Onlinehandel: US-Minister wirft Amazon Zerstörung des US-Einzelhandels vor

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat das Vorhaben der US-Regierung verteidigt, Untersuchungen gegen große Onlineplattformen wie Amazon wegen Behinderung des Wettbewerbs einzuleiten . Mit Blick auf Amazon sei klar, dass das Unternehmen "den Einzelhandel in den Vereinigten Staaten zerstört" habe, sagte Mnuchin dem Finanzsender CNBC(öffnet im neuen Fenster) .
Es sei "keine Frage" , dass Amazon "den Wettbewerb eingeschränkt" habe, ergänzte der Minister. "Ich denke, es ist sehr gut, dass der Generalstaatsanwalt das untersuchen wird." Weitere Begründungen dafür lieferte der Minister in dem Interview nicht.
Das Justizministerium hatte erklärt, untersuchen zu wollen, wie große Onlineplattformen "Marktmacht erlangt haben" , und wie ihre Praktiken "den Wettbewerb reduziert, Innovationen erstickt oder anderweitig geschädigt haben" könnten. Dabei solle der Besorgnis von Verbrauchern und Unternehmern nachgegangen werden.
Mnuchin ist mit dem Einzelhandel gut vertraut. Bevor er Finanzminister von Präsident Donald Trump wurde, war er Vorstandsmitglied der umkämpften Warenhauskette Sears. Mnuchins Rolle bei Sears und sein Verhältnis zum ehemaligen CEO Eddie Lampert wurden von linken Politikern kritisiert. Er war mit Lampert befreundet, der Sears in die Pleite geführt hatte.
Amazon reagierte auf Mnuchins Kommentare und widersprach den Anschuldigungen. "Kleine und mittlere Unternehmen gedeihen mit Amazon" , teilte das Unternehmen mit. "Heute machen unabhängige Verkäufer mehr als 58 Prozent des physischen Bruttowarenumsatzes bei Amazon aus, ihre Umsätze sind doppelt so schnell gewachsen wie unsere eigenen und erreichten 2018 insgesamt 160 Milliarden US-Dollar." Der Umsatz des Onlinekaufhauses mache "weniger als ein Prozent des globalen Einzelhandels und weniger als vier Prozent des US-amerikanischen Einzelhandels" aus.



