenshot:Golem.de)

Onlinejournalismus Zwischen Quersubventionierung und versteckten Anzeigen

Auf der Konferenz DLD prallten die US-amerikanische und die deutsche Verlagswelt aufeinander. Jakob Augstein erklärte, im Internet sei kaum Geld zu verdienen - das Wall Street Journal hielt dagegen. Spontan sagte Verleger Hubert Burda, Focus Online überlebe nur durch Dating- und Urlaubsangebote.

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Das Thema "Future of Journalism" - so der Titel einer Podiumsdiskussion auf der Konferenz DLD14 in München am 20. Januar 2014 - zieht sich zwar wie ein roter Faden durch die "Digital Life Design" (DLD) genannte Veranstaltung, die es seit 2005 gibt. Bei der aktuellen Ausgabe, die wie stets vom Konzern Hubert Burda Media veranstaltet wurde, trafen jedoch in seltener Kombination unterschiedliche Ansätze und Geschäftsmodelle aufeinander.

Die Veranstalter hatten Jakob Augstein, Verleger, Journalist und Sohn des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, als einzigen deutschen Vertreter den US-Amerikanerinnen Rebecca Blumstein vom Wall Street Journal und Cyndi Stivers von AOL entgegengestellt. Stivers war zuvor Chefredakteurin des Columbia Journalism Review, einem Fachmagazin für Journalisten.

Die drei diskutierten vor allem die Zukunft des politischen Journalismus, den alle als wichtig für die Kontrolle der Macht erachteten. Augstein, der seit fünf Jahren die Wochenzeitung "Der Freitag" herausgibt, vertrat jedoch schon zu Beginn die These: "Jetzt kann man mit journalistischen Inhalten noch kein Geld verdienen", was er später nach deutlichen Gegenreden der Amerikanerinnen relativierte: "Ich glaube an das Internet, die Projekte sind toll. In Deutschland haben wir noch all die Zeitungen, die den Job machen, aber im Internet kann man das noch nicht sehen".

Unterschiedliche politische Kulturen

Ein Kernpunkt sind für den Verleger die unterschiedlichen politischen Kulturen. Er führte die Berichterstattung in den USA über die Finanzierungskampagnen von Kandidaten für politische Ämter als Beispiel an. Solches Fund Raising gebe es aber in dieser Form in Deutschland nicht, so dass auch die Kontrollfunktion durch kritische Journalisten dafür wegfalle. Die Diskussion um das Geschäftsmodell von Medien kommentierte Augstein so: "Das ist eine amerikanische Debatte, aber für die deutsche Medienszene kann man daraus recht wenig lernen." Augstein sagte weiter: "Ich hoffe, dass die großen Verlagshäuser überleben."

Rebecca Blumstein vom Wall Street Journal gab jedoch zu bedenken, dass viele ihr bekannte freie Journalisten auf einmal "sehr viel zu tun haben", seit es Angebote wie die Huffington Post gebe. Nur auf die großen Verlage für einen lebendigen Journalismus zu setzen, sah sie nicht als Option an. Auch die müssten sich aber neue Einnahmequellen erschließen. Dazu nannte Blumstein das in den USA sogenannte "native advertising", bei dem je nach Umsetzung die Grenzen zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung verwischt werden. Damit experimentiere ihr Verlag, aber mit einem Gang "auf Zehenspitzen", denn Regel des Journals sei es, auch diese Anzeigen klar als solche zu kennzeichnen.

Hubert Burda und Google

Spontan ergriff dann auch Hubert Burda selbst das Wort und plauderte ein bisschen aus dem Nähkästchen. Sein für die Profitabilität oft gelobtes Angebot Focus Online sei keineswegs so einfach in die schwarzen Zahlen zu bringen gewesen, sagte der Verleger. Vor einigen Jahren hätte er ein Treffen mit dem Geschäftsführer von Google Deutschland gehabt, bei dem dieser Focus Online als größten Werbepartner gelobt habe: "Sie bekommen 3,8 Millionen Euro von uns", jubelte der Google-Manager. "Tja, wir haben aber redaktionelle Kosten von 32 Millionen Euro", entgegnete Burda.

Inzwischen, so der Verleger, trage sich die Verlagsgesellschaft, in der Focus Online erscheint, aber vor allem dadurch, dass neben dem journalistischen Angebot auch die Datingseite Elitepartner und das Urlaubsportal Holidaycheck darin untergebracht seien. Journalismus nur durch solche Quersubventionierung sah Jakob Augstein aber nicht als langlebiges Modell an: "Irgendwann kommen dann die Buchhalter und sagen, warum trennen wir uns nicht von den teuren Journalisten. Und dann ist das ganz einfach vorbei."

Als wirklich "letztes Mittel" zur Finanzierung von Qualitätsjournalismus bezeichnete Augstein noch Stiftungen, wie es sie etwa mit Pro Publica in den USA schon gibt. Hubert Burda konnte aber noch ein deutsches Beispiel nennen, das nach seiner Meinung auch in Deutschland funktioniert: "Das Handelsblatt ist wirklich cutting edge", so Burda wörtlich. Für die Kombination aus Print- und Onlineausgabe sowie der App gebe er gerne 60 Euro im Monat aus.


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Anonymer Nutzer 21. Jan 2014

Eigentlich würd ichs eher deshalb als Forenposting schreiben, damit andere sehen, dass...

Anonymer Nutzer 21. Jan 2014

Klar, man kann sich selbst Bildung aneignen, nur wenn von Kindesbeinen an kein Interesse...

dabbes 21. Jan 2014

Beispiel: Reporter die auf eigene Faust in Krisenregionen unterwegs sind und die...

Anonymer Nutzer 21. Jan 2014

Umgekehrt aber auch nicht :p Insofern ist es wohl klüger so viele unterschiedliche...

Dino13 21. Jan 2014

Nun ja ich finde das durchaus seine Meinung Gewicht hat, weil er sich einfach in der...



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