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Onlinehandel: KI soll bei Amazon defekte Produkte erkennen

Eine künstliche Intelligenz soll bei Amazon während des Packprozesses die bestellten Produkte auf Defekte überprüfen - bzw. deren Verpackungen.
/ Tobias Költzsch
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Boxen in einem Amazon-Lager in Brieselang (Bild: Maja Hitij/Getty Images)
Boxen in einem Amazon-Lager in Brieselang Bild: Maja Hitij/Getty Images

Künstliche Intelligenz soll bei Amazon künftig dafür sorgen, dass weniger defekte Artikel als bisher verschickt werden. Wie das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) berichtete, setzt Amazon in zwei seiner Fullfillment-Center die entsprechende Technologie bereits ein. In zehn weiteren Lagern in Nordamerika und Europa soll die KI-Überprüfung demnächst ebenfalls eingesetzt werden.

Bislang werden Produkte von den Lagerarbeitern während des Packprozesses auf Beschädigungen überprüft. Dies führe zu Verzögerungen und sei für die Arbeiter anstrengend, da nur eines von 1.000 Produkten Fehler aufweist. Entsprechend suchen die Amazon-Angestellten nach Fehlern, die Amazon zufolge kaum vorkommen.

Eine künstliche Intelligenz überprüft die Produkte im Rahmen des Sammelprozesses: Lagerarbeiter packen die bestellten Dinge sowieso in eine Box, deren Inhalt mit einer Kamera auf Vollständigkeit der Bestellung überprüft wird. Künftig wird an dieser Stelle auch gecheckt, ob ein Produkt einen sichtbaren Mangel aufweist. Vermutet die KI dies, wird die Box an einen Mitarbeiter zur Überprüfung geschickt.

Bei Automatisierung wäre eine KI-Erkennung hilfreich

Amazon hat die KI mit Bildern von defekten und einwandfreien Produkten trainiert. Sollte Amazon den Packprozess in Zukunft automatisieren, etwa mit Robotern, wäre eine zuverlässig funktionierende Erkennung von defekten Produkten unabdingbar.

Ein Problem kann Amazons KI-Check aber wohl nicht lösen: Die künstliche Intelligenz dürfte lediglich die Verpackung der Produkte auf Beschädigungen untersuchen können. Ob ein einwandfrei verpacktes Produkt defekt ist, etwa ein Elektrogerät oder eine Uhr, wird die KI nicht herausfinden können. Das gilt allerdings auch für die menschliche Überprüfung.

Amazon versendet jährlich ca. 8 Milliarden Pakete. Bei einer Fehlerrate von 1:1.000 geht es immer noch um 8 Millionen Pakete im Jahr, die defekte Produkte enthalten und eine Rückabwicklung benötigen, die Amazon Geld kostet. Für den Onlinehändler dürfte sich der Einsatz von KI also durchaus lohnen.


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