Onlinehandel: Münchner verdient Millionen mit illegalen Medikamenten

Über Server in Island wurden verschreibungspflichtige oder noch nicht zugelassene Medikamente verkauft. Der Anbieter hat damit einen mindestens zweistelligen Millionenbetrag verdient.

Artikel veröffentlicht am ,
Am Frankfurter Flughafen beschlagnahmte Medikamente
Am Frankfurter Flughafen beschlagnahmte Medikamente (Bild: Zoll)

Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Zollfahndungsamt München ermitteln gegen einen 40-jährigen Unternehmer. Lutz D. soll den Ermittlern zufolge in mehreren Tausend Fällen gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen haben und Teil eines "international agierenden kriminellen Netzwerks" sein, das mit nicht zugelassenen, verschreibungspflichtigen Medikamenten handelte.

Stellenmarkt
  1. IT Systemadministrator/in
    Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Köln
  2. Senior Software Engineer Global Client-Server Licensing Infrastructure (m/f/d)
    Advantest Europe GmbH, Böblingen
Detailsuche

D. bestreitet die Vorwürfe. Auf Anfrage des Spiegel erklärten Ermittler, dass sich D.s weltweiter Gewinn wohl auf einen mindestens zweistelligen, womöglich gar dreistelligen Millionenbetrag belaufe. An ihre Kunden gelangten die Täter laut Angaben der Ermittler über mehrere in Island befindliche Server, die Domains in unterschiedlichen Sprachen bereitstellten.

In den vergangenen fünf Jahren stellte der Zoll am internationalen Postverteilzentrum des Frankfurter Flughafens rund 6.000 Briefe und Päckchen an in Deutschland ansässige Abnehmer sicher. Vorrangig Potenz- und Abnehmpillen, Antibiotika, Medikamente gegen Krebs oder HIV, aber auch Medikamente, die versuchsweise in Australien zur Therapie gegen Covid-19 eingesetzt worden seien, fanden laut den Angaben "reißenden Absatz".

Kryptowährungen im Wert von mehr als 600.000 Euro

Lutz D. bestritt auf Anfrage des Spiegel, die Medikamente selbst verkauft zu haben, gab aber zu, dass er die Logistik organisierte, Ware beschaffte, einlagerte und versandte. Seine Versandlogistik bot er auch anderen Shopbetreibern an. Dabei nutzte er ein Firmennetz, das sich über Deutschland, Großbritannien, Singapur und Hongkong bis auf die British Virgin Islands erstreckte.

Golem Karrierewelt
  1. Deep-Dive Kubernetes – Production Grade Deployments: virtueller Ein-Tages-Workshop
    08.11.2022, Virtuell
  2. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure: virtueller Vier-Tage-Workshop
    24.-27.10.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Lutz D. drohen bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe. Bereits 2017 wurde er gemeinsam mit einem Komplizen wegen unerlaubten Handels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in 1.183 Fällen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, berichtet der Spiegel.

Bei der Durchsuchung wurden neben drei hochwertigen Sportwagen auch Segways, teure E-Bikes und mehrere Luxusuhren gesichert. Spezialisten der Zentralen Internet Recherche Einheit (ZIRE) des Zollkriminalamtes spürten bei der Durchsuchung des Münchner Firmensitzes im Rahmen der Auswertung vorgefundener IT-Ausstattung Kryptowährungen im Wert von mehr als 600.000 Euro auf. Diese wurden auf Wallets des Zolls transferiert.

Die insgesamt fünf Durchsuchungsbeschlüsse und zwei Haftbefehle wurden bereits im Oktober 2020 vollstreckt, aber wegen weiter laufender Ermittlungen erst jetzt bekannt gegeben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


berritorre 22. Aug 2022 / Themenstart

Nichts anderes habe ich ja gesagt. Die Frage war doch, warum machen solche Leute das auch...

/mecki78 22. Aug 2022 / Themenstart

Die Patienten nicht, sofern die Medikamente echt waren. Die haben so ihre Medikamente nur...

Kaiser Ming 21. Aug 2022 / Themenstart

nachdem das 2 Jahre so durchgedrückt wurde gibts erstaunlicherweise jetzt selbst...

Itchy 20. Aug 2022 / Themenstart

Einfach auf justice.gov weitersuchen, dann kommt z.B. sowas bei raus: https://www.justice...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Centaur CHA im Test
Der letzte x86-Prozessor seiner Art

Weil Centaur von Intel übernommen wurde, ist der CHA-Chip nie erschienen. Ein achtkerniger Prototyp gewährt dennoch spannende Einblicke.
Ein Test von Marc Sauter

Centaur CHA im Test: Der letzte x86-Prozessor seiner Art
Artikel
  1. US-Whistleblower: Putin verleiht Snowden die russische Staatsbürgerschaft
    US-Whistleblower  
    Putin verleiht Snowden die russische Staatsbürgerschaft

    US-Whistleblower Edward Snowden ist nun auch russischer Staatsbürger. Für den Krieg gegen die Ukraine kann er aber vorerst nicht eingezogen werden.

  2. Bitkom-Umfrage: Firmen fordern einheitliche Auslegung der DSGVO
    Bitkom-Umfrage
    Firmen fordern einheitliche Auslegung der DSGVO

    Mehr als fünf Jahre nach Inkrafttreten der DSGVO hadern die meisten Unternehmen immer noch mit der Umsetzung der Datenschutzvorgaben.

  3. Creative Commons, Pixabay, Unsplash: Rechtliche Fallstricke bei Gratis-Stockfotos
    Creative Commons, Pixabay, Unsplash
    Rechtliche Fallstricke bei Gratis-Stockfotos

    Pixabay, Unsplash, CC ermöglichen eine gebührenfreie Nutzung kreativer Werke. Vorsicht ist dennoch geboten: vor Abmahnmaschen, falschen Quellenangaben, unklarer Rechtslage.
    Eine Analyse von Florian Zandt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • CyberWeek: PC-Tower, Cooling & Co. • Günstig wie nie: Asus RX 6700 XT 539€, FIFA 23 PS5 59,99€, Acer 31,5" 4K 144 Hz 899€, MSI RTX 3090 1.159€ • AMD Ryzen 7 5800X 287,99€ • Xbox Wireless Controller 49,99€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 522€) [Werbung]
    •  /